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Aus der Erstausgabe

Vorwort des Präsidenten

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

 

ich freue mich sehr, Ihnen die erste Ausgabe unseres Magazins GLEICHSICHT vorstellen zu dürfen. Heuer feiert der ÖZIV Burgenland sein 35-jähriges Bestehen und ist jünger denn je. In keiner Landesorganisation des ÖZIV sind so viele junge Menschen als Mitglieder registriert und aktiv. Und das freut mich. Mit GLEICHSICHT ist es mir ein Anliegen, Sie über aktuelle Themen zu informieren und Menschen mit Behinderungen aller Altersgruppen sowie Angehörige zusammenzuführen – GLEICHSICHT soll generationenverbindend sein, denn hier kommt jeder zu Wort.

 

Es gibt vieles, das der ÖZIV Burgenland schon geschafft hat und noch vieles, das verbessert werden muss. GLEICHSICHT ist ein bunter Mix aus Information, Interaktion, verschiedenen Sichtweisen sowie eine Plattform zum aktiven Austausch über Dinge, die einen bewegen. Bewegen soll sich auch etwas – sowohl in den Köpfen der Menschen als auch in der Politik. GLEICHSICHT soll Sichtweisen zusammenführen.

 

In dieser ersten Ausgabe wollen wir nicht nur 35 Jahre ÖZIV im Burgenland Revue passieren lassen, sondern auch unterschiedlichste Berichte und Interviews bringen, Schifahren als winterlichen Ausgleich vorstellen und über aktuelle gesetzliche Änderungen informieren. Auch unser neuer Jugendvertreter im Vorstand wird regelmäßig über und für Jugendliche schreiben.

 

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der ersten Ausgabe von GLEICHSICHT und eine schöne Weihnachtszeit sowie einen positiven Start ins neue Jahr!

 

 

 

Herzlichst Ihr

Hans-Jürgen Groß

 

 

Bundespflegegesetz - geplante Änderungen

Innerhalb kurzer Zeit erfolgt eine weitere Veränderung des Bundespflegegeldgesetzes – und wieder ist es eine Verschlechterung für behinderte Menschen. Der Zugang zu den Pflegestufen 1 und 2 wird neuerlich erschwert. Mit diversen, zum Teil eigenartigen Begründungen wird dies gerechtfertigt. Die Wahrheit ist, dass mehr als 50 % aller Pflegegeldbezieher in den Stufen 1 und 2 sind. Um die Kostensteigerungen im Pflegebereich zu dämpfen, wird also der Zugang zu jenen Stufen erschwert – und damit in manchen Fällen unmöglich gemacht – die die meisten Menschen betreffen. Dafür gibt es als „Zuckerl“ ab 2016 eine Erhöhung des Pflegegeldes in allen Stufen, die im Durchschnitt jedem Bezieher € 111,- pro Jahr bringen sollen. Man muss diese Erhöhung wohl deshalb als „Zuckerl“ bezeichnen, da sie weit weg von einer jährlichen, ehrlichen Valorisierung ist und auch weiterhin für die tatsächliche Inanspruchnahme von Pflegeleistungen nur als Zuschuss herhalten kann. Dieser zweifelsfrei deutlich erschwerte Zugang für die meisten Pflegegeldwerber stellt jedenfalls keine geeignete und vor allem nicht sozial vertretbare Maßnahme dar, die Kostensteigerungen in diesem Bereich in den Griff zu bekommen. Vielmehr ist es wiederum eine „Finanznovelle“ des Gesetzes: man merkt die Absicht und man ist verstimmt!

Beibehalten bleibt die Einteilung in 7 Pflegestufen, die kurz im Vergleich zur geplanten Erhöhung dargestellt werden:

                                                        derzeit                                                   ab 2016                                                                                                                                             

Stufe 1             über 60 Std.            €   154,20                                              €   157,30

Stufe 2             über 85 Std.            €   284,30                                              €   290,00

Stufe 3             über 120 Std.          €   442,90                                              €   451,80

Stufe 4             über 160 Std.          €   664,30                                              €   677,60

Stufe 5             über 180 Std.          €   902,30                                              €   920,30

                               + dauernde Bereitschaft

Stufe 6             über 180 Std.          € 1.260,00                                             € 1.285,20

                               + unkoordinierte Betreuung

Stufe 7                   über 180 Std.    € 1.655,80                                              € 1.688,90

                               + Bewegungsunfähigkeit      

 

Für alle neuen Pflegegeldanträge ab 01.01.2015 erschwert sich der Zugang zu den Stufen 1 und 2: für die Pflegegeldstufe 1 wird ein Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden (dzt. mehr als 60 Std.), für die Stufe 2 ein Bedarf von mehr als 95 Stunden (dzt. mehr als 85 Std.) gefordert. Die Höhe der derzeit bezogenen Pflegegeldleistungen bleibt für Menschen, die bereits Pflegegeld beziehen, unverändert. Es werden also keine Leistungen rückwirkend gekürzt, es gilt weiter das System zum Eintrittszeitpunkt (auch für Nachuntersuchungen).

 

Mag durchaus sein, dass sich in den gewährten Angehörigenleistungen wie Pflegekarenz, Pflegeteilzeit, Ersatzpflege und sozialversicherungsrechtliche Absicherung, ergänzt um das neu eingeführte Beratungsgespräch, das Pflegesystem in Österreich kontinuierlich weiterentwickelt. Mag auch sein, dass es die Absicht war oder ist, ein noch zielgerichteteres System für pflegebedürftige Menschen zu präsentieren. Nichtsdestotrotz stellt diese Novelle des Gesetzes eine weitere, nicht unerhebliche Erschwernis und Einschränkung für behinderte Menschen dar, ein möglichst selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Darüber hinaus wird eine große Zahl behinderter Menschen dadurch finanziell stärker belastet.

 

 

35 Jahre ÖZIV Burgenland

Heute wird ganz selbstverständlich von Menschen mit Behinderungen gesprochen. Zu dieser positiven Entwicklung hat auch der ÖZIV Burgenland viel beigetragen. Als vor 35 Jahren der ÖZIV Burgenland unter dem Dach des seit Anfang der 60er-Jahre aktivem ÖZIV Österreich gegründet wurde, waren Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit noch immer kaum vertreten. Mit der Gründung der Landesgruppe bekam auch das Burgenland eine starke Stimme.

 

Anfang der 60er-Jahre existierten mehrere kleine Behindertenorganisationen. Doch nur gemeinsam ist man stark. Also schloss man sich Anfang der 60er-Jahre unter dem Dachverband des ÖZIV zusammen. 1979 gründete dann ein engagiertes Team von 15 Personen den ÖZIV Burgenland. Man sah die Notwendigkeit vor Ort zu sein und die Wichtigkeit des laufenden persönlichen Kontaktes zu den Mitgliedern. Schnell bildete sich eine breit gefächerte Vertretung mit steigenden Mitgliederzahlen.

 

Bis in die 90er-Jahre existierte noch keine bundeseinheitliche Pflegegeldregelung. Der ÖZIV und auch die Landesorganisationen, wie eben der ÖZIV Burgenland, präsentierten damals ihre Vorschläge der Öffentlichkeit und übten durch Demonstrationen Druck auf die Politik aus. 1993 trat dann dank dieses Engagements das erste Pflegegeldgesetz in Kraft. Durch die zunehmende Aufmerksamkeit wurden ein Jahr darauf Funktionäre des ÖZIV Burgenland in den Beirat der Burgenländischen Gebietskrankenkasse aufgenommen, wodurch auch noch heute die Anliegen der Mitglieder besser vertreten werden können.

 

Um speziell im Arbeitsleben Menschen mit Behinderungen zu fördern und zu unterstützen, wurde 2001 österreichweit der ÖZIV Support gegründet. Seither haben auch im Burgenland zahlreiche Menschen diese Beratungsleistung in Anspruch genommen und ihren Weg ins Arbeitsleben erfolgreich umgesetzt. Seit 2009 ist Hans-Jürgen Groß der Präsident des ÖZIV Burgenland und konnte seither, dank seines Engagements und das seines Teams, viele neue Mitglieder begrüßen.

 

2014 geht der ÖZIV Burgenland einen moderneren Weg und ist auch für Jugendliche und Familien mit Kindern mit Behinderungen zunehmend eine Plattform für den Austausch. In keiner Landesorganisation sind so viele junge Mitglieder zu finden. 1983 wurde die Jugendgruppe im Burgenland gegründet und hat nun mit dem 17-jährigen Jakob im Vorstand einen direkten Ansprechpartner.

 

Vieles hat sich seit der Gründung verändert. Um dem Rechnung zu tragen, wird der ÖZIV ab 2015 zeitgemäß zum „Verband für Menschen mit Behinderungen“. Auch wenn es noch viel umzusetzen gibt, die Zeiten der Krüppel und Invaliden sind vorbei.

 

 

35 Jahre ÖZIV Burgenland: von einer kleinen Landesorganisation in den Anfängen wurde eine starke Vertretung für Menschen mit Behinderungen. Die Mitgliederzahl hat sich mehr als verdreifacht und die Beratungstätigkeit ist qualitativ und quantitativ gestiegen. Die rechtliche Vertretung und Unterstützung wurde professionell verstärkt, so werden heute Mitglieder in Streitfällen betreffend Pflegegeld vor Gericht erfolgreich vertreten. Bei Anträgen und Unterstützungsleistungen hilft der ÖZIV Burgenland mehr denn je, zu seinem Recht zu kommen und die oftmals komplizierten Formulare mit den notwendigen Angaben zu füllen. Dass das Parken auf Behindertenparkplätzen im Burgenland kein Kavaliersdelikt ist, dafür kämpfte der ÖZIV Burgenland die letzten Jahre – mit Erfolg. Und für jedes Mitglied, das einen Leihrollstuhl benötigt, sind die Möglichkeiten heute vorhanden.

Jurist Erwin Würrer neu im Team

Auf der Pressekonferenz am 29.08.2014 im Rahmen der Inform in Oberwart wurde der Topjurist als neues Teammitglied des ÖZIV Burgenland vorgestellt. Dr. Erwin Würrer kommt aus Wien, wohnt jedoch schon seit einigen Jahren im Burgenland, in Schreibersdorf. Er ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, da schon seine Familie im Burgenland gelebt hat und sozial engagiert war. Selbst von einer schweren Gehbehinderung betroffen, hat er sein Jus-Studium absolviert, war danach in der Rechtsabteilung des ÖAMTC tätig und kam 1980 zur Pensionsversicherungsanstalt. Im Laufe der Jahre wurde er zu einem der renommiertesten Juristen Österreichs im Schadenersatzrecht. Fälle, wie der Absturz der Lauda Air in Bangkok oder der Fall der Skilegende Ulli Maier, zählten zu seinen Aufgabengebieten. Zu seiner Motivation, sich beim ÖZIV Burgenland zu engagieren und auch für das Magazin GLEICHSICHT zu schreiben, sagt der Jurist: „Eigentlich reden wir von Selbstverständlichkeiten, nämlich Menschen mit Behinderungen keine Barrieren in den Weg zu stellen, sie nicht zu diskriminieren und trotzdem ist es notwendig, die zahlreichen Regelungen auf diesem Gebiet um- und durchzusetzen, genau dafür bedarf es solcher Einrichtungen wie den ÖZIV Burgenland.“

Selbstversicherung für Zeiten der Pflege

Durch eine im Gesetzestext bereits vorliegende Novelle zum ASVG werden Änderungen bei der Selbstversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes wirksam. Wesentlichster Aspekt dieser Gesetzesänderung ist die Angleichung an die Vorschriften betreffend Pflege eines nahen Angehörigen:

 

Damit schafft der Gesetzgeber die Möglichkeit, eine diese Selbstversicherung nicht ausschließende Erwerbstätigkeit neben der Pflege eines behinderten Kindes auszuüben (Pflege unter überwiegender Beanspruchung der Arbeitskraft. Bisher war keine Berufstätigkeit neben der Pflege erlaubt).

 

Der zweite wesentliche Punkt dieser Novelle betrifft die stufenweise Angleichung der Beitragsgrundlage für die Pflege eines nahen Angehörigen. Die Angleichung soll ab 01.01.2015 beginnen und 4 Etappen umfassen.

 

 

Die Intention dieser Änderungen ist absolut zu begrüßen. War es doch bisher kaum verständlich, dass für die Pflege eines behinderten Kindes eine geringere Beitragsgrundlage in Ansatz gebracht wurde als bei der Pflege eines nahen Angehörigen. Die Möglichkeit, neben der Pflege eines Kindes zumindest teilweise eine Erwerbstätigkeit auszuüben, ist nicht zuletzt auch eine Maßnahme zur Bekämpfung der Armut.

 

Die vorliegende Gesetzesmaterie ist sehr komplex, ohne entsprechende Unterstützung wird es den Menschen nur schwer möglich sein, sich hier zurechtzufinden: selbstverständlich wird ÖZIV auch hier beratend und helfend zur Seite stehen.

"Meine Reise nach New York" Jakob Schriefl

Mein Name ist Jakob Schriefl. Ich bin 16 Jahre alt und lebe in Müllendorf (in der Nähe von Eisenstadt). Aufgrund einer Muskelerkrankung bin ich seit meiner Geburt auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen.

 Am 18. August wollten meine Familie und ich endlich unsere lang geplante Reise nach New York antreten, um meinen dort studierenden, großen Bruder zu besuchen.

Am Flughafen Wien-Schwechat sind wir vom burgenländischen ÖZIV-Team begleitet worden. Man wollte feststellen und sichergehen, ob am Flughafen alles so funktionieren würde wie es sollte.

 

Zu unserem Bedauern tat es das leider nicht: Meine Mutter hatte bereits lange vor dem Tag des Abflugs drei Sitze mit extra Beinfreiheit reserviert, da ich nur eine kurze Zeit in derselben Position verbleiben kann und oft gelagert werden muss (dazu muss man oft aufstehen und braucht ganz einfach mehr Platz). Durch irgendeinen Systemfehler wurde die Reservierung jedoch, ohne bemerkt zu werden, wieder aufgehoben und uns wurde ein „normaler“, enger Sitzplatz zugewiesen. Wäre das ÖZIV-Team nicht dabei gewesen, um die Situation zu klären, wäre der Flug bestimmt noch beschwerlicher und schmerzhafter geworden.

Im Flugzeug erfuhren wir dann, dass der Flug überbucht war und insgesamt 38 Personen in die Business Class upgegradet wurden. Dies waren jedoch keine Senatoren, Vielflieger oder sonstige bevorzugte Fluggäste, sondern ganz normale Touristen, wie auch wir sie waren. Auch wenn ich persönlich normalerweise nicht nach irgendwelchen „Extrawürsten“ strebe, kann ich in diesem Fall nicht verstehen, wieso nicht auch Personen upgegradet werden können, die den Platz vielleicht wirklich benötigen und für die es mit Sicherheit weniger schmerzvoll gewesen wäre, sich in einem Business-Class-Sitz, der nämlich in eine komplette Liegeposition zu bringen ist, zwischendurch ein wenig zu entspannen.

 

Der Aufenthalt in New York war traumhaft. Es ist eine wirklich außergewöhnliche Stadt, in die es mich auf jeden Fall ein zweites Mal verschlagen wird. So viele verschiedene Eindrücke an einem Ort erlebt man wohl sonst nirgendwo auf der Welt. Wir verbrachten 7 Tage in New York und am 26. August hieß es dann schlussendlich Abschied nehmen vom „Big Apple“. Es ging in Richtung Heimat.

 

Von Österreich aus hatte man gleichzeitig die Hin- und Rückflugtickets gebucht und auch vermerkt, dass eine extra Beinfreiheit verlangt werde (wie bereits vorher erwähnt). Am Tag des Abflugs VON Wien NACH New York ließen wir uns sicherheitshalber noch einmal versichern, dass diese Plätze gebucht und reserviert worden waren.

Natürlich kam es anders. Dasselbe Problem, wie bereits beim Hinflug, scheint auf und unsere Plätze sind wieder einmal nicht die versprochenen. Glücklicherweise erwischen wir eine sehr verständnisvolle Mitarbeiterin am Ticketschalter, die das System kurzzeitig sperren und unsere Sitzplätze doch noch ändern kann.

Der Rückflug vom New Yorker Flughafen JFK war mit Abstand der Tiefpunkt unserer Reise. Alle fünf Minuten musste ich von meiner Mutter gelagert werden, da in diesem Sitz mein linker Fuß entweder einschlief oder schmerzte. Daher konnten weder meine Mutter noch ich während der ungefähr vier Stunden dauernden Nacht ein Auge zumachen, um uns ein wenig von der anstrengenden Woche oder den Strapazen am Flughafen zu erholen.

 

Nach einem achtstündigen Flug landeten wir um ungefähr acht Uhr früh in Wien-Schwechat. Natürlich waren wir von diesem anstrengenden Flug extrem ermüdet und freuten uns bereits auf einen verdienten Schlaf im eigenen Bett.

Doch die Aufregung sollte leider noch eine Weile andauern. Mein elektrischer Rollstuhl ist nicht wie vereinbart gleich beim Ausstieg aus dem Flugzeug parat. Niemand kann uns genau sagen, wo er ist und wir alle verlieren ein wenig die Nerven, da ich mein Gefährt unbedingt benötige. Ein Mitarbeiter des Wheelchair Service, der uns vom Flugzeug abholte, meinte nur beruhigend zu meiner Mutter: „Madame, jetzt regen Sie sich nicht so auf, wahrscheinlich war nur einer zu faul, den Rollstuhl aus dem Container zu heben.“ Er sei wahrscheinlich beim Großgepäck und wahrscheinlich unversehrt und in einem Stück. Wahrscheinlich würden wir ihn bald bekommen. Ich bin jedoch nicht nur „wahrscheinlich“, sondern voll und ganz auf meinen Rollstuhl angewiesen, da ich mich sonst auf keine andere Art und Weise von einem Fleck zum anderen bewegen kann. Doch dies scheint niemand zu verstehen. Glücklicherweise war mein zweiter, mechanischer Rollstuhl vor Ort. Zwar mit Unmengen an Klebeband zusammengebunden und auseinander gebaut (nur so kann er ohne Beschädigungen im Gepäcksraum transportiert werden), aber er war da und deshalb konnte ich auch in einem Bus, ohne Fixierungsmöglichkeit, zum Terminal gebracht werden.

Zur großen Erleichterung wartete tatsächlich mein elektrischer Rollstuhl beim Gepäck und ich konnte mich endlich wieder selbständig bewegen.

Die Stimme der Jugend

Jakob Schriefl ist 17 Jahre alt und weiß, was Jugendliche mit Behinderungen wollen und brauchen. Deshalb ist er auch seit Kurzem die neue starke Stimme für die Jungen im Vorstand beim ÖZIV Burgenland. „Die Jugendlichen werden oft vergessen, vor allem, was die Barrierefreiheit bei Freizeiteinrichtungen betrifft“, betont Jakob im Interview, der sich verstärkt dafür einsetzen will, dass Locations, in die Jugendliche gerne gehen, für alle zugänglich sind. Auch das Miteinbeziehen der jugendlichen Sichtweisen bei allen Vorhaben will er im Burgenland und in der Politik verstärken.

 

Jakob trifft sich gerne mit Freunden in der Freizeit, spielt leidenschaftlich Keyboard, reist oft, liebt es bei Fußballspielen mitzufiebern und relaxt gerne bei Musik. Als Vorstandsmitglied beim ÖZIV Burgenland will er nicht nur die Jungen stärker zu Wort kommen lassen, sondern plant auch Veranstaltungen und Treffen Gleichgesinnter. Jakob ist schon länger beim ÖZIV Burgenland als engagiertes Mitglied. „Ich freue mich sehr über die Nominierung in den Vorstand. Noch mehr freue ich mich aber, dass ich jetzt für junge Menschen mit Behinderungen etwas tun und hoffentlich zum Positiven verändern kann.“

 

Wenn Ihr Fragen, Ideen oder sonstige Anliegen habt, schreibt Jakob Schriefl. E-Mail: schriefl.jakob@gmail.com

Behindertenparkausweis Neu

Mit der 25. Novelle zur Straßenverkehrsordnung (STVO) wurde der § 29b neu geregelt. Die Parkausweise wurden nach der alten Regelung dauernd stark gehbehinderten Personen auf Antrag von der Bezirksverwaltungsbehörde ausgestellt. Die novellierte Fassung des § 29b STVO sieht die Ausstellung eines Ausweises durch das Bundessozialamt (Sozialministeriumservice) vor: Inhaberinnen und Inhabern eines Behindertenpasses nach dem Bundesbehindertengesetz mit der Zusatzeintragung Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel wegen dauerhafter Mobilitätseinschränkung aufgrund einer Behinderung ist auf Antrag der genannte Ausweis auszufolgen. Dafür alleine zuständig ist ab 01.01.2014 das Bundessozialamt.

Ziel dieser Novelle ist es, den Kreis der Benutzer von „gebehinderten Menschen“ auf „alle Menschen mit Mobilitätseinschränkung“ auszuweiten. Durch die Änderung des Berechtigungskreises entfällt das Kriterium der dauernden starken Gebehinderung. Bei gleichzeitigem Verweis auf die Bestimmungen der Verordnung über die Ausstellung von Behindertenpässen wird der Kreis der Anspruchsberechtigten vereinheitlicht, womit parallele Untersuchungen entfallen. Dieses Faktum führt zu einer wesentlichen Verwaltungsvereinfachung und damit Kostenersparnis. Für Menschen mit Behinderung bedeutet die Vereinheitlichung des Berechtigungskreises für Pass und Ausweis eine deutliche Vereinfachung im Antragsverfahren, da dieses nur mehr von einer einzigen Behörde durchgeführt wird.

Die alten Ausweise bleiben uneingeschränkt gültig, soferne sie nicht vor dem 01.01.2001 ausgestellt sind. In diesem Fall verlieren sie mit Ende 2015 ihre Gültigkeit und müssen neu beantragt werden.

Durch die Ausweitung des Berechtigungskreises zur Erlangung des Ausweises gemäß § 29b wird der Kreis jener Menschen größer, die daher auf sogenannten Behindertenparkplätzen parken dürfen. Obwohl unbestritten ist, dass behinderte Menschen den Rollstuhlfahrern nicht die Parkplätze wegnehmen wollen, sondern lediglich ihre eigene Sicherheit erhöhen möchten, ist in der Folge eine heftige Diskussion darüber entbrannt, wer nunmehr Behindertenparkplätze benützen soll (darf) und wer nicht. Um den gesetzeskonformen Einsatz der entsprechenden Parkberechtigungen und die Effektivität der gesetzten Maßnahmen zu überprüfen, ist ein dreijähriger Beobachtungszeitraum (bis Ende 2017) festgelegt worden. Bis dahin werden den unterschiedlichen Interessengruppen die Argumente wohl nicht ausgehen.

Die Diskussion wurde und wird zum Teil mit emotionalen und nicht immer sachlichen Argumenten geführt. Insbesondere wurden und werden Maßnahmen gefordert, jene Behinderten, die berechtigt sein sollen Behindertenparkplätze zu benützen, von der Gruppe aller anderen Behinderten rechtlich abzugrenzen. Richtig und unbestritten ist, dass Rollstuhlfahrer auf breitere Parkplätze angewiesen sind. Deswegen aber andere Menschen aus dem Kreis der Anspruchsberechtigten a priori auszuschließen, führt lediglich dazu, die Interessengemeinschaft behinderter Menschen zu spalten. Damit gehen Solidarität und Durchsetzungskraft verloren. Im Hinblick auf die Gleichheit aller Menschen muss jedem Betroffenen das gleiche Recht eingeräumt werden. Dadurch alleine sind die Probleme in diesem Zusammenhang natürlich nicht zu lösen. Das ist richtig. Vielmehr ist eine Summe von Maßnahmen gefordert: entschlossenes Vorgehen gegen missbräuchliche Verwendung der Parkausweise durch Dritte, Schaffung weiterer Behindertenparkplätze und nicht zuletzt Aufklärung und Information jener Ausweisinhaber, die aufgrund der neuen Regelung zwar berechtigt sind, Behindertenplätze zu benützen, aber ihr Recht im Einzelfall stark gehbehinderten Personen (Rollstuhlfahrern) überlassen könnten. Dies deshalb, da es für sie vielleicht nicht in gleichem Maße notwendig ist, um ihre Ziele zu erreichen.

Das große Ziel, allen behinderten Menschen ein selbstbestimmtes, selbständiges Leben zu ermöglichen bzw. zu erleichtern – dieses Ziel ist nicht teilbar! Im Zusammenwirken aller können und müssen wir diesem Ziel näher kommen.

Glückliche Mutter

Mutter sein mit einer Querschnittslähmung? Ja, natürlich! So selbstverständlich sieht Barbara Sima-Ruml ihre junge Mutterschaft. Die studierte Architektin ist 33 Jahre alt, Bausachverständige für das Land Steiermark und seit 2001 auf den Rollstuhl angewiesen. Zurzeit ist sie durch ihr sechs Monate altes Kind in Karenz und genießt diese Zeit.

Wollten Sie immer schon Mutter werden?

Ich wollte es auf mich zukommen lassen. Für mich war es eine Frage des richtigen Partners. Als ich meinen Mann kennen lernte, war für mich aber klar, dass ich mir mit ihm ein Kind vorstellen kann. Bedenken wegen meiner Behinderung hatte ich nicht. Auch meine Frauenärztin unterstützte meinen Kinderwunsch und betonte immer wieder, dass sie selten eine so unkomplizierte Schwangerschaft gesehen hat.

Wie war die Geburt Ihres Kindes?

Von Anfang an wollte ich eine Spontangeburt, ließ mir aber natürlich die Option eines Kaiserschnittes offen. Eine Hebamme hat mich und meinen Mann sehr gut begleitet und beraten. Für uns alle war klar: das schaffen wir. Und das haben wir. Die Geburt dauerte nur vier Stunden und war – wenn man das so sagen kann – eigentlich recht angenehm.

Ist der Alltag mit Baby so wie Sie es sich vorgestellt haben?

Ich behaupte jetzt ganz provokativ: für mich war die Umstellung durch den Rollstuhl weniger intensiv als für gehende Mütter, die jetzt mit Kinderwagen unterwegs sind, weil ich auch schon vorher auf Barrierefreiheit angewiesen war. Wenn ich alleine unterwegs bin, trage ich mein Baby am liebsten im Tragetuch. Und es liebt es.

Was raten Sie Frauen mit Behinderung, die überlegen Mutter zu werden?

Man soll an sich und an seinen Körper glauben, die eigenen Wünsche durchsetzen und nichts im Vorhinein ausschließen. Wichtig ist auch, sich nur bei Menschen zu informieren, die sich auskennen. Das heißt, sich von einer Hebamme beraten lassen und nicht nur von Freunden oder Verwandten. Es hilft auch, offen zu sein für Alternativmedizin, Akupunktur und Homöopathie. Auf jeden Fall ist eine Behinderung kein Ausschlussgrund für eine normale Geburt und glückliche Mutterschaft.

Was war bisher das schönste Erlebnis mit Ihrem Kind?

Das kann ich gar nicht sagen, es ist immer alles schön. Jeder Tag ist wundervoll. Ich will keine Sekunde missen.

Ich leide an FOP

FIBRODYSPLASIA OSSIFICANS PROGRESSIVA (FOP) - Muskelerkrankung

 

Ich heiße Vanessa, bin 14 Jahre und habe letzten August erfahren, dass ich eine Muskelerkrankung habe. Es war zuerst ein Schock für die ganze Familie.

Meine Eltern haben mir das vorsichtig erklärt, was das für eine Krankheit ist. Anfangs konnte ich das nicht gleich verstehen, doch jetzt habe ich gelernt damit zu leben.

Diese Krankheit lässt meine Muskeln zu Knochen umwandeln.

Derzeit bekomme ich immer wieder Knorpeln am Körper.

Ein Leben lang muss ich entzündungshemmende Medikamente nehmen.

Ich hoffe, dass die Krankheit nicht so schnell fortschreitet. Es gibt derzeit noch kein Medikament für mich, es wird aber gerade geforscht in Philadelphia.

Es wird so sein, dass ich irgendwann im Rollstuhl sitze, weil sich mein Körper verknöchert. Ich denke oft, warum gerade ich, denn in Österreich sind nur zwei Fälle bekannt.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass mir irgendwann geholfen wird.

Zweimal im Jahr muss ich in die Klinik Garmisch-Partenkirchen zum Chefarzt Dr. Morhart, das ist der Spezialist für FOP.

Meine Hausärztin Frau Dr. Solleder betreut mich sonst das ganze Jahr über, zu der ich viel Vertrauen habe.

Die Arztkosten in Deutschland müssen meine Eltern selbst bezahlen.

Skifahren kann jeder

Im Winter gibt es kaum etwas Schöneres, als sich unbeschwert im Schnee fortzubewegen. Eine Behinderung ist hier kein Hinderungsgrund. Denn jeder kann die Fahrten im Schnee genießen. Technische Hilfsmittel gibt es für alle Behinderungsarten und Schweregrade. Und auch schon die Kleinsten können Dank modernster Erfindungen schon fleißig üben.

 

 

Der alpine Skilauf für Menschen mit Behinderungen hat eine lange Vergangenheit und entwickelt sich laufend weiter. Dank kreativer Menschen, die auf dieses Vergnügen nicht verzichten wollten und Skigeräte erfunden oder weiterentwickelt haben, ist es heutzutage wirklich für jeden möglich Ski zu fahren – sitzend, stehend, mit Prothesen oder speziellen Skiern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Skifahren zu erlernen und auszuüben. Aufgrund der großen Vielfalt kann man grundsätzlich zwischen dem stehenden Skilauf, dem sitzenden Skilauf und dem Skilauf für Sehbehinderte unterscheiden.

 

Prothesen und Krückenskilauf

Mit Hilfe moderner Prothesen, mit Stöcken oder ohne Stöcke, kann man auch bei Mehrfachamputationen die Bergluft Ski fahrend um die Ohren wehen lassen Bei Bewegungseinschränkungen oder einseitigen Oberschenkelamputationen empfiehlt sich der Krückenskilauf. Durch diese Möglichkeiten des stehenden Skilaufs kann man schwungvoll ins Tal gleiten.

 

Monoski

Das sitzende Fahren mit dem Mono-Ski ist für sportlich Begeisterte, die eine gewisse körperliche Konstitution, eine gute Rumpf- und Armfunktion sowie gute Flexibilität in Hüft- und Kniegelenken haben, das ideale Skigerät. Ob man gerne schneller oder langsam fährt, ein Genuss ist die Landschaft sitzend auf Skiern zu erkunden auf jeden Fall.

 

Bi-Skis

Diese Erfindung ermöglicht es auch schwerst- und mehrfach behinderten Menschen auf das Skivergnügen nicht verzichten zu müssen. Und auch für Kinder, die für den Monoski noch zu klein sind, ist dieses sitzende Skisportgerät bestens geeignet. Eine Begleitperson ist auf jeden Fall notwendig Charakteristisch für die Bi-Skis sind zwei stark taillierte Ski, die auch ohne Einsatz der Arme, nur mit seitlicher Gewichtsverlagerung ein unvergessliches Schwingen über die Pisten ermöglichen. Mit oder ohne Begleitperson.

 

HOC2 Glide

Seit zwei Jahren ist eine Weiterentwicklung des Bi-Skis auf dem Markt. Das Driften der Ski ist damit noch problemloser möglich und der HOC2 Glide ist auf Engstellen für den Betreuer leichter zu manövrieren.

 

Dual-Ski

Auch Personen die teilweise oder komplette Hilfestellung benötigen können die Bergwelt mit viel Komfort, durch Stoßdämpfer, genießen. Die Benützung der Sessellifte ist ganz einfach und bequem für den Skifahrer als auch den Begleiter.

 

Sehbehinderte und Blinde

Auch sehbehinderte Menschen können mit ausgebildeten Guides durch die Winterlandschaft carven. Durch das Führen mit Kommandos, welche mit Funk über den Helm übertragen werden, ist es auch möglich, flotter und ohne störende Windgeräusche über Kurven, Unebenheiten, Geländekuppen so geführt zu werden, dass das Skifahren zu einem ganz besonderen Sportgenuss wird.

 

Man sieht, es gibt für jeden, der auf das winterliche Vergnügen nicht verzichten will, das geeignete Hilfsmittel. Also raus auf den Berg und runter die schneebedeckten Hänge, genießen sie die winterliche Landschaft und die kühle Höhenluft. Ein Einkehrschwung darf natürlich auch nicht fehlen.

 

Tipp: Bereits in vielen Skigebieten ist ein weitgehend barrierefreies Skifahren möglich, ganz besonders gut ausgelegt ist das Stubaital mit dem Stubaier Gletscher und das Kaunertal mit dem Kaunertaler Gletscher.

 

Freiheit im Schnee - Roman Rabl

Skifahren ist sein Leben. Vor einem Skiunfall, der sein Leben mit 15 Jahren veränderte, verbrachte er jede freie Minute auf der Piste. Daran hat sich nichts geändert. Auch jetzt ist die Piste sein Terrain. Roman Rabl, 23 Jahre, ist erfolgreich im Österreichischen Skikader und kann bereits viele Erfolge, wie Weltcup- oder Europacupsiege im Riesentorlauf oder Slalom (dreimal Bronze Paralympics 2014 Sochi), verbuchen und ist seit 2011 fix im österreichischen Olympiateam. „Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden“, steht bei Roman Rabl auf der Haustüre. Das lebt er auch durch den Sport.

 

War für Sie nach dem Unfall klar, dass Sie wieder Skifahren werden?

Ich machte damals eine Lehre als Einzelhandelskaufmann, die ich aufgeben musste. Aber das Skifahren, das muss ich sagen, war immer meine Leidenschaft und ich konnte mir kein Leben ohne vorstellen. Ich komme aus Tirol und bin mit den Bergen aufgewachsen.

Wie sind Sie zum Monoski gekommen?

Ich kannte schon vor meinem Unfall einen erfolgreichen ehemaligen Schifahrer, der bei den Paralympics mitgefahren ist. Als ich noch in der Schule war, habe ich bei der WM 2004 in der Wildschönau zugeschaut. Daher kannte ich den Sport. Als ich nach meinem Unfall im Rehazentrum Bad Häring war, wurde ich gut informiert, wie und wo ich das Monoskifahren ausprobieren kann.

Was ist hier die größte Herausforderung?

Der erste Tag. Ich hatte natürlich noch das „alte“ Skifahren mit zwei Schiern im Kopf. Aber ab dem zweiten Tag tat ich mir nicht mehr schwer und konnte es genießen. Ein Jahr darauf fuhr ich schon Rennen im Nachwuchskader. Im Training war ich so gut, dass mich der Cheftrainer zum Europacup 2008 schickte. 2009 war ich dann fix im Europacup-Team. Das war super, es hat immer alles gepasst und zusammengespielt. In sehr kurzer Zeit ist es steil bergauf gegangen. Dafür bin ich allen, die mir dabei geholfen und mich unterstützt haben, sehr dankbar.

Wieviel Zeit verbringen Sie mit dem Skifahren?

Skifahren ist mein Leben und seit vier Jahren nun auch mein Job, ich bin seit 2011 Mitglied im Finanzsportkader beim Zoll und werde dadurch perfekt mit Freistellungen unterstützt und gefördert. Im Sommer gibt es Krafttraining und Ausdauertraining sowie Koordinationseinheiten perfekt abgestimmt vom Olympiazentrum Innsbruck, ab Ende August geht es dann wieder in Chile auf den Schnee und danach natürlich bei uns in den Bergen.

Hat sich Ihr Alltag durch den Sport verändert?

Ganz klar, ja. Ich konnte meine große Leidenschaft zum Beruf machen. Ich bin sehr dankbar, dass mir das ermöglicht wurde, man erlebt sehr viel, das Skiteam ist für mich wie eine zweite Familie. Ich möchte das nicht missen. Jeder sollte Sport betreiben, es ist erfüllend.

 


Aus der Ausgabe Mai 2015

Vorwort des Präsidenten

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

das Frühjahr wird im Burgenland politisch besonders interessant. Die Wahlen stehen vor der Tür und am 31. Mai kann jeder seine Stimme abgeben. Daher haben wir uns bei den jeweiligen Spitzenkandidaten der Parteien umgehört, was diese für Menschen mit Behinderungen tun wollen und welche Projekte und Verbesserungen vorgesehen sind. Wir wollen damit auch auf politischer Ebene aufzeigen, in welchen Bereichen es dringend etwas zu tun gibt und vielleicht eine Entscheidungshilfe liefern. Das Service unsererseits wollen wir durch eine Befragung mittels Fragebogen, der mit dem neuen Mitgliedsausweis an Sie gegangen ist, weiter ausbauen. Denn nur wenn man weiß, welche Probleme es gibt, kann man Lösungen finden und anbieten. 

Die Temperaturen steigen und die Sonne lässt sich nun vermehrt blicken. Der Frühling animiert dazu, viel Zeit in der Natur zu verbringen. Das Fahrrad ist hier eine schöne Möglichkeit, Bewegung in der Frühlingsluft zu machen. Hier wollen wir Ihnen in dieser Ausgabe von GLEICHSICHT einen kleinen Überblick geben, welche geeigneten Räder es auf dem Markt gibt. Beim ÖZIV Burgenland können Sie sich übrigens auch ein Fahrrad ausborgen und eine Ausfahrt auf den zahlreichen Radstrecken genießen.

GLEICHSICHT ist generationenübergreifend und soll nicht nur einen Überblick der jeweils aktuellen gesetzlichen Lage für Menschen mit Behinderungen geben, sondern auch Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, über Institutionen informieren oder Menschen in den Mittelpunkt rücken – vor allem aber auch von unseren Mitgliedern mitgestaltet werden. Leserbriefe und andere Möglichkeiten, wie Erfahrungsberichte oder die Kontaktaufnahme zu Gleichgesinnten, sollen auch das Miteinander innerhalb des ÖZIV Burgenland fördern. Denn wir sehen uns als große Familie.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer und lesereiche Stunden mit GLEICHSICHT.

Herzlichst Ihr

Hans-Jürgen Groß

Ein guter Start vom Flughafen Wien

Fliegen mit einer Behinderung kann oft sehr anstrengend sein. Muss es aber nicht. Wichtig ist hier vor allem richtig geschultes Personal, das optimal unterstützt und den Start in den Urlaub stressfrei ermöglicht. Dafür gibt es am Flughafen spezielle Service-Mitarbeiter, das PRM Service. Oftmals gibt es aber Unsicherheiten und man weiß nicht, wie man am besten helfen kann. Dass dies am Wiener Flughafen nicht mehr so ist, dafür hat Hans-Jürgen Groß und sein Team gesorgt. Und ein süßer Blindenhund hat für bisschen Aufregung gesorgt.

 

Mehr als 70 Mitarbeiter des Flughafen Wiens haben an den eintägigen Workshops teilgenommen und anschließend eine Prüfung abgelegt. Von der Abholung bis zur Sicherheitsschleuse wurden die Situationen durchgespielt und auf die jeweils wichtige Unterstützung aufmerksam gemacht. Beginnend mit einem Überblick durch Hans-Jürgen Groß, wie und wo man helfen kann, folgte der rechtliche Teil durch Dr. Würrer, ÖZIV Burgenland-Jurist. Hier waren von Seiten des Personals Ängste betreffend rechtlicher Konsequenzen, vor allem Klagen aus den USA, ein Thema. Jakob Schriefl, Jugendvertreter des ÖZIV Burgenland, reist sehr gerne und viel, und hat dementsprechend aus seinen Erfahrungen mit dem Rollstuhl berichtet.

 

Mit dabei war auch der Blindenhund Ayoka. Dass man ihn nicht streicheln darf, wenn er „im Dienst“ ist, fiel den meisten sehr schwer und war den Mitarbeitern neu. Leichte Verdauungsprobleme nach paar anstrengenden Tagen, brachten ein wenig Aufregung in den Ablauf. Wo geht man mit einem Hund schnell Gassi? Jetzt weiß man es. „Es gab aufregende, ernste und lustige Momente, aber besonders spannend und emotional war der praktische Teil mit dem Perspektiventausch, bei dem die Teilnehmer in die Rolle der Kinder wechseln mussten“, so Hans-Jürgen Groß. Für die Mehrheit der Mitarbeiter des Flughafen Wiens war die Perspektive eines Menschen mit Behinderung neu. In einem Rollstuhl sitzend oder mit Augenbinde und Blindenhund, wurden die einzelnen Situationen durchgespielt – wie und wo hole ich die Passagiere ab, worauf muss man bei der Sicherheitsschleuse achten, wie hilft man am besten im Nassraum und wie fühlen sich die einzelnen Situationen wirklich an?

 

Julia, seit zwei Monaten am Flughafen Wien tätig, sagte rückblickend: „Der Umgang mit dem elektrischen Rollstuhl. Damit hatte ich bis jetzt nichts zu tun. Das war sehr interessant zu erfahren, wie das alles funktioniert. Und vor der Prüfung war ich etwas nervös.“ „Das war eine tolle Erfahrung. Vor zwei Jahren habe ich einmal einen Passagier mit einem Blindenhund betreut und jetzt weiß ich, dass ich besser helfen hätte können. Und es gibt Blindenhunde, die unterschiedlich gut ausgebildet sind“, erzählte Michael am Ende des Workshops. „Interessant und sehr wichtig“, war der Tenor der Teilnehmer, die sich jetzt gut ausgebildet darauf freuen, Menschen mit Behinderungen in Zukunft am Flughafen Wien richtig unterstützen zu können.

Mit dem Fahrrad die Natur genießen

Mit dem Fahrrad die Natur genießen

Wussten Sie, dass das größte fahrbare Fahrrad der Welt eine Länge von 7,8 Meter und eine Höhe von 3,7 Meter hat? Gebaut wurde es von dem deutschen Fahrraddesigner Didi Senft. Der Raddurchmesser beträgt imposante 3,3 m. Es ist einzigartig in dieser Dimension. Doch schon immer beschäftigten sich die Menschen damit, sich mit technischer Raffinesse fortbewegen zu können. 

Das Fahrrad war das erste Fortbewegungsmittel, das die Welt eroberte. Da durch Missernten das Futter für die Pferde immer unerschwinglicher wurde, galt es, Alternativen zu finden. 1817 war es dann soweit. Der Forstbeamte Karl Drais erfand das erste lenkbare Fahrrad, die sogenannte Laufmaschine, später auch Draisine genannt. Die Begriffe „Fahrrad“, „Radfahren“ und „Radfahrer“ wurden erst Jahrzehnte später von deutschen Radfahrervereinen geprägt. Jetzt werden weltweit über 130 Millionen Fahrräder pro Jahr verkauft.

Dreirädige und vierrädige Fahrzeuge für gehbehinderte Menschen, die mit Handkurbeln über ein Zahnradgetriebe angetrieben wurden, erfand wiederum Stephan Farfler Mitte des 17. Jahrhunderts. Der deutsche Uhrmacher war, nach einem Unfall in jungen Jahren, querschnittgelähmt. Seine Motivation, trotz seiner Behinderung mobil zu sein, trieb ihn an. Mit Erfolg. Als Vorbild für seine handbetriebenen Fahrräder dienten ihm die von Hans Hautsch konstruierten Krankenfahrstühle und kurbelbetriebene Prunkwagen.

Kaum zu glauben, aber die Draisine wurde nicht weiterentwickelt und teilweise wegen Kollisionsgefahr mit Fußgängern verboten. Sie geriet sogar für kurze Zeit in Vergessenheit. Auch aufgrund der Eisenbahn, die es damals plötzlich ermöglichte, größere Strecken bequem zurückzulegen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts besann man sich wieder der sogenannten Laufmaschinen, die nun mit Pedalantrieb entwickelt wurden. Die Gangschaltung kam dann Anfang des 20. Jahrhunderts hinzu. Heutzutage fällt einem die Wahl nicht einfach, da die E-Bikes auch eine interessante Alternative darstellen.

Aufgrund der heutigen Vielfalt an Fahrrädern ist eine Behinderung kein Hindernis, die Natur aktiv zu genießen. Das bewies schon der Erfinder Farfler im 17. Jahrhundert. Heute gibt es für jedes Alter das passende Zwei-, Drei- oder Vierrad, mit oder ohne Motor. Die meisten Räder sind als Dreirad ausgelegt. Spezialkonstruktionen für jene, die nicht treten können, sind mit Handpedalen ausgestattet. Dabei wird das Tretlager auf Höhe des Lenkers verlagert und durch eine Kette angetrieben.

Tandems oder Parallel-Tandems wiederum sind für blinde Menschen eine schöne Möglichkeit, sich die Fahrtluft um die Ohren wehen zu lassen und sich in der Natur fortzubewegen. Spezialanfertigungen gehen auf jeden Wunsch ein – ob eine Tret-Unterstützung, eine Wegfahrhilfe, Fußschalen, Stockhalter, Rückenlehnen oder weitere Annehmlichkeiten, alles ist individuell machbar. Es erfordert sicher eine gewisse Investition, aber es ist eine Investition fürs Leben. Denn ein Fahrrad bereitet seinem Besitzer lange Freude.

In den letzten Jahren werden und wurden auch immer mehr Radwege errichtet, sodass für jeden die passende Strecke zur Verfügung steht. Im Burgenland gibt es mehr als 2.500 Kilometer Radwege und Radrouten. Allein in der Neusiedler See-Region sind es fast 30 verschiedene Radwege mit insgesamt 1.000 Kilometern. So macht Radfahren bestimmt jedem Spaß.

Eigener Behindertenparkplatz – Ein Mysterium?

Ein sicherer Parkplatz vor dem Haus, der Wohnung, oder gar vor der Arbeitsstätte – wäre schon schön! Schön? Notwendig! Um als Behinderter ohne Diskriminierung am öffentlichen Leben teilnehmen zu können und die Mobilität behinderter Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten bzw. wesentlich zu verbessern.

Dieser Wunsch ist keineswegs in den Bereich von „Wie geht das?“, „Soll es ja geben!“ oder „Wohin soll ich mich wenden?“ abzutun.

Information und Transparenz dazu ist zumindest im Burgenland dürftig, weshalb wir an dieser Stelle über die gesetzlichen Voraussetzungen informieren wollen.

Die Rechtsgrundlage zur Klärung und Prüfung dieser Frage ist die Österreichische Straßenverkehrsordnung (StVO). Gemäß § 43 Abs.1d StVO hat die Behörde Parkzonen für Behinderte, die wegen ihrer Behinderung darauf angewiesen sind, durch Verordnung festzulegen und durch entsprechende Kennzeichnung freizuhalten. Bei Vorliegen der rechtlichen und vor allem medizinischen Voraussetzung ergibt sich daher für die Behörde kein Ermessen.

Errichtung einer Behindertenzone – Antrag und Verfahren

Unter „Behindertenzone“ versteht man eine Halteverbotszone, die für das Abstellen von Fahrzeugen errichtet wird, deren BenützerInnen im Besitz eines Ausweises gemäß § 29b Straßenverkehrsordnung (StVO) sind. Die Anfrage um Prüfung kann von Privatpersonen, Firmen, Behörden und Institutionen für deren MitarbeiterInnen gestellt werden. Die Anträge sind bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft (bzw. Magistrat) einzubringen. Folgende Unterlagen sind dazu erforderlich:

Bei personenbezogenen Behindertenzonen im Bereich des Wohnsitzes:

  • Ausweis gemäß § 29b StVO
  • Nachweises des Wohnsitzes (Meldebestätigung)

Bei personenbezogenen Behindertenzonen im Bereich des Arbeitsplatzes:

  • Ausweis gemäß § 29b StVO
  • Nachweis des Arbeitsplatzes und der Arbeitszeiten (Dienstgeberbestätigung)

Wird eine Einschränkung auf ein Kennzeichen gewünscht zusätzlich:

  • Kopie des Zulassungsscheines für das gegenständliche Kraftfahrzeug

 Kosten des Verfahrens:

  • 14,30 Euro Bundesabgabe für die Anfrage um Prüfung
  • Zirka 43 Euro für Verhandlungsgebühren

Die Einschränkung einer Behindertenzone auf ein Kennzeichen ist nach Meinung des ÖZIV Burgenland jedenfalls dann zu gewähren, wenn das Kraftfahrzeug in der Nähe von Gebäuden, die häufig von behinderten Personen besucht werden, wie Ämter, bestimmte Krankenhäuser oder Ambulatorien, Sozialversicherungseinrichtungen und dergleichen oder auch in der Nähe von Fußgängerzonen abgestellt werden soll. Ohne die Zuordnung zu einem bestimmten Fahrzeug (Kennzeichen) wäre in diesen Fällen die angestrebte Sicherheit und Mobilität der Antragsteller keineswegs gewährleistet: Es können ja in allgemeinen Behindertenzonen all jene Verkehrsteilnehmer parken, die im Besitz eines Ausweises gemäß § 29b StVO sind.

ÖZIV Burgenland wird die Entwicklung auf diesem Gebiet aufmerksam verfolgen und seinen Mitgliedern jede notwendige und angemessene Unterstützung zuteil werden lassen.

„Sei froh, dass du dabei sein darfst!“ Jakob Schriefl

Gemeinsam mit meinem Bruder Tobias habe ich eine neue Sportart entdeckt. Neben dem Fußball sind wir jetzt auch begeisterte Fans der Vienna Capitals. Der Eis-Hockey-Verein ist in Kagran (22. Wiener Gemeindebezirk) angesiedelt. Die Spielstätte der „Caps“ ist die 7.000 Zuschauer fassende Albert-Schultz-Eishalle.

Da wir seit einiger Zeit jedes Spiel der Capitals verfolgt hatten, beschlossen wir, uns am 29. März ein Match der Halbfinal-Serie gegen den größten Rivalen, den EHC Liwest Black Wings Linz, anzusehen.

Nach einem ausgezeichneten 5-Gänge-Menü (meine Eltern feierten ihre Silberhochzeit) brachen wir also Richtung Wien auf. Wir trafen uns mit der Freundin meines Bruders und einigen Freunden im Donauplex, das sich nur etwa drei Gehminuten von der Albert-Schultz-Eishalle befindet.

Bei der pompösen Halle angekommen, wollten mein Bruder und ich noch unseren Bekannten durch den Haupteingang folgen, um uns gemeinsam etwas zu trinken zu holen, bevor wir uns durch einen Seiteneingang zu den Rollstuhlplätzen (später mehr) begeben würden. Für dieses besondere Derby wollten wir uns außerdem noch einige Fan-Artikel besorgen, um auch farblich auf unsere Mannschaft abgestimmt zu sein! Ich wartete also kurz vor dem Eingang, da Tobias zuerst noch sichergehen wollte, ob es mit dem Rollstuhl auch kein Problem geben würde. Als er die Lage ausgekundschaftet hatte, wandte er sich zur Sicherheit noch an einen Ticketkontrolleur, um zu fragen, ob es auch kein Problem wäre, wenn wir uns zuerst noch kurz im „normalen“ Zuschauerbereich aufhalten. Dieser Herr meinte, ich als Rollstuhlfahrer dürfe mich an diesem Tag nicht im „normalen“ Zuschauerbereich aufhalten, da die Halle ausverkauft sei und ich, durch den Platzmangel, eine Gefahr für die Zuseher bedeuten könne. „Das müssen Sie doch verstehen!“, entgegnete er meinem Bruder. Tobias verstand es natürlich nicht, sah aber auch ein, dass dieser Mann nach Vorschrift handelte, und es deshalb keinen Sinn ergeben würde, noch länger mit ihm zu streiten.

Zu zweit gingen wir also zu dem eigens aufgebauten Rollstuhlparterre, das in einer Ecke des Spielfelds, genau hinter der Bande, aufgebaut wurde. Da dies bereits das zweite Spiel war, das wir besuchten, wussten wir, was auf uns zukommen würde. Die Rampe für die Rollstuhlfahrer ist grob geschätzt 70 cm breit, ist genau vor den Auswärtsfans angesiedelt und bietet Platz für etwa vier Rollstühle. Als ich mich auf der Rampe platzieren wollte, mussten, aufgrund der Größe meines Rollstuhls, alle bereits positionierten Rollstühle wieder hinunter geschoben werden. Darunter war auch eine sehr nette ältere Dame (Achtung Sarkasmus!). Sie hatte den kleinsten und dadurch auch wendigsten Rollstuhl von uns allen. Es wäre kein Problem gewesen, wenn sie sich am weitesten innen platziert hätte und mir gleich bei der Auffahrt Platz gemacht hätte. Jedoch beharrte sie auf ihren Platz, ganz einfach, weil sie seit Jahren immer dort stehe. Naja, was soll man da machen?

Dies bedeutete nun aber, dass ich mich ein wenig querstellen musste und so hatten nur noch drei anstatt vier Rollstühle auf dem Parterre Platz.

Bei diesem Spiel waren jedoch alle Karten ausverkauft, und so auch die Rollstuhlplätze. Einige Minuten später kam ein Linzer Fan und musste auf einer Holzpalette (!) neben der Rollstuhlrampe positioniert werden. Dieser Herr war natürlich begeistert von dieser Lösung und hatte noch dazu das gesamte Spiel auf das mit Werbung beklebte Schutzglas genau in Augenhöhe. Auf die Frage, ob man die Werbepickerl nicht abnehmen könne, bekam er ein „Nein“ als Antwort. Es wäre bezahlte Werbung und dürfe nicht abgenommen werden.

Kurz vor der ersten Drittelpause begab sich mein Bruder noch einmal nach oben, in den „normalen“ Zuschauerbereich, um etwas zu trinken zu organisieren, da es bei uns unten keine Möglichkeit gab, etwas zu kaufen. Verärgert stellte er fest, dass es überhaupt kein Problem gewesen wäre, wenn wir, auch mit Rollstuhl, noch oben geblieben wären. Es wäre genügend Platz gewesen. Ich hätte also doch keine „Gefahr“ dargestellt!

Das Spiel endete 4 : 2 für die „Caps“ und war die aufregendste Eis-Hockey-Partie, die wir bis jetzt erleben durften. Obwohl mir, aufgrund der unangenehmen Sitzhaltung, die ich wegen des mangelnden Platzes einnehmen musste, die Beine und das Sitzfleisch ziemlich schmerzten, war es trotzdem ein erfolgreicher Eis-Hockey-Nachmittag.

Nichtsdestotrotz bleiben mir nach dieser Erfahrung einige Fragen im Kopf:

Wieso werden so unnötige Richtlinien geschaffen, durch die ein Ticketkontrolleur einem Rollstuhlfahrer den Eintritt verwehren muss?

Wieso entfernt man nicht einfach einen Sessel der obersten Reihe im „normalen“ Zuschauerbereich, um einen Rollstuhlplatz zu schaffen, sondern baut extra eine viel zu kleine Rampe für genau 4 Personen, die sich noch dazu direkt vor den Auswärtsfans befindet?

Wieso wird man in Österreich als Rollstuhlfahrer, bei beinahe jeder Veranstaltung und in beinahe jedem Stadion, nach dem Motto: „Sei froh, dass du überhaupt dabei sein darfst!“, behandelt?

Erfolgreich durchgesetzt

Pflegestufe 2 auf 4

Wenn Sie betreffend Pflegegeld Fragen oder Probleme haben, kommen Sie zum ÖZIV Burgenland. Wir nehmen dann die Grunddaten auf und schauen, ob die Einstufung korrekt ist. Sollte eine höhere Pflegestufe notwendig und gerechtfertigt sein, erarbeiten wir eine Strategie. Denn eine Erhöhung des Pflegegeldes ist oftmals schwierig. Vor allem, wenn ein Sachverständiger dagegen spricht. Der ÖZIV Burgenland setzt sich gemeinsam mit Rechtsexperten dafür ein, dass sie bekommen, was ihnen zusteht.

So geschehen bei Frau Anna K. Sie bezieht Pflegegeld der Stufe 2 und hat am 28. 3. 2014 eine Erhöhung beantragt, da sich ihr Gesundheitszustand leider verschlechtert hat. Die Erhöhung wurde von der PVA mit Bescheid vom 4. 6. 2014 abgelehnt.

Frau K. kontaktierte daraufhin den ÖZIV Burgenland. Gemeinsam hat man sich dazu entschieden, eine Klage beim Landesgericht Eisenstadt einzureichen. Am 12. 11. 2014 kam es zur Verhandlung, jedoch beharrte der gerichtlich zertifizierte Sachverständige auf sein Gutachten und verwehrte Frau K. eine höhere Pflegestufe. Trotz aller Bemühungen musste die Klage zu diesem Zeitpunkt zurückgezogen werden.

Mit einem neuen Befund stellte der ÖZIV Burgenland bereits am 1. 12. 2014 für Frau K. einen neuen Antrag auf Erhöhung des Pflegegeldes wegen Verschlechterung bei der PVA – einen sogenannten Verschlechterungsantrag vor Ablauf der Sperrfrist von einem Jahr. Es kam erneut zu einer Untersuchung durch einen Arzt der PVA, doch diesmal stellte sich eine Erhöhung des Pflegegeldes heraus. Frau Anna K. bezieht nun ein Pflegegeld der Stufe 4.

Aus der Ausgabe Dezember 2015

Vorwort des Präsidenten

Liebe Mitglieder, 

das Jahr 2016 bringt viele Neuerungen mit sich und - so hoffe ich - viele Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen. Denn wenn mit 1. Jänner das Bundesgleichstellungsgesetz in Kraft tritt, wird ein großer Schritt in Richtung Barrierefreiheit für alle gesetzt werden. Ab nächstem Jahr müssen alle öffentlichen Gebäude für alle Menschen problemlos zugänglich sein; es spielt keine Rolle ob mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gehstock. Der ÖZIV Burgenland wird dabei wieder in der ersten Reihe stehen, wenn es darum geht, die Rechte seiner Mitglieder zu vertreten. Wir werden ganz genau hinsehen aber auch mithelfen, dass Gebäude wirklich barrierefrei und nicht nur Alibi-Maßnahmen umgesetzt werden. 

Wir wollen aber nicht strafen, sondern motivieren. Deshalb haben wir das ÖZIV-Gütesiegel entwickelt, welches auf einen Blick zeigen soll, wie barrierefrei ein Gebäude tatsächlich ist. Die drei Schlüssel auf dem Gütesiegeln stehen je für die Bereiche Mobilitäts-, Seh- und Hörbehinderung. Nur wer alle drei Schlüssel vorweisen kann, ist auch wirklich barrierefrei - und damit ein Vorbild für andere.

Mit dem Jahreswechsel wollen wir aber auch zurückblicken. Der ÖZIV Burgenland hat 2015 viel erreicht. Wir haben uns für unsere Mitglieder eingesetzt und dafür gekämpft, dass sie zu ihrem Recht kommen. Außerdem haben wir die neue Initiative „Magic Moments“ gestartet, mit der wir Kinder aus ihrem Alltag herausholen und mit ganz besonderen Erlebnissen beglücken wollen. Als Partner der Aktion konnten wir bereits den Star-Winzer Leo Hillinger gewinnen, der sofort zustimmte, als er von der Idee hörte. Mit ihm gemeinsam wollen wir noch vielen Kindern ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch sowie alles Gute für das Jahr 2016.

Was heißt schon barrierefrei?

Mit 1.1.2016 müssen sämtliche öffentliche Gebäude barrierefrei sein. Doch zu oft gelten Objekte als barrierefrei. Damit es hier ein amtliches Erkennungsmerkmal gibt, hat der ÖZIV Burgenland ein eigenes Gütesiegel entwickelt.

Barrierefrei oder nicht? Zwar müssen mit 1.1.2016 alle öffentlichen Gebäude - laut Gesetz -barrierefrei sein; dass Barrierefreiheit allerdings nur allzu oft ein dehnbarer Begriff ist, haben wohl schon viele Betroffene am eigenen Leib erfahren müssen.

Aber erst einmal kurz zur Rechtsförmlichkeit: Mit dem neuen Jahr tritt das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz in vollem Umfang in Kraft. Das bedeutet, dass nach einer zehnjährigen (!!!) Übergangsfrist Gebäude, welche vor dem Jahr 2006 genehmigt wurden, barrierefrei sein müssen. Dies betrifft alle öffentlichen Gebäude sowie Unternehmen, die Waren, Dienstleistungen und Informationen der Öffentlichkeit anbieten. Gebäude, welche nach dem Jahr 2006 genehmigt wurden, müssen ohnehin barrierefrei sein.

Soweit zumindest die Theorie. Dass man im Burgenland, wie auch im restlichen Österreich, noch weit weg von dieser gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit ist, stellt keine Überraschung dar. Viel ärgerlicher ist aber meist ein vermeintlich „barrierefreies“ Objekt, welches von Menschen mit Behinderungen aber trotzdem nicht genutzt werden kann.

Beim ÖZIV Burgenland hat man sich nun der Problematik angenommen. Nicht nur, dass man Lobbying für echte Barrierefreiheit im Land betreibt, hat der ÖZIV Burgenland auch ein Gütesiegel entwickelt, durch welches die nutzbaren Gebäude von den anderen zu unterscheiden sind.

Das ÖZIV-Gütesiegel stellt den amtlichen Nachweis dar, dass ein Gebäude den strengen Vorgaben des Vereins entspricht. Das ÖZIV Gütesiegel ist somit nicht nur ein klar definiertes Gütesiegel für die Nutzbarkeit für Menschen mit Behinderungen; es trägt ebenfalls das burgenländische Landeswappen und ist somit klar zu erkennen.

Vergeben wird das Gütesiegel in den drei Bereichen Mobilitäts-, Seh- und Hörbehinderung. Je ein Schlüsselsymbol steht für einen Teilbereich. Erfüllt ein Gebäude alle Kriterien im Bereich der Hörbehinderung, jedoch die anderen Bereiche nicht, erhält es nur einen Schlüssel mit dem Hörsymbol.

Die höchste Stufe stellt jenes Siegel dar, welches über alle drei Schlüsselsymbole verfügt und somit die Nutzbarkeit in allen drei Bereichen attestiert. Nur jene Ämter, Behörden, Kammern sowie öffentliche Unternehmen, welche das Siegel mit allen drei Schlüsselsymbolen besitzen, gelten als umfassend nutzbar. Erkennbar sind solche Gebäude dann durch eine eigene Tafel des ÖZIV Burgenland, welche am Außenbereich angebracht wird. Sieht man diese Tafel, kann man sich sicher sein: Dieses Gebäude entspricht dem hohen Standard des ÖZIV Burgenland.

Das Gütesiegel soll dabei nicht nur Auszeichnung, sondern auch Motivation für Unternehmen sein, in ihren Objekten die Situation für Menschen mit Behinderung auszubauen und zu verbessern. Beantragen kann dieses Siegel selbstverständlich jeder. Dazu genügt ein formloses Schreiben an den ÖZIV Burgenland. Die Feststellung erfolgt dann durch den ÖZIV Burgenland selbst oder durch eine vom Verein anerkannte Stelle. Das ausgezeichnete Objekt darf die Plaketten infolge drei Jahre lang tragen.

Übrigens: Menschen mit Behinderung, welche ab 2016 durch Barrieren diskriminiert werden, können Schadenersatz geltend machen. Eine Schadenersatzklage ist allerdings erst zulässig, wenn zuvor ein Schlichtungsverfahren vor dem Sozialministeriumservice (früher Bundessozialamt) eingeleitet wurde und dieses keine gütliche Einigung gebracht hat.

Der einfachere Weg ist es natürlich ein Gebäude gleich barrierefrei zu gestalten und vom ÖZIV Burgenland abnehmen zu lassen.

Ergänzend dazu bietet der ÖZIV Burgenland sowohl Mitgliedern als auch Unternehmen weiterführende Informationen auf der Homepage: www.oeziv-burgenland.at

Michael Hoffmann: „Natürlich sage ich auch fernsehen“

Für viele ist er wohl ein Vorbild, den meisten spätestens seit Starmania ein Begriff: Michael Hoffmann ist ein Vollblutmusiker, wie er im Buche steht. Bereits mit drei Jahren hat er auf Töpfen Schlagzeug gespielt, mit sechs Jahren trat er mit seiner Band auf. Obwohl er von Geburt an blind ist, hat sich der sympathische Burgenländer nie unterkriegen lassen und seinen Traum vom Sängerdasein verwirklicht.

Herr Hoffmann, seit Starmania sind Sie zu einem österreichweit bekannten Musiker und Sänger aufgestiegen. Für viele Menschen, welche ebenfalls eine Behinderung haben, sind Sie ein Vorbild. Sehen Sie sich auch als solches?

Ich würde mich nicht als Star bezeichnen, auch in Hinblick auf Starmania nicht. Wir waren zwar im Fernsehen und bekannt, aber der Hype rund um die Show und auch um uns, war auch schnell wieder vorbei. Man ist schnell wieder ein normaler Mensch (lacht). Bewusst habe ich mich noch nie als Vorbild gesehen, vielleicht bin ich das für manche. Es würde mich jedoch schon ein wenig stolz machen, wenn ich anderen durch mein Tun Kraft und Mut gebe.

Sie sind von Geburt an blind. War das jemals ein Hindernis in Ihrer Karriere?

Nein, ich wüsste nicht was anders gewesen wäre, wenn ich sehen könnte. Ich habe nie Hindernisse gespürt. Vielleicht auch, weil es im Musikbereich nicht derart von Bedeutung ist. Natürlich kommen am Anfang Fragen, aber nur weil niemand ins Fettnäpfchen treten will. Letztlich geht es aber nicht um blind oder nicht, sondern um Zusammenarbeit, damit ein gutes Produkt herausgebracht werden kann.

Was für Fettnäpfchen sind das?

Naja, meist nur Kleinigkeiten, wo die Leute sich unsicher fühlen. Etwa ob man „Fernschauen“ sagen darf, weil ich den Fernseher ja gar nicht sehen kann. Oder sie sind verwundert, wenn ich sage: „Schon lange nicht mehr gesehen“. Die fragen mich dann: Kann man das so sagen? Aber natürlich sage ich auch fernsehen. Ich begegne solchen Dingen immer mit Humor, dann werden auch die Menschen lockerer.

Wie sollte man auf einen blinden Menschen zugehen, wenn man Angst hat, Fehler zu machen?

Nicht anders als auf jeden anderen. Das Beste ist, wenn man Fragen hat, diese auch zu stellen. So können Missverständnisse erst gar nicht entstehen. Man braucht da keine Scheu zu haben; es gibt keine dummen Fragen.

Fehlt es da in Österreich noch an Bewusstsein im Umgang mit Blinden?

Der Trend geht – Gottseidank - dahin, dass immer mehr in diese Richtung gearbeitet wird, auch was die Barrierefreiheit betrifft. Allerdings muss man auch sagen, dass die USA schon viel weiter sind als wir. Netflix beispielsweise bietet im englischen Originalton Audiodeskription an, in Österreich eigentlich unvorstellbar. Nur der ORF bietet das hier an, weil er muss. Aber die Privaten kommen nicht einmal auf die Idee.

Kommen wir zurück auf ihre künstlerische Karriere. Haben Sie Tipps für unsere Leser, wie man es - trotz Behinderung - soweit bringen kann?

Schwer zu sagen; Rezept gibt es keines. Man sollte wissen was man will und dann alles dran setzen, damit man es erreichen kann. In meinem Fall hieß das: Üben, üben, üben. Es gehört natürlich auch ein wenig Glück dazu. Aber wenn man schon etwas auf die Bühne mitbringt, etwas zu bieten hat, womit die anderen etwas anfangen können, dann kann man schon punkten. Und dann spielt auch die Behinderung keine Rolle mehr.

Der Jahreswechsel steht vor der Tür. Was sind Ihre Wünsche für 2016?

Privat wünsche ich mir, dass alles so gut weitergeht wie bisher und für meine Familie, dass sie alle gesund bleiben. Generell für 2016 gesprochen bin ich schon neugierig, wie sich das Gleichstellungsgesetz auf die Barrierefreiheit im Land auswirken wird.

Magic Moments

Kinder auf der Überholspur

Einen rasanten Tag durften Meron D., Lukas G. und Thomas D. am 18. Oktober - im Zuge unseres Projekts „Magic Moments – du bist nicht allein“ - erleben: Eine Fahrt mit dem Lösch- und Bergeboot der Feuerwehr. Dank der großartigen Unterstützung von Bürgermeister Mag. Gerold Stagl und der Stadtfeuerwehr Rust, wurde dieses einzigartige Erlebnis für die Kinder im Rollstuhl möglich. Zusammen mit einer Feuerwehrcrew, die für die Sicherheit sorgte und alle Fragen der Kinder beantwortete, brausten die jungen Matrosen (samt ihren Begleitern) mit 70km/h über den Neusiedler See. Die Begeisterung war allen ins Gesicht geschrieben. Der krönende Ausklang fand im Seerestaurant Katamaran statt. Ein großes Dankeschön an alle freiwilligen Helfer sowie an all jene, die diesen Tag ermöglicht haben.

Kurzurlaub im Burgenland - Eine Geschichte von Elisa

Auf Wunsch des Elternvereins "Leah" (Anmerkung: Verein für Eltern mit behinderten Kindern) hielt Hans-Jürgen Groß vor ein paar Monaten im Schloss Laubegg, im steirischen Leibnitz, einen Vortrag. Dort erhielten nicht nur meine Eltern Informationen, sondern hatte Herr Groß auch fantastische Geschenke für uns Kinder mit.

Ein Geschenk bekamen meine Familie und ich: die Einladung zur Kinderoper „Die Schneekönigin“ im Schloss Esterházy in Eisenstadt.

Da meine Schwester und ich noch nie im Burgenland waren, nutzten wir die Gelegenheit für einen Kurzurlaub am Neusiedlersee. Die Vorstellung „Die Schneekönigin“ besuchten wir gemeinsam mit Herrn Groß, dessen Lebensgefährtin und ihrer Tochter Lisa am Samstag, den 20. Juni um 10:00 Uhr. Wir wurden wie richtige Prinzessinnen im Haydnsaal empfangen! Wir genossen diese bezaubernde Aufführung. Besonders fasziniert haben mich der Gesang, das eindrucksvolle Orchester und natürlich die Schneekönigin.

Anschließend aßen wir gemeinsam zu Mittag. Für uns Kinder gab es natürlich gesunde Nuggets mit Pommes – ganz nach meinem Geschmack. Das Restaurant war nicht nur barrierefrei, sondern auch das Zuhause von zahlreichen süßen Zwergkaninchen. Danach fuhren wir auch noch nach Rust, wo wir uns nach einem Spaziergang direkt am Neusiedlersee noch ein riesiges Eis gönnten. Während sich meine Eltern gut unterhielten, hatten wir Kinder Zeit, die Gegend zu erkunden. Nach einem aufregenden und zugleich sehr entspannten Tag, machten wir uns am Abend wieder auf den Weg in die Steiermark.

DANKE für diesen supertollen Tag! Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Elisa mit Anna-Lena, Martina & Thomas

Familie Kalcher

Zu Besuch bei Sissi

Am Samstag, den 18. Juli 2015, war es endlich soweit: Luisas vorgezogene Geburtstagsfeier im Sissi-Museum in der Wiener Hofburg - die gesamte Familie und Freundinnen waren dabei! Nachdem wir in Wien ankamen, gingen wir noch gemütlich Mittagessen und ließen die besondere Wiener Umgebung auf uns wirken.   Danach gingen wir zur Hofburg. Dort erwartete uns bereits unsere Führerin Marie Theresa. Sie war sehr freundlich, hilfsbereit und kompetent. Marie Theresa brachte uns in das Ankleidezimmer. Dort suchten sich die Mädchen ein schönes Sissi-Kleid aus; Luisa war unsere Kaiserin und der einzige Bursch in unserer Mitte wurde zum Kaiser.

Weiter ging es zum Thronsaal. Am Thronsaal saßen Kaiserin Luisa und Kaiser Fabian. Alle Gäste mussten zur Audienz und Marie Theresa zeigte allen, wie man sich vor dem Kaiserpaar benimmt und einen Knicks macht.

In geselliger Runde erzählte sie uns von Sissi und ihrer damaligen Situation. Es war für alle sehr spannend und interessant. Während der Führung erzählte und zeigte Marie Theresa uns die Räume und Dinge aus dem Leben der Kaiserin Sissi und Kaiser Franz Josef. Am Ende wurden wir in einen Raum geführt, wo bereits ein gedeckter Tisch auf uns wartete. Wir saßen beisammen, bekamen eine kleine Jause und konnten Marie Theresa noch Fragen stellen.

  Am Ende wurde Luisa noch mit einem Geburtstagsgeschenk überrascht. Natürlich halfen alle mit, dieses Geschenk sofort auszupacken. Darin befand sich ein Memory der Königskinder Maria Theresias. Unsere Sissi-Führerin begleitete uns noch aus der Hofburg und verabschiedete sich mit einem Lächeln und wünschte uns eine gute Heimreise.   Für uns alle war es ein toller, erlebnisreicher und schöner Tag. Dieser wird uns lange in Erinnerung bleiben.

 Wir alle, besonders ich, möchte mich von ganzem Herzen bei Ihnen für diesen tollen Tag bedanken.

Judith Estelberger

§ 29b - Geplante Änderungen

GleichSicht hat in seiner letzten Ausgabe einen ausführlichen Bericht im Zusammenhang mit Ausweisen nach § 29b StVO gebracht.

Eine nunmehr vorliegende Regierungsvorlage zur 27. Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist Grund genug, neuerlich einen kritischen Blick auf die zu erwartenden Bestimmungen zu werfen. Eines vorweg: Die in der geplanten Novelle vorgesehenen Maßnahmen dienen allesamt Erleichterungen und Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen. Die Gesetzesvorhaben umfassen hauptsächlich die Schaffung der Möglichkeit, Inhabern von § 29b-Ausweisen das Befahren von Fußgängerzonen zu gestatten. Weiters sollen für Ausweisinhaber die bestehenden Ausnahmen von Halte- und Parkverboten unabhängig davon gelten, wie sie kundgemacht sind.

Mit der geplanten Gesetzesänderung soll behinderten Menschen die Möglichkeit geboten werden, Ärztezentren, Ambulatorien, Sozialversicherungseinrichtungen und dergleichen, durch das Befahren von Fußgängerzonen, leichter zu erreichen. Bisher war es erlaubt, in Fußgängerzonen während den Zeiten, in denen eine Ladetätigkeit zulässig war, zu parken. Durch die Novelle der diesbezüglichen Bestimmung in der StVO (§ 76a) kann die Behörde nunmehr durch Verordnung festlegen, zu welchen Zeiten das Befahren von Fußgängerzonen gestattet ist, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Kundmachung darüber, hat wie bisher, jeweils bei der Einfahrt in die Fußgängerzone zu erfolgen. Bleibt nur zu hoffen, dass dies so deutlich erfolgen wird, dass etwaige Unklarheiten und Unsicherheiten erst gar nicht entstehen können.

Die Änderungen, betreffend Halte- und Parkverbote für Inhaber von Ausweisen gemäß § 29b, beziehen sich lediglich auf die Art der Kundmachung; inhaltlich bleiben sie gleich. Die Berechtigung bezieht sich auf Straßenstellen, für die das Straßenverkehrszeichen “Halten und Parken verboten” oder eine nicht unterbrochene, am Fahrbahnrand angebrachte gelbe Linie, vorhanden ist.

Des Weiteren wird mit der geplanten Novelle des § 24 StVO (Halten und Parken) zugunsten sehbehinderter und blinder Menschen entschieden. Das Halten und Parken ist nunmehr vor Rampen zur barrierefreien Erschließung von Verkehrsflächen verboten oder wenn Leiteinrichtungen für Menschen mit Sehbehinderung nicht  bestimmungsgemäß genutzt werden können. Wir kennen alle die Probleme, die sich für sehbehinderte und/oder blinde Menschen ergeben, wenn Leiteinrichtungen durch Gegenstände blockiert oder durch parkende Fahrzeuge verstellt sind. Ab sofort hat die Behörde die Möglichkeit, Hindernisse (Fahrzeuge) kostenpflichtig zu entfernen (Abschleppung).

Mit dieser Gesetzesnovelle werden Erleichterungen für behinderte Menschen geschaffen. Bleibt nur zu hoffen, dass jene Einrichtungen, die leichter zu erreichen sein sollen, auch barrierefrei zugänglich sind. Arztpraxen, die nicht barrierefrei sind, können noch so gut erreichbar sein, ohne die Barrierefreiheit werden sie für behinderte Menschen weiterhin unbenutzbar bleiben!

ACHTUNG Alle Ausweise, die vor dem Jahr 2001 ausgestellt wurden, verlieren mit 31.12.2015 ihre Gültigkeit!!!!

"Kleine Hürden, große Schwierigkeiten" Jakob Schriefl

In den letzten Wochen widmete ich mich neben der Schule und meinen Hobbies (zu denen ich auch die Arbeit beim ÖZIV zähle), auch vermehrt einer anderen Sache: Einer meiner besten Freunde und ich beschlossen ein Benefiz-Fußballturnier zu Gunsten einer Organisation abzuhalten, welche sich – vor allem in der letzten Zeit – um das Wohl zahlreicher Flüchtlinge sorgte. Dieses Vorhaben wurde schlussendlich am 14. November in die Tat umgesetzt.

Ich möchte heute aber nicht über diesen Event, sondern über die Schwierigkeiten in der Organisation berichten, die zu einem großen Teil auf die mangelnde Barrierefreiheit Eisenstadts zurückzuführen sind.

Auf Grund der günstigen Lage und weil die Veranstaltung zu Gunsten einer Eisenstädter Organisation veranstaltet wurde, entschieden wir uns bei der Ausführung für das Eisenstädter Allsportzentrum.

Die Halle ist meiner Meinung nach einer der „unbarrierefreisten“ Orte im gesamten Burgenland. Um zum Spielfeld zu gelangen, muss ein Rollstuhlfahrer einen separaten Eingang benutzen, durch das gesamte Gebäude fahren, nur um durch eine Vielzahl zu enger Türen über einen äußeren Weg in die zweite Halle zu gelangen. Zu Fuß = 1 Minute. Mit dem Rollstuhl = geschätzte 15 Minuten (sofern der Hallenwart vorher verständigt wurde).

Der Zuschauerbereich ist mit einem Rollstuhl (alleine) unerreichbar. Um dorthin zu gelangen, musste ich unter höchster Anstrengung, Stufe für Stufe, ungefähr 25 Mal, von 2 bis 3 Personen nach oben gezogen werden. Das Ganze in meinem Zweitrollstuhl, da mein bevorzugtes Gefährt leider zu schwer für diese Prozedur ist.

Sie können sich bestimmt denken, welche persönlichen Probleme ich damit hatte, als Jugendvertreter des ÖZIV Burgenland, eine dermaßen NICHT behindertengerechte Veranstaltung zu organisieren. Doch wenn man nicht zuhause sitzen will und selbst aktiv mitwirken möchte, ist man als Mensch mit Behinderung, selbst im Jahr 2015, anscheinend leider noch immer darauf angewiesen, manche unüberwindbaren Hürden in Kauf zu nehmen. Doch das will ich nicht mehr!

Ein weiterer Punkt, der mich sehr verärgert und ja auch ein wenig bestürzte, waren die Probleme beim Beschaffen von Sponsoren. Mein Mitveranstalter, Clemens und ich, hatten vereinbart, gemeinsam durch die Fußgängerzone in Eisenstadt zu spazieren und so viele Sponsoren wie möglich aufzutreiben. Leider ist die Fußgängerzone Eisenstadt ebenfalls alles andere als barrierefrei. Mein Kollege musste in 80 % der Geschäfte alleine gehen, da jene nicht mit einem Rollstuhl zugänglich sind. Clemens ging also in die Geschäfte, während ich vor der Türe wartete. Ich kam mir ganz einfach, im wahrsten Sinne des Wortes, ausgeschlossen vor. Es sollte eine gemeinsame Aktion zwischen Freunden werden, doch leider wurde ich meistens bereits beim Eingang eines Geschäfts daran gehindert, an dieser Aktion teilzunehmen. Ja, das in einer Landeshauptstadt!

Es ist schade, immer und immer wieder durch kleine Hürden gebremst zu werden, die einem „normalen Menschen“ überhaupt nicht auffallen würden. Eine einzige Stufe hier, ein zu steiler Randstein da. Es liegt an uns, diese Missstände aufzuzeigen und dafür zu sorgen, nicht übersehen oder absichtlich vergessen zu werden! Es ist an der Zeit, gemeinsam dafür zu sorgen, an JEDEM Aspekt des Lebens teilnehmen zu können!

 

Bei etwaigen Fragen bzw. Anregungen zu diesem Thema, können Sie sicher unter schriefl.jakob@gmail.com melden.

Das "Cafe Mobil" startet 2016

"Cafe Mobil" – der Treffpunkt für ÖZIV- Mitglieder, Freunde und alle, die es noch werden wollen.

Jeweils am ersten Mittwoch im Monat, im Anschluss an den Beratungstermin in Oberwart (in den Räumen der OSG), wird es ab 15 Uhr im Lokal "SPIEGEL" (Bad Tatzmannsdorf) das "Cafe Mobil" geben.

Der "Spiegel" ist seit 1973 eine weit über Bad Tatzmannsdorf hinaus bekannte Institution. Sandra Spiegel und ihr Bruder Edgar führen dieses Haus mit großer Umsicht und Liebe. Neben ihrem Restaurant, in dem wunderbare regionale Küche angeboten wird, bildet vor allem die Pralinenmanufaktur des Hauses den absoluten Mittelpunkt. Vielfach prämiert und ausgezeichnet, wird eine große Vielfalt exquisiter Pralinen von Hand erzeugt. Ein wahrer Genuss!

Dank eines Umbaus des Hauses in den Jahren 2004 und 2005 zu einem barrierefreien Betrieb, ist es problemlos möglich, jeweils am Tag der offenen Tür (3. Maiwochenende) sowie gegen individuelle Voranmeldung, die Pralinenmanufaktur zu besichtigen: Probeverkostung inklusive!

Das "Cafe Mobil" wird die Gelegenheit zum näheren Kennenlernen, sowie zum Gedankenaustausch und gegebenenfalls Einholung von Informationen und Tipps bieten.

Des Weiteren ist daran gedacht, mit der Kurbad AG Bad Tatzmannsdorf insofern eine Kooperation einzugehen, als Kurgästen die Möglichkeit geboten werden soll, diesen Cafe-Stammtisch zu besuchen und zum Kennenlernen des ÖZIV Burgenland zu nutzen.

Wegen der Weihnachtsfeiertage wird der erste "Cafe Mobil" Termin am 13. Jänner 2016 um 15 Uhr stattfinden.

Hotel Pension Spiegel

Tatzmannsdorfer Str. 55

7431 Bad Tatzmannsdorf

http://www.hotelspiegel.at/

Bezirksleitungen

Michael Streit – Bezirksleitung NORD

Anfang 2016 werde ich 36 Jahre jung. Eine seltene, jedoch äußerst schwere Form der Muskeldystrophie (geerbt) zwang mich Mitte 2011 in die Invaliditätspension. Seit längerer Zeit bin auch auf den Rollstuhl angewiesen. Mehr Informationen über meine Person findet man auch unter www.michael-streit.at

Ich helfe sehr gerne anderen Leuten. Der ÖZIV Burgenland hat mir die Chance gegeben, neue Menschen kennenzulernen und in einem wirklich tollen Team mitwirken zu dürfen. Ich sehe meine Aufgabe im Rahmen des Vereins keinesfalls als Arbeit, sondern als Vergnügen.

Manfred Seifert – Bezirksleitung MITTE

Der langjährige Sachwalter und Regionalsozialpolitiker ist nun mit vollem Einsatz für die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen im Bezirk Oberpullendorf tätig. Seine Anliegen: Barrierefreiheit in den Ortschaften und die 24-Stunden-Pflege für Personen, die in ihrer gewohnten Umgebung ihren Lebensabend verbringen wollen. Seine Stellvertreterin ist Frau Ingeborg Pammer-Freyler.

Dr. Erwin Würrer – Bezirksleitung SÜD

Der bekannte Jurist Dr. Erwin Würrer, der schon lange aktiv beim ÖZIV Burgenland tätig ist, übernimmt die Bezirksleitung Süd. Sein Stellvertreter ist der Leiter der Sektion „Sport“, Heribert Petermann.

Maria Gendo - Spendenbeauftragte

Die Spendenbeauftragte Maria Gendo will dabei helfen, dass Menschen mit Behinderungen dieselben Möglichkeiten Angebote in unserer Gesellschaft bekommen und auch nutzen können, wie all jene, die von keiner Behinderung betroffen sind. Ihr Engagement kennt keine Grenzen; ihre Motivation ist ansteckend und ihre Hilfe ein Geschenk für uns!

Sektion Sport

Heribert Petermann, Leiter der neuen Sektion:

Seit meinem Unfall (April 2013) bin ich auf den Rollstuhl angewiesen. Zu Beginn jener schweren Zeit war es der Sport, der mich motiviert hat, wieder positiv zu denken. Auch wenn ich seit knapp drei Jahren nur mittels Rollstuhl mobil bin, habe ich viele Möglichkeiten gefunden, diverse Sportarten auszuüben.

Ich zögerte keine Sekunde, als ich vom Präsidenten des ÖZIV Burgenland, Hans-Jürgen Groß, gefragt wurde, ob ich die neue Sektion "Sport" übernehmen möchte. Sport war und ist ein zentrales Element in meinem Leben. Ich habe derart viel Freude und Spaß an sportlichen Aktivitäten, dass ich der Meinung bin, auch andere Menschen überzeugen zu können, wieder sportlich aktiv zu sein. Oder ihnen dabei zu helfen, die passende Sportart für sich zu finden.

Der ÖZIV Burgenland bietet mir mit der Sektion "Sport" eine Plattform, die alle Menschen mit Behinderungen nutzen können. Ich bin mir sicher, dass es mir gelingt, viele Personen zu überzeugen, dass Sport und Bewegung Freude machen, sowie den Körper und den Geist stärken.

Es ist mir wichtig, dass ich Informationen weitergeben kann, welche Sportarten möglich sind und auch, welche Ausrüstungen dafür benötigt werden.

Sportinteressierte melden sich im Büro des ÖZIV Burgenland unter 02682/930 80 400 oder per Mail unter office@oeziv-burgenland.at

Sektion Kinder und Jugendliche

Während andere Vereine das Problem haben, keine neuen Mitglieder zu bekommen, hat der ÖZIV Burgenland bereits so viele unterschiedliche Persönlichkeiten, dass der Verein in Sektionen unterteilt werden muss. Mit der neuen Sektion „Kinder und Jugendliche“ schenkt der ÖZIV Burgenland den jungen Mitgliedern noch mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung. Der Vorteil einer Sektion "Kinder und Jugendliche" besteht darin, dass hier gezielt - durch den Sektionsleiter Jakob Schriefl - auf die Bedürfnisse und Wünsche der jungen Mitglieder eingegangen werden kann. In anderen Vereinen sind Kinder und Jugendliche ein Teil der Masse; beim ÖZIV Burgenland achtet man jedoch auf die unterschiedlichen Vorstellungen und Ideen der Jungen. Gemeinsam mit Präsident Hans-Jürgen Groß, hat Jakob Schriefl, in seiner Funktion als Sektionsleiter, bereits einen Termin bei Landesrätin Mag. Astrid Eisenkopf wahrgenommen.

Mit einem eigenen Maskottchen soll für die Kinder und Jugendlichen ein noch größeres Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen werden. Das Äffchen „Rollino“, das als Stofftier für lange Kuschelstunden und Ausflüge perfekt geeignet ist, kann auch käuflich erworben werden! Die Auskunft erhält man, wie gewohnt, im Büro des ÖZIV Burgenland!

JUS ÖZIV News

Zwei Fälle, eine Zielrichtung: Ausgehend von den beiden nachstehend kurz geschilderten Fällen, möchten wir eine Änderung der burgenländischen Sozialhilfegesetzgebung erreichen. Einerseits soll die soziale Treffsicherheit erhöht werden, andererseits sollen die Rechtsvorschriften gerechter und verfassungskonform werden. Zu den Fällen:

Fall eins: Unser Mitglied Rudolf S. – Pensionist – beantragte unter Berufung auf das burgenländische Sozialhilfegesetz einen Zuschuss zur Anschaffung eines Hörgerätes. Dieser Antrag wurde postwendend abgewiesen. In weiterer Folge wurde der Fall von uns bis zum Landesverwaltungsgericht gebracht und von diesem ebenfalls abgelehnt. Dies mit der Begründung, Herr S. gehöre als Pensionist nicht mehr zum Kreis der begünstigten Behinderten; in einer Schul- oder Berufsausbildung befinde er sich ebenfalls nicht.

Diese einschränkenden Anspruchsvoraussetzungen hält der ÖZIV Burgenland für eine krasse Ungleichbehandlung gegenüber Menschen, die noch im Erwerbsleben stehen, weswegen mit Hilfe der Rechtsanwaltskanzlei Dax & Partner die Klage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht wurde.

Ein Ergebnis steht noch aus.

Fall zwei: Meron D. bezieht Pflegegeld der Stufe 2 und besucht eine reguläre, öffentliche Volksschule im Burgenland. Wegen ihrer Behinderung wurde die Beistellung einer Betreuungsperson im Unterricht genehmigt. Im Gegenzug wird die Familie verpflichtet, jeweils 10 % des Pflegegeldes bei Halbtagsunterricht, sowie 20 % bei Ganztagsunterricht, als Eigenleistung zu erbringen. Es ist unschwer zu erkennen, dass die Vorschreibung pauschalierter Prozentsätze bei annähernd gleicher Betreuungsleistung, aber durchaus unterschiedlichen Pflegegeldstufen, eine krasse Ungleichbehandlung darstellt. Darüber hinaus halten wir die behördliche Vorgangsweise für diskriminierend, zumal bei anderen sonderpädagogischen Schulmaßnahmen, die keine behinderten Kinder treffen, keine Kostenbelastung der Eltern anfällt.

Ein Rechtsmittel gegen den vorschreibenden Bescheid wurde durch uns bereits eingebracht. Es muss wieder mit einer abschlägigen Entscheidung des letztlich zuständigen Landesverwaltungsgerichtes gerechnet werden. Auch hier wird mit Hilfe der Kanzlei Dax & Partner der Gang zum Verfassungsgerichtshof beschritten werden.

Exemplarisch beide Fälle, der Weg mühsam und langwierig! Wir hoffen, dass es gelingt, ausgehend von den Einzelfällen, eine generelle Verbesserung für behinderte Menschen im Burgenland zu erreichen.

Kooperationen

Promiwinzer Leo Hillinger und ÖZIV Burgenland Präsident Hans-Jürgen Groß werden sich in Zukunft gemeinsam für Kinder mit Behinderungen stark machen. Dazu hat das Weingut Hillinger eine Weinkreation namens „HILL Help“ geschaffen. Pro verkaufter Flasche geht 1 Euro an das ÖZIV Burgenland-Kinderprojekt „Magic Moments“.

 

Im Zuge der Kooperation mit der "Wiener Städtischen Versicherung" und dem ÖZIV Burgenland, werden Projekte für Menschen mit Behinderungen, schwerstbehinderte Kinder und der Behindertensport unterstützt. "Ich danke dem Landesdirektor und Bürgermeister der Freistadt Rust Mag. Gerold Stagl für die  Zusammenarbeit. Schon der Fall der Liftanlage des Seerestaurants Katamaran in Rust hat uns näher zusammengebracht", so Präsident Hans-Jürgen Groß.

 

In Kooperation mit der „Raiffeisenbankengruppe Burgenland“ hat der ÖZIV Burgenland erstmals das Medium „Plakat“ für seine Zwecke genutzt. Um Spenden für „ Magic Moments“ für Kinder mit Behinderungen zu akquirieren, hat der ÖZIV Burgenland eine Plakatserie produziert und die Raiffeisenbank hierfür ein Spendenkonto, IBAN: AT95 3300 0001 0091 6635, BIC: RLBBAT2E, eröffnet und in allen Filialen Zahlscheine aufgelegt.

Aus der Ausgabe Mai 2016

Vorwort des Präsidenten

Liebe Mitglieder des ÖZIV Burgenland,

Liebe Leserinnen und Leser,

 

es war mir seit Beginn meiner Tätigkeit beim ÖZIV Burgenland ein Anliegen, Menschen mit Behinderungen auf dem Weg „Zurück“ zu begleiten. Und „WIR“ alle wissen, es ist verdammt hart, wenn sich alles ändert. Jemand ohne Behinderung kann sich kaum vorstellen, was in einem vorgeht, wenn alles anders wird. Man braucht nur einen Blick in die Augen der Angehörigen werfen, um zu verstehen wie es wohl dem eigentlichen „Betroffenen“ geht. Gute Ratschläge, aufmunternde Worte oder Schulterklopfen hilft nur sehr wenig wenn du die Perspektive verlierst.

 

Wir sind keine Wunderheiler, aber wir sind da, an eurer Seite um auf dem Weg „Zurück“ die Richtung zu zeigen. Wir helfen durch den Behörden- und Antragsdschungel, kümmern uns um notwendige Hilfsmittel und helfen damit Ihr eure rechtlichen Ansprüche bekommt. Ich denke besonders mein Team mit Tamara Tometich und Sabine Wassicek im Norden und Dr. Erwin Würrer im Süden leisten hier großartige Arbeit.

Ein Weg zurück ins Leben braucht jedoch mehr als nur Rahmenbedingungen um zu „überleben“. Spaß, Mobilität, Kultur und Sport sind wesentliche Eckpunkte eines „guten Lebens“. Lachen mit Freunden, gemeinsame Treffen, zusammen „schwitzen“ oder einfach nur einkaufen zu können, wann immer man selbst möchte, sind alles andere als Selbstverständlichkeiten wenn man eine Behinderung hat.

Unter dem neuen Motto „Zurück ins Leben“ startet der ÖZIV Burgenland in eine neue Ära. Eine neue Homepage unter www.oeziv-burgenland.at zeigt euch Angebote rund um Ausflüge, Sport und Freizeit. Von spezielle Sport und Kinderangeboten bis hin zu Therapiereiten ist alles möglich. Damit wir die richtigen Angebote für euch alle finden können, bitte ich euch um Teilnahme an unseren Mitgliederbefragungen. Natürlich stehen unsere Kulturevents Mörbisch und Kobersdorf in gewohnter Qualität zur Verfügung und wurden mit dem Liszt Festival in Raiding erweitert. Ein Highlight im Programm ist der ÖZIV Burgenland Fahrtendienst, der unseren Mitgliedern mit und ohne Rollstuhl neue Mobilität verleihen wird, damit niemand mehr zu Hause bleiben muss.

„Gemeinsam statt Einsam“

Wir sehen uns bei den Veranstaltungen.

Euer

Hans-Jürgen Groß

ÖZIV Burgenland: Die „Zurück ins Leben“-Kampagne geht an den Start

„Zurück ins Leben“ heißt nicht nur der neue ÖZIV Burgenland-Song, komponiert von Michael Hoffmann, sondern auch die neue Kampagne. Neben einem eigenen Lied, wurden auch ein eigenes Logo, eine neue Homepage und ein Transporter angeschafft. Mit „Zurück ins Leben“ setzt der ÖZIV Burgenland seinen Erfolgsweg fort und erweitert abermals das Angebot für seine Mitglieder.

 

Unser Transporter

 

Der ÖZIV Burgenland hat einen Rollstuhltransporter angekauft. Das Fahrzeug bietet Platz für vier Elektrorollstühle und dient nicht nur der E-Rollstuhl-Fußballmannschaft, sondern steht auch den Mitgliedern zur Verfügung. Ganz egal, ob der ÖZIV Burgenland Ausflüge organisiert, zu den Seefestspielen Mörbisch lädt oder auch seine traditionelle Weihnachtsfeier veranstaltet - mit dem Transporter kommen die Mitglieder „zurück ins Leben“. Auch für die Sektion „Para Sport“ wird er großen Nutzen bringen. Ob Training oder Wettkämpfe – Wir kommen!

„Mit 2. Mai startet unser Dienst. Unser Transporter ist vielseitig einsatzbar. Wir können jetzt unsere Mitglieder nach Mörbisch oder Kobersdorf bringen oder auch beim Einkaufen unterstützen“, so Präsident Groß.

Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf 0,50 Cent/Kilometer. Möchte man den Transporter für den Einkauf nutzen, werden für 30 Minuten 15 Euro verrechnet.

Unter der Nummer   kann der Transporter gebucht werden.

 

Unsere neue Homepage

 

Doch neben dem Transporter geht auch die neue Homepage des ÖZIV Burgenland online. Unter www.oeziv-burgenland.at wurde eine neue barrierefreie Seite geschaffen, die zum Verweilen einlädt. Auf unserer neuen Homepage findet man nicht Informationen über den Vorstand, sondern auch über die langjährige Geschichte des Verbandes, Medienberichte über die Tätigkeiten des ÖZIV Burgenland und auch Informationen, welcher Sponsoren uns tatkräftig zur Seite stehen, damit wir so manche Leistung überhaupt anbieten können.

 

Der neue Song

 

Abgerundet wird die Kampagne durch Michael Hoffmanns Lied „Zurück ins Leben“. Der ohrwurmverdächtige Song kann als „ÖZIV Burgenland-Hymne“ verstanden werden. „Zurück ins Leben“ ist nicht nur ein Lied, sondern auch der Start einer umfassenden organisatorischen sowie angebotstechnischen Veränderung des ÖZIV Burgenland.

 

Kindergruppe

 

Mit dem Ankauf des Rollstuhltransporters stehen nun viel mehr Wege offen und wir wollen den Kindern und Jugendlichen unter unseren Mitgliedern ebenfalls neue tolle Angebote zuteilwerden lassen. Zusammen mit der Leiterin der neuen „Sport und Freizeitangebote für behinderte Kinder“, Regina Dallos starten wir eine große Umfrage nach den Interessen der Kinder. Ende Mai wird bei einem Treffen der Bedarf erhoben und ein abgestimmtes Angebot erstellt. Nur so viel – es wird für jeden etwas dabei sein – ob Ausflüge, Therapie mit Pferden oder Teilnahme an einer Bewegungsgruppe, die Möglichkeiten sind groß!

Würrer und Stagl kommen - Kovacs geht

Im Rahmen der letzten Sitzung hat Eisenstadts Vizebürgermeister LAbg. Günter Kovacs dem Verband mitgeteilt, auf Grund von Zeitnot seine Funktion niederzulegen.

Das Team des ÖZIV Burgenland bedankt sich für seine Tätigkeit als stellvertretender Präsident und wünscht ihm für seinen weiteren Weg alles erdenklich Gute.

 

Dr. Erwin Würrer wurde vom Vorstand als nachfolgender Vizepräsident bestimmt. Dr. Würrer ist seit geraumer Zeit Teil des Teams und war auch Initiator des „Café Mobil“ in Bad Tatzmannsdorf. Auf Grund der Tatsache, dass Dr. Würrer im Süden daheim ist, kann somit das burgenländische „Nord-Süd“-Gefälle perfekt ausgeglichen werden.

 

Da Dr. Würrer bislang Vorsitzender des Schiedsgerichts war, kommt es auch hier zu einem Wechsel. Auf Vorschlag des Vorstandes wird Mag. Christian Dax bei der nächsten Generalversammlung diese Funktion übernehmen.

 

Bürgermeister und Landesdirektor der Wr. Städtischen, Mag. Gerold Stagl, wird nun ebenfalls Teil des ÖZIV Burgenland. Mag. Stagl wurde in den Vorstand für die Bereiche „Versicherungen und Gemeinden“ geholt. Das Ziel: Versicherungsverträge für behinderte Menschen zu schaffen. Immer wieder werden unterschiedliche Behinderungsarten im Vorfeld derart stark gewichtet, dass die Betroffenen erst gar keine Möglichkeit haben, eine private Versicherung abzuschließen. Dies wollen wir in Angriff nehmen und unsere Mitgliedsangebote ausbauen. Als Bürgermeister von Rust gibt es auch eine besondere Verbindung mit dem ÖZIV Burgenland, was weiter erfolgreich ausgebaut werden soll.

Dagmar Schellenberger im Interview

Dagmar Schellenberger wurde am 8. Juni 1958 in Oschatz/Deutschland geboren. Die

deutsche Opern-, Operetten-, Musical- und Lied- sowie Konzertsängerin, ist seit dem Jahr 2012 Intendantin der Seefestspiele Mörbisch. Sie folgte Harald Serafin.

1987 wurde Dagmar Schellenberger mit dem Kunstpreis ausgezeichnet und sang auf allen internationalen Musikbühnen, u.a. Dresden, Zürich, New York, Mailand,

Jerusalem, Paris oder Rom.

Wir haben Dagmar Schellenberger um ein Interview gebeten und dabei auch herausgefunden, wem die gebürtige Deutsche die Daumen drückt, wenn Österreich auf Deutschland bei der EM 2016 treffen sollte.

 

Gleichsicht:

2016 steht „Viktoria und ihr Husar“ auf dem Programm. Was erwartet das diesjährige Publikum?

 

Dagmar Schellenberger:

Eine mit Evergreens gespickte Revue-Operette, viele fulminante Tanzszenen, opulente Kostüme, Humor vom Feinsten, Tiefgang und tolle Künstler, die in vier großen Bildern von Sibirien über Japan und St. Petersburg - bis zurück nach Dorozma - spannende Liebesgeschichten erzählen.

 

Gleichsicht:

Es ist bereits Ihre vierte Produktion. Kann man schon von Routine sprechen oder sind die

Seefestspiele noch Neuland?

 

Dagmar Schellenberger:

Weder noch! Routine wird es nie so wirklich, Neuland ist es aber auch keines mehr - war es aber auch vorher nicht. Ich liebe die Herausforderung von professioneller Arbeit und inspirierender Spontanität.

 

Gleichsicht:

Wie lange dauert der Prozess? Wer entscheidet, welches Stück aufgeführt wird, wie lange

dauert der Bau der Kulisse und wie lange die Proben? Wie viele Menschen wirken tatsächlich

an den Seefestspielen mit?

 

Dagmar Schellenberger:

Alles, was in den künstlerischen Bereich fällt, unterliegt meiner Entscheidung, so auch die Stückwahl, die Künstler und das „leading team“. Unser Bühnenbild wird nach langer Vorbereitung im Herbst ausgeschrieben und die Firma, die den Zuschlag erhält, fängt unverzüglich mit dem Bau an. Auf der Seebühne wird bereits nach Ostern mit dem Aufbau begonnen. Ende Mai beginnen in Mörbisch die szenischen und musikalischen Proben. Im Sommer beschäftigen wir über 600 Mitarbeiter. Ich plane jetzt bereits die Produktionen 2018 bis 2020.

 

Gleichsicht:

Sind Sie 365 Tage im Jahr als Intendantin beschäftigt oder haben Sie mehrere berufliche

Herausforderungen, die Sie meistern müssen?

 

Dagmar Schellenberger:

Ich wusste bei meiner Bewerbung als Intendantin, dass das ein Job ist, der mich jeden Tag des Jahres fordern wird. Ich habe meine Professur in Berlin niedergelegt und meine Karriere als Sängerin sehr reduziert, singe aber immer wieder auf den verschiedensten Bühnen, vor allem Konzerte. Aber mein kompletter Focus ist auf meine Tätigkeit für die Seefestspiele Mörbisch gerichtet. Ich bin glücklich, diese Vielfalt des Intendantenjobs zu leben.

 

 

Gleichsicht:

Seit dem 1. Jänner 2016 muss Österreich barrierefrei sein. Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

 

Dagmar Schellenberger:

Ich registriere sehr erfreut (auch in Deutschland), dass sich vielerorts den Bedürfnissen – so auch der Barrierefreiheit - mit viel Engagement gestellt wird. Generell sollte jeder barrierefreien Zugang zu den wichtigen Dingen des Lebens haben. Wo ein Wille ist, findet sich auch meist ein Weg, auch wenn dieser manchmal in einen Kompromiss mündet. Das Miteinander zählt und dafür braucht es permanente Überzeugungsarbeit und motivierte Mitstreiter.

 

Gleichsicht:

Leben Sie in Deutschland oder haben Sie Ihren Lebensmittelpunkt nach Österreich verlegt?

 

Dagmar Schellenberger:

Ich habe bereits kurz nach meiner Ernennung im Mai 2011 meinen ständigen Wohnsitz nach Österreich verlegt. Ich lebe seit Ende 2011 in Mörbisch, habe mir dort ein schönes Zuhause eingerichtet und genieße es, hier im Burgenland zu leben. Ich bin sozusagen angekommen. Meine Familie (Kinder und Enkelkinder) sind auch oft bei mir.

 

Gleichsicht:

Was gefällt Ihnen besonders gut am Burgenland?

 

Dagmar Schellenberger:

Bodenständigkeit, Lebensqualität, die Mentalität und das Besondere um den Neusiedlersee herum. Natur, Kulinarik, Kultur und wunderbare Freundschaften.

 

Gleichsicht:

Haben Sie sich schon an den „österreichischen Charme“ und den Dialekt gewöhnt?

 

Dagmar Schellenberger:

Ja, das fiel mir leicht, zumal mein Partner ja aus Wien stammt.

 

Gleichsicht:

Österreich und Deutschland haben sich für die EM 2016 qualifiziert. Wenn beide Nationen

aufeinandertreffen, welchem Land halten Sie die Daumen?

 

Dagmar Schellenberger:

Das weiß ich noch nicht. Ich bin mit Fußball aufgewachsen. Mein Vater war Trainer. Ich lege Wert auf Fairness, Qualität, Emotionen und der Bessere soll gewinnen. Ich bin da recht offen. Es würde mich sehr freuen, wenn beide Mannschaften unter die besten 8 kämen.

Richtsätze 2016

Geringfügigkeitsgrenze:

  • € 415,72 monatlich
  • € 31,92 täglich

Rezeptgebührenbefreiung:

  • Bezieher einer Ausgleichszulage zu einer Pension aus der Pensionsversicherung
  • Bezieher einer Ergänzungszulage zu einem Ruhe- oder Versorgungsgenuss nach dem Pensionsgesetz 1965
  • Bezieher einer Provision, einer Witwenprovision oder einer Waisenprovision mit Ergänzungszulage von der Generaldirektion der österreichischen Bundesforste
  • Bezieher eines Vorschusses gem. § 18 ARÜG
  • Bezieher einer Waisenrente oder Waisenbeihilfe gem. §§ 39 ff. KOVG 1957 oder gem. §§ 38 ff. HVG sowie Bezieher einer Elternrente gem. §§ 44 ff. KOVG 1957 oder gem. § 43 ff. HVG
  • Bezieher einer Witwen(Witwer)zusatzrente gem. § 35 Abs. 3 KOVG 1957 oder gem. § 33 Abs. 2 HVG sowie Bezieher einer Witwen(Witwer)beihilfe gem. § 36 Abs. 2 KOVG 1957 oder gem. § 35 HVG



  • € 882,78 netto (Alleinstehend)
  • € 1.323,58 netto (Ehepaare)
  • + € 136,21 pro Kind
  • Überdurchschnittliche Ausgaben infolge von Behinderung:
  • € 1.015,20 netto (Alleinstehend)
  • € 1.522,12 netto (Ehepaare)
  • + € 136,21 pro Kind

GIS – Befreiung:

  • Bezieher von: Pflegegeld oder einer vergleichbaren Leistung, 
  • Leistungen nach pensionsrechtlichen Bestimmungen oder diesen Zuwendungen vergleichbare sonstige wiederkehrende Leistungen versorgungsrechtlicher Art der öffentlichen Hand, 
  • Leistungen nach dem aktuellen Arbeitslosenversicherungsgesetz,
  • Beihilfen nach dem aktuellen Arbeitsmarktförderungsgesetz, 
  • Beihilfen nach dem aktuellen Arbeitsmarktservicegesetz, 
  • Beihilfen nach dem aktuellen Studienförderungsgesetz, 
  • Leistungen und Unterstützungen aus der Sozialhilfe oder der freien Wohlfahrtspflege oder aus sonstigen öffentlichen Mitteln wegen sozialer Hilfsbedürftigkeit sowie 
  • Gehörlose oder schwer hörbehinderte Personen.



  • € 988,71 netto (Alleinstehend)
  • € 1.482,41 netto (Ehepaare)
  • + € 152,56 für jede weitere Person

Ausgleichszulage:Die Pensionen und die Ausgleichszulagenrichtsätze wurden zum 1. Jänner 2016 um 1,2 % angehoben

  • € 882,78 (Alleinstehend)
  • € 1.323,58 (Ehepaare)
  • + € 136,21 pro Kind  

Pflegegeld:

  1. (mehr als 65 Std.)               € 157,30
  2. (mehr als 95 Std.)               € 290,00
  3. (mehr als 120 Std.)             € 451,80
  4. (mehr als 160 Std.)             € 677,60
  5. (mehr als 180 Std. +)          € 920,30
  6. (mehr als 180 Std. ++)        € 1.285,20
  7. (mehr als 180 Std. +++)     € 1.688,90

+ außergewöhnlicher Pflegeaufwand

++ zeitlich unkoordinierbare Betreuung Tag und Nacht

+++ keine zielgerichteten Bewegungen der Extremitäten

Alle Kinder sind gleich – nur manche sind gleicher

Die burgenländische Landesregierung hat 2016 zum Jahr der Bildung ausgerufen. Ein wichtiger und guter Schritt, der allen Kindern den gleichen Zugang zu Bildung und Schule garantieren soll. Dieser Gedanke ist ohne wenn und aber zu begrüßen, wenngleich es aus Sicht des ÖZIV Burgenland in manchen Fällen Verbesserungsbedarf gibt.

Fall eins: M. D. ist 7 Jahre alt und besucht eine normale Volksschule im nördlichen Burgenland. Das Kind ist behindert und erhält über Antrag Hilfe zur Erziehung durch Beistellung einer Betreuungsperson.

Fall zwei: A. S. ist 11 Jahre alt und besucht ebenfalls eine öffentliche Volksschule im Burgenland. Auch  A. S. erhält wegen ihrer Behinderung eine Betreuungsperson, die im Unterricht beigestellt wird.

Beiden Fällen ist gemeinsam, dass wegen der Behinderung des Kindes eine Betreuungsperson während des Unterrichtes beigestellt wird, um den Kindern die Eingliederung in den Regelbetrieb der Volksschule und damit das Lernen zu erleichtern.

In beiden Fällen handelt es sich um keine speziell ausgebildeten Pflegekräfte, zumal eine solche Spezialausbildung für die gestellte Aufgabe gar nicht notwendig ist.

Die wesentlichste Gemeinsamkeit beider Fälle betrifft aber die Tatsache der vorgeschriebenen Kostenbeteiligung für die Beistellung der Betreuungspersonen. Das Gesetz sieht zwar in bestimmten Fällen den Einsatz eigener Mittel – soweit zumutbar – vor, die Behörde geht aber hier den für sie einfacheren, aber - aus Sicht des ÖZIV Burgenland - ungesetzlichen Weg! Abgesehen davon, dass in beiden Fällen eine nachweisbare behördliche Prüfung der Zumutbarkeit nicht stattgefunden hat, werden einfach 10 % des jeweils gewährten Pflegegeldes in Rechnung gestellt. Eine Vorgangsweise, die – wie wir meinen – gesetzwidrig ist! Eindeutig regelt das Bundespflegegeldgesetz jene Fälle, in denen zulässiger Weise auf das Pflegegeld zugegriffen werden darf. Ein Kostenbeitrag für die Beistellung einer Betreuungsperson in der Schule fällt ganz sicher nicht darunter.

Neben der Gesetzwidrigkeit dieser Vorgangsweise, sind es vor allem verfassungsrechtliche Bedenken. Wenn jeweils 10 % des Pflegegeldes vorgeschrieben werden, bedeutet dies, dass bei höherer Pflegegeldstufe automatisch ein größerer Beitrag bei gleicher Leistung fällig wird. Die in den Volksschulen tätigen Betreuungspersonen erbringen im Wesentlichen Eingliederungshilfe gegenüber den behinderten Kindern. Die Vorschreibung ganz unterschiedlich hoher Beiträge für etwa gleiche Leistungen widerspricht daher dem Gedanken der Gleichbehandlung der Österreichischen Bundesverfassung.

Als drittes zeigt sich neben massiven rechtlichen Bedenken jedenfalls das Bild grober Diskriminierung. Die besuchten Schulen sind ganz normale Volksschulen, die Betreuungspersonen auch nicht sonderpädagogisch ausgebildet. In vielen anderen Fällen, in denen sonderpädagogische Maßnahmen in Schulen erbracht werden, fallen für die Eltern keine Kosten an, sondern werden von der öffentlichen Hand getragen. Die Vorschreibung eines Art Selbstbehaltes gegenüber behinderten Kindern ist daher massiv diskriminierend und nicht einzusehen!

Beide Fälle sind durch den ÖZIV Burgenland verfahrensanhängig gemacht worden. Obwohl wir davon ausgehen, dass noch viel mehr Kinder im Burgenland betroffen sind, verfolgen wir zumindest diese beiden Fälle – wenn nötig – bis zu den Höchstgerichten.

Im Jahr der Bildung muss es zur Selbstverständlichkeit werden, alle Kinder gleich zu behandeln! Behinderte wie nichtbehinderte Kinder. Alle Kinder sind gleich, nicht manche gleicher, einfach nur gleich!

Arzt mit Behinderung

Mag. Dr. Georg Fraberger wurde am 10. Dezember 1973 in Wien geboren. Heute ist Dr. Fraberger Psychologe, am Wiener AKH tätig und Schriftsteller. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Im Gespräch mit GleichSicht verriet uns Dr. Fraberger nicht nur seinen beruflichen Werdegang, sondern auch, wie Patienten auf einen Arzt mit Behinderung reagieren.

 

Interview Mag. Dr. Georg Fraberger

 

Gleichsicht: Schildern Sie unseren Lesern zu Beginn bitte Ihren beruflichen Werdegang

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Dieser beginnt mit der Wahl des Studiums: Ich habe Psychologie gewählt, da für mich in diesem Fachgebiet - mit meiner Behinderung - wirklich gute Möglichkeiten bestehen, einer geregelten Arbeit nachgehen zu können. Für meine Diplomarbeit habe ich mehrere Reha-Zentren und Kliniken in Wien und Deutschland besucht, um zahlreiche Patienten befragen zu können. Ich habe dann unmittelbar nach dem Studium an einem „European volunteer programme“ in England teilgenommen und dort die Möglichkeit bekommen, dass ich als Psychologie-Assistent arbeiten kann. In England bin ich erst wirklich Psychologe geworden und habe meine ersten beruflichen Erfahrungen gemacht - sowohl mit Patienten als auch wissenschaftlich. Eigentlich wollte ich in England Fuß fassen und dort leben. So habe ich zahlreiche Bewerbungen geschrieben, aber keine wirklich positive Antwort erhalten. Also ging ich nach Wien zurück um meine Dissertation zu schreiben. 2001 habe ich mit der Ideen-Sammlung begonnen. Gleichzeitig habe ich einen Beruf gesucht. Ich habe im AKH bei Prof. Kotz nachgefragt und er meinte, er würde jemanden wie mich gerne für seine Abteilung haben. Seit 2002 arbeite ich an der Universitätsklinik für Orthopädie. Seit 2006 habe ich auch eine Privatpraxis, bin seit 2010 zusätzlich Gutachter an der PVA und auch Lektor an der Medizinischen Universität Wien und war von 2010 bis 2014 auch an der Universität Wien, Fakultät für Psychologie, tätig.

 

Gleichsicht:

Wie nennt sich Ihre Behinderung? Wie viele Fälle gibt es weltweit?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Das weiß ich gar nicht. Ich kenne nur eine beschreibende Diagnose. Wie viele Menschen betroffen sein könnten, weiß ich auch nicht.

 

Gleichsicht:

Sie selbst haben Ihre Behinderung nie als Problem gesehen. Wie reagieren aber Ihre Patienten und Ihr Umfeld?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Gute Frage, denn vor der Reaktion von Patienten habe ich mich wirklich gefürchtet. Vor allem, da ja Menschen immer etwas mehr schauen oder Fragen stellen. Da hat mir der Aufenthalt in England sehr gut getan. Dort konnte ich erleben, wie normal eine Behinderung im Umgang mit Patienten sein kann. Dieses Erleben habe ich für mich mit nach Wien genommen. Hierdurch kann ich ganz gelassen und selbstverständlich Fragen beantworten oder Auskunft über meine Behinderung geben, sofern das gewünscht wird bzw. ich gefragt werde. Die Behinderung wird schon gelegentlich erwähnt, aber eher als Eigenschaft, nicht als Abwertung. So wie blaue Augen oder blonde Haare.

 

 

Gleichsicht:

Sie haben Ihre Frau in einer Online-Partnerbörse kennengelernt. In Ihrem Profil war unter der Beschreibung: „1,80 Meter groß, schlank, muskulös“ zu lesen. Wie hat Ihre Chatpartnerin (und spätere Frau) reagiert, als sie Sie zum ersten Mal gesehen hat?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Ich habe sogar 1,86 m angegeben. Nachdem feststand, dass wir einander bald treffen – und das war nach einem 2 Stunden Video-Telefonat bereits am ersten Tag - sagte ich, dass ich ihr noch etwas zeigen müsste. Ich fuhr zurück und sie sah, dass ich im Rollstuhl saß; angezogen war ich ja. „Aha“ und so etwas wie „habe ich mir gedacht“, kam noch und wir redeten sofort weiter über das, was zuvor Thema war. Anmerkung: Meine Frau hat sich korrekt beschrieben.

 

Gleichsicht:

Sie sind Vater von vier Kindern. Hatten Sie jemals die Angst, ihr Kind könnte Ihre Behinderung haben? Haben Sie im Vorfeld Untersuchungen durchführen lassen?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Nein, das nicht. Aber wir haben natürlich überlegt, was wir wohl täten, wenn es so wie ich aussähe. Schmunzelnd sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es witzig aussehen müsse, wenn zwei Rollstühle hintereinander fahren. Gefreut hätten wir uns allemal!

 

Gleichsicht:

Seit dem 1. Jänner 2016 muss Österreich barrierefrei sein. Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Extremen Handlungsbedarf sehe ich vor allem in der Planung. Es gibt immer noch neue Häuser, Plätze, Geschäfte, Hotels, die so gestaltet sind, dass unterschiedliche Ebenen durch eine oder mehrere Treppen voneinander getrennt oder verbunden sind. Mit einem Rollstuhl ist auch eine einzige Treppe nicht zu überwinden. Dieser Umstand wird anscheinend gerne vergessen. An barrierefreie Zugänge zu denken, das stellt anscheinend die größte Herausforderung dar.

 

Gleichsicht:

Der ÖZIV Burgenland sucht gerade Spieler für eine Elektrorollstuhl-Fußballmannschaft. Haben Sie schon einmal davon gehört bzw. sind Sie der Meinung, dass es genug Sportangebote für behinderte Menschen gibt?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Der Sport ist ein eigenes Thema. Ein Sportler, der behindert ist, kann wohl kaum von dieser Leistung leben. Es mag Freude bereiten zu einem Team zu gehören oder Siege zu erringen, aber ich denke, dass die Wertschätzung – sowohl medial als auch finanziell – fehlt. Ich gehe gerne schwimmen, aber von möglichen Sportarten weiß ich viel zu wenig. Ich bin schon froh wenn ich weiß, wie man Fußball schreibt.

 

Gleichsicht:

Immer wieder sind Behindertenparkplätze von Fahrzeugen blockiert, die keinen §29b-Parkausweis haben. Ein Umstand, der viele unserer Mitglieder ärgert. Was ärgert Sie?

 

Mag. Dr. Georg Fraberger:

Oh nein, ein zu Unrecht verstellter Parkplatz ärgert mich nicht! Was mich ärgert sind Menschen, die andere ausnutzen oder für blöd verkaufen. Das ärgert mich, wenn es mir passiert, als auch, wenn es andere betrifft. Ich frage mich dann immer, warum der das notwendig hat und bin dann aber auch beruhigt, weil ich weiß, dass ja etwas dahinterstecken muss. Das beruhigt mich dann sogar sehr, denn ich weiß, es gibt eine Ebene auf der alle Menschen gleich sind - unabhängig von Körper oder Geld. Und genau auf dieser Ebene kann man mich nicht ärgern.

Ein Reisebericht aus London

Wer meinen allerersten Artikel für die „GleichSicht“ gelesen hat, weiß, dass eine Flugreise mit dem Rollstuhl alles andere als einfach ist (Reisebericht: New York/Ausgabe 1/2015).

 

Am 18. März 2016 wollten meine Familie und ich es wieder einmal wissen: Meine erste Reise nach London stand bevor, eine Weltmetropole, Hauptstadt von England und die Heimatstadt meines Lieblings-Fußballvereins, dem Tottenham Hotspurs FC. Die Reise war ein Geschenk zu meinem 18. Geburtstag. In dieser Ausgabe möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick darüber geben, welche Probleme selbst in so einer Großstadt auf jemanden zukommen können, wenn er auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

 

Nach monatelanger Reiseplanung und mehrmaliger Rücksprache mit dem Flughafen Wien-Schwechat, wurde uns einige Tage vor Abflug ein kleiner Schock versetzt, denn wieder gab es Probleme mit unserer Reservierung. Niemand wollte davon etwas wissen, dass mein Rollstuhl in einem Stück transportiert werden muss und nicht auseinandergeschraubt werden darf. Auch diesmal sollte er in den normalen Gepäcksraum geschmissen, anstatt in einem extra Container transportiert zu werden. Erst durch Intervention des ÖZIV Burgenland, der diese Situation aufklären konnte, wurde unsere Flugreise zu der unbeschwerlichsten, die wir je genießen durften. Die Verladung meines Rollstuhls funktionierte einwandfrei, die Crew war äußerst zuvorkommend und aufmerksam und das Sitzen im Flugzeug weitgehend bequem.

 

Unser Flugzeug landete gegen 22 Uhr Ortszeit in London-Heathrow. Die erste Ernüchterung: Nach einer einstündigen U-Bahnfahrt öffneten sich die Türen des Waggons und wir erkannten eine etwa 30 cm hohe Stufe zur so genannten „Platform“. Was für den Leser ohne Rollstuhl wohl einen etwas tieferen Schritt als normal bedeutet, bedeutete für meine Eltern das Anheben meines 150 Kilo schweren Gefährts mit der einen und die Sicherung unseres Urlaubsgepäcks mit der anderen Hand. Leider kann man festhalten, dass das U-Bahn-Netz in London großteils nicht barrierefrei ist. Im Zentrum können insgesamt nur etwa 5 Stationen mit einem Rollstuhl angesteuert werden. So kommt es beispielsweise dazu, dass man als Mensch mit Gehbehinderung für eine Strecke 1,5 Stunden benötigt, die mit der U-Bahn in etwa 30 Minuten zu bewältigen ist. Während Millionen Menschen auf die Londoner U-Bahn schwören, ist man als Rollstuhlfahrer auf das Busnetz angewiesen, welches in der „Rush Hour“ oft von Staus betroffen ist.

 

Jeder einzelne Bus in London ist jedoch barrierefrei und mit einer elektrisch ausfahrbaren Rampe ausgestattet! So kommt man auch als Rollstuhlfahrer in den Genuss einer Busfahrt mit den berühmten Londoner „Coaches“. Auch die Wartezeiten sind mehr als erträglich; durchschnittlich betragen diese in etwa 5 Minuten.

Die U-Bahn ist leider nicht der einzige Bereich, in dem die Stadt London gewaltigen Nachholbedarf hat. Generell können Pubs und Restaurants nämlich nur schwer mit dem Rollstuhl erreicht werden. So kann die Suche nach einem geeigneten Lokal zum Abendessen schon ein bis zwei Stunden dauern. Auch Geschäfte haben oft 1 bis 3 Stufen vor der Eingangstür. Schade, dass eine Stadt, die 2012 Austragungsort der Olympischen Spiele und somit auch der Paraolympics war, es nicht geschafft hat, auch außerhalb der Austragungsstätten ein barrierefreies Konzept umzusetzen. Ein positives Beispiel ist etwa Barcelona!

 

Trotz der vielen Unannehmlichkeiten verlief unser Familienurlaub einwandfrei. Endlich konnte ich die vielen Sehenswürdigkeiten bestaunen, von denen mir Bekannte und Freunde schon seit Jahren erzählt hatten. Besichtigungen sind nach genauer Information am jeweiligen Informationsschalter weitgehend kein Problem. Das absolute Highlight war aber das Fußballmatch von Tottenham gegen Bournemouth. Tottenham gewann mit 3:0!

 

Zum Schluss möchte ich noch einen Punkt erwähnen, der mich sehr positiv überrascht hat. Neben den erwähnten Bussen sind nämlich ebenfalls alle Londoner Taxis mit dem Rollstuhl befahrbar. Der Einstieg erfolgt hier über die Seite, was das Ganze zu einem eher engen Unterfangen macht - doch es funktioniert! London sollte hier - neben vielen anderen europäischen Städten - ein Vorbild für Österreich sein. Auch der ÖZIV Burgenland arbeitet daran, barrierefreie Taxis im Burgenland zu installieren. Dies erweist sich jedoch als schwieriger als gedacht, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

 

London ist bei genauer Planung als Reiseziel, auch für Menschen im Rollstuhl, zu empfehlen!

 

Bei Fragen oder Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!

 

E-Mail: schriefl.jakob@gmail.com

Die tierische Assistenz

In Österreich leben über 500.000 Hunde. Ein kleiner Teil besteht aus Assistenzhunden. Während sich der Bürger unter einem Blindenführhund zwar etwas vorstellen kann, ist der Begriff „Assistenzhund“ noch fremd. Seit 1. Jänner 2015 sind sie aber laut  Österreichischem Gesetz anerkannte „Hilfsmittel“.

 

Was sind Assistenzhunde?

 

 

Assistenzhund: bezeichnet einen Hund, der einem behinderten Halter als „Hilfsmittel“ dient und dauerhaft bei diesem lebt.

 

In den Richtlinien des Sozialministeriums heißt es präziser:

 

„Ein Assistenzhund ist ein Hund, der sich bei Nachweis der erforderlichen Gesundheit und seiner wesensmäßigen Eignung sowie nach Absolvierung einer speziellen Ausbildung – vor allem im Hinblick auf Sozial- und Umweltverhalten, Gehorsamkeit und spezifische Hilfeleistungen – besonders zur Unterstützung eines Menschen mit Behinderung eignet.

Assistenzhunde sollen zum Zwecke der Erweiterung der Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen eingesetzt werden und dauernd bei der betroffenen Person leben. Darüber hinaus leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Kommunikation und zum Abbau von einstellungsmäßigen Barrieren.

Als Assistenzhunde gelten Blindenführhunde, Servicehunde und Signalhunde nach Maßgabe des § 39a Abs. 4 bis 7 des Bundesbehindertengesetzes.“

 

Zu den Assistenzhunden zählen:

 

Blindenführhunde      für blinde und sehbehinderte Menschen

Servicehunde             für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Signalhunde               für schwerhörige oder gehörlose Menschen

Anfallswarnhunde      für Epileptiker und Diabetiker werden im Gesetz ebenfalls

                                         den Signalhunden zugeordnet

 

Rehabilitationshund: Ist lediglich ein Synonym für Assistenzhunde. Es gibt den „Verein der Rehabilitationshunde“ und eine österreichische Blindenführhundeschule, die den Begriff verwenden.

 

Behindertenbegleithund: Damit sind in der Regel Servicehunde für körperbehinderte Menschen (z.B. Rollstuhlfahrer) oder Signalhunde für hörbehinderte Menschen gemeint.

 

Partnerhund: Ein vom Verein „Partnerhunde“ geschützter Begriff. Dieser Verein bildet Servicehunde aus. Allerdings  werden diese Hunde (nach aktuellem Stand) ohne staatliche Qualitätsprüfung (siehe unten) abgegeben und gelten daher bis zur Teamprüfung - laut Gesetz - nicht als anerkannte Servicehunde.

 

Assistenzhunde und Therapiehunde - zwei völlig verschiedene Dinge

 

Therapiehund: Bezeichnet einen Hund, der durch seinen gezielten Einsatz positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen mit Behinderungen erzielen soll. Tiergestützte Therapie findet im Einzel- und Gruppensetting statt. Der Therapiehund besucht üblicherweise seine „Patienten“ für eine Sitzung und fährt dann mit dem Therapeuten, bei dem der Hund lebt, wieder nach Hause. Eine Sehbehinderung beim Gehen auszugleichen, Dinge zu Apportieren oder sonstige Hilfsleistungen, liegen NICHT im eigentlichen Aufgabenbereich eines Therapiehundes. Der Therapiehund muss dagegen sehr verschmust sein und auch bei versehentlich groben Streicheleinheiten tolerant reagieren.

 

Was können Assistenzhunde?

 

Blindenführhunde lernen unter anderem auf Kommando einem Weg zu folgen, links oder rechts zu gehen, einen Zebrastreifen, einen Ausgang oder eine Sitzgelegenheit in unmittelbarer Nähe zu suchen. Der Hund führt dabei aber vereinfacht gesagt „nur“ Befehle aus. Er kann weder rote von grünen Ampeln unterscheiden, noch entscheidet er selbst, wie er auf kürzestem Weg zum Ziel gelangt. Die Fortbewegung mit einem guten Blindenführhund ist sicherer und schneller als mit dem Langstock, weil der Blindenführhund auch darauf trainiert ist, Höhen- oder Seitenhindernisse wie Schilder, Schranken oder Äste anzuzeigen bzw. diesen selbständig auszuweichen.

 

Servicehunde werden vorwiegend zum Apportieren von Gegenständen gebraucht. Sie sind hier eine besondere Hilfe für Menschen mit den verschiedensten Behinderungen, die beispielsweise Probleme beim Aufheben runtergefallener Gegenstände haben. Die Basisausbildung beinhaltet aber auch das Öffnen und Schließen von Türen und Laden, das Gehen an beiden Seiten des Rollstuhls, Tragen von Packtaschen, Heranziehen des Rollstuhls und das Betätigen von Schaltern. Dass hier immer wieder ein Rollstuhl erwähnt wird, liegt einfach daran, dass Servicehunde meistens bei Rollstuhlfahrern leben. Sie werden also sicherheitshalber an den Rollstuhl gewöhnt, wobei das nicht bedeutet, dass andere Menschen mit Mobilitätseinschränkung nicht genauso von einem Servicehund profitieren können. So vielfältig sich eine Behinderung auswirken kann, so vielfältig sind die Aufgaben eines Servicehundes. Erst wenn feststeht, bei welchem zukünftigen Besitzer der Servicehund einziehen wird, werden sogenannte „individuelle Hilfsleistungen“ trainiert.

 

Signalhunde zeigen Geräusche an. Wird der Besitzer des Hundes von hinten gerufen, würde sich der Hund zu seinem Halter umdrehen. Durch diese Reaktion wird der hörbehinderte Mensch aufmerksam und kann sich umsehen. Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten, wie ein Signalhund helfen kann. Mit Hilfe sogenannter Apportel kann der Hund nach Art des Geräusches unterscheiden. Apportel sind Gegenstände, die der Hund bringen kann. Beispielsweise könnte an der Türklinke ein magnetischer Ball mit Seil hängen. Für Handy oder Fax könnten wiederum andere Apportel stehen, die der Hund gezielt bringt. Signalhunde könnten aber auch auf das weinende Baby, den Rauchmelder oder auf heruntergefallene Gegenstände aufmerksam machen.

 

Anfallswarnhunde werden im Österreichischen Gesetz den Signalhunden zugeordnet! Ein Diabetikerwarnhund, ein Epileptikerwarnhund und ein Signalhund für hörbehinderte Menschen machen drei völlig verschiedene Ausbildungen. Ein Signalhund für hörbehinderte Personen kann keinen Unter- oder Überzucker anzeigen und auch nicht vor einem epileptischen Anfall warnen.

 

Sonderrechte

 

Mit der Eintragung in den Behindertenpass haben Assistenzhunde (egal welcher Sparte) Zutrittsrecht in öffentliche Gebäude. Sie sind von der Leinen- und Maulkorbpflicht befreit. In den bekannten Handelsketten (Rewe, Hofer etc) ist der Zutritt mit Assistenzhund üblicherweise kein Problem mehr, auch wenn die Info leider noch nicht bei allen Mitarbeitern angekommen ist. Des Weiteren kann der Assistenzhund bei einigen Fluglinien in den Passagierraum mitgenommen werden.

 

Wie komme ich zu einem „richtigen“ Assistenzhund?

 

Damit der Assistenzhund offiziell als Hilfsmittel anerkannt wird, muss er in den Behindertenpass eingetragen sein. Dafür sind Prüfungen notwendig.

 

Der Trainer kann im Alter von frühestens 18 Monaten eine sogenannte Qualitätsprüfung mit dem Hund ablegen. Für die Anmeldung muss ein umfangreicher Gesundheitscheck nachgewiesen werden. Mit Bestehen der Prüfung wird dem Hund die erfolgreiche Ausbildung zum Assistenzhund bescheinigt. Danach erfolgt die Zusammenschulung mit dem neuen Besitzer. Das bedeutet, der zukünftige Hundehalter lernt die Kommandos richtig einzusetzen, den Hund zu loben und zu korrigieren und natürlich lernt umgekehrt auch der Hund seinen neuen Halter kennen. Bei Blindenführhunden ist die Qualitätsprüfung ein MUSS, bei Assistenzhunden anderer Sparten kann sie ausfallen.

 

Ist der Hund dann übersiedelt und eingewöhnt, kann sich der Assistenzhundebesitzer mit seinem Hund zur Teamprüfung anmelden. Die Teamprüfung macht also der neue Besitzer mit dem Hund, während zur Qualitätsprüfung der Trainer mit dem Hund antritt. Ist die Teamprüfung erfolgreich abgeschlossen, erhält man ein Zertifikat und der Hund wird als Hilfsmittel in den Behindertenpass eingetragen.

 

Ein Service- bzw. Signalhund kann folglich auch selbst ausgebildet werden.

 

Sind Assistenzhunde nicht extrem teuer?

 

Die Ausbildung, Pflege und Betreuung eines Hundes über 1,5 bis 2,5 Jahre und die anschließende Zusammenschulung sind natürlich zeit- und kostenintensiv. Leider besteht kein Rechtsanspruch auf eine Finanzierung aus öffentlicher Hand. Je nach Bundesland gibt es aber Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe. Obwohl das Gesetz seit 1. Jänner 2015 neben Blindenführhunden auch die anderen Assistenzhunde als Hilfsmittel anerkennt, fand diese Ergänzung im Burgenland noch nicht statt. Bislang werden nur Blindenführhunde gefördert.

 

Am Ende der Förderung bleibt natürlich eine hohe Summe übrig, die der Halter aus eigener Tasche bezahlen muss. Aus diesem Grund werden die Hunde vorwiegend über Spenden finanziert. Wie teuer ein Assistenzhund tatsächlich ist, kann nicht pauschal gesagt werden. Wer Interesse hat, soll sich daher direkt an eine Assistenzhundeschule oder an den Verein der Assistenzhundetrainer Österreichs (VATÖ) wenden.

 

Kontakt: office@vatoe.at

Das haben wir geschafft

Wie schwer es ist, unser System zu durchschauen und Anträge vollständig und richtig zu stellen, wissen wir alle. Um wieviel schwieriger es wird, wenn man noch dazu der Sprache nicht hundertprozentig mächtig ist, vermögen wir uns nicht vorzustellen. Wir arbeiten tagtäglich mit unseren Mitgliedern an Anträgen, führen die notwendige Korrespondenz mit den Ämtern und Behörden und führen unsere Mitglieder sicher durch die ständig ändernden Vorschriften und Gesetze.

Einer der besonderen Fälle war hier im letzten Jahr sicher unser Herr Ibrahim B. Schon seit vielen Jahren vertraut Herr B. auf uns; wir stellen alle Anträge gemeinsam und beraten ihn in allen Belangen. Da hier eine kleine sprachliche Barriere zu überwinden ist, kommt Herr B. immer persönlich zu uns ins Büro, da die Telefonate auf beiden Seiten des Öfteren zu kleinen Missverständnissen geführt haben. Nachdem wir heuer die befristete Zuerkennung der Invaliditätspension erreichen konnten, stellte sich der Antrag für die Ausgleichszulage als weitaus schwierigeres Unterfangen heraus.

Ganze vier(!) Monate musste die Familie (die Frau bezieht kein Einkommen) mit 500 Euro leben – unsere Bitten einer Vorauszahlung der (gebührenden) Ausgleichszulage sind lange nicht erhört worden. Oft stand ein immer mehr der Verzweiflung naher Herr B. in der Tür und klagte uns sein Leid. Auch das ist Teil unserer Arbeit, uns mit den persönlichen Geschichten der Mitglieder auseinanderzusetzen und von der Norm abweichende Problemstellungen zu lösen.

Seit März wird nun die Ausgleichszulage mit der Pension ausbezahlt. Über die Nachzahlung darf Herr B. sich nun freuen und ist uns unendlich dankbar für die Unterstützung und die Hilfe.

Wir freuen uns, dass unserem langjährigem Mitglied, Herr Walter T. nun endlich die verdiente Invaliditätspension zuerkannt wurde.

Die lange, kraftraubende Prozedur begann schon im Jahr 2010, als wir den ersten Antrag auf Zuerkennung der Invaliditätspension gestellt haben, die jedoch prompt abgelehnt wurde. Nachdem wir unser Mitglied vor Gericht vertreten haben, konnten wir dann auch einen Vergleich erwirken, der Herrn T. eine befristete Invaliditätspension ermöglichte.*

Nach einmaliger Weitergewährung ist die befristete Invaliditätspension 2013 abgelehnt worden und ein weiterer Gang vor Gericht war notwendig. Nach Absprache mit Herrn T. hielten wir es für das Beste, in gegebener Situation die Klage zurückzuziehen und die Sperrfrist abzuwarten, um einen neuen Antrag mit neuen, aktuellen Befunden zu stellen. Zu Jahresbeginn betrat ein zufriedener und dankbarer Walter T. das Büro und teilte uns die gute Nachricht mit, dass die Pension nun unbefristet für die weitere Dauer der Invalidität anerkannt wurde.

Es war ein langer, kräftezehrender „Kampf“, den wir miteinander bestritten haben. Das Lob und der Dank haben uns hier besonders geehrt!

 

*Anm.: Da es auf Grund des ständigen Zuwachses an Mitgliedern nicht mehr möglich ist, die zeitaufwendigen Verhandlungen mit der Pensionsversicherung zu führen, verweisen wir unsere Mitglieder an die Arbeiterkammer, die die Klagen bezüglich Pensionsantrag führt.

 

AUS DER AUSGABE DEZEMBER 2016 

Vorwort des Präsidenten

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Zeit, einen Blick auf die vergangenen Monate zu werfen.

 

Sie halten gerade die 5. Ausgabe der „GleichSicht“ in Ihren Händen. Ein Projekt, das vor gut 2 Jahren ins Leben gerufen wurde und es uns ermöglicht, anhand von Inseraten, eine Vollzeitkraft in unserem Büro einstellen zu können. Die letzten Monate haben gezeigt, dass die Organisation – aufgrund steigender Mitgliederzahlen – immer umfangreicher und komplexer wird.

 

Doch wenn wir einen Blick auf die steigenden Mitgliederzahlen werfen, bemerken wir immer wieder, dass vermehrt Kinder und Jugendliche unsere Angebote in Anspruch nehmen. Der ÖZIV Burgenland mag zwar schon über 30 Jahre existieren, ist aber ein ausgesprochen junger Verein geworden. Natürlich haben wir auf diesen Umstand reagiert und auch Angebote mit in unser Programm genommen, die vor allem Kindern Spaß machen.

 

Doch bei uns kommen nicht nur Kinder auf ihre Kosten – auch Sportbegeisterte sind bei uns willkommen. Wir konnten die erste E-Rollstuhl-Fußballmannschaft Burgenlands gründen, die nicht nur regelmäßig trainiert, sondern bereits an Turnieren teilnimmt.

 

Der wohl größte Erfolg im Jahr 2016? Mit unserer Kampagne „Zurück ins Leben“ haben wir vielen unserer Mitglieder aus dem Herzen gesprochen. Das Lied, das eigens von Michael Hoffmann komponiert wurde, untermalt die Kampagne. Der Transporter, der nicht nur unsere E-Rollstuhl-Mannschaft zu Trainingsstätten und Turnieren bringt, sondern auch für Einkäufe zur Verfügung steht, rundet die Kampagne ab.

 

„Zurück ins Leben“ endet aber nicht mit dem Jahr 2016, sondern wird 2017 fortgesetzt.

 

Gehen Sie mit uns den Weg weiter.

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins Jahr 2017 und mögen Sie alle Ziele erreichen, die Sie sich vorgenommen werden.

 

Wir stehen weiterhin an Ihrer Seite und werden uns für Sie einsetzen!

Otto Bock Cup 2016

Die intensiven Trainingsstunden unserer E-Rolli-Fußballmannschaft „Wild Wheels“ haben beim 3. Otto Bock Cup 2016 (02.12. – 04.12.2016) in Wien zu wirklich sensationellen Ergebnissen geführt. 7 Teams traten, aufgeteilt in 2 Gruppen, gegeneinander an.

Schon am ersten Spieltag durfte sich unser Team über zwei Siege freuen. Das Team des ASKÖ Wien 2 wurde 3:0 besiegt; gegen die HR Kickers stand es beim Schlusspfiff 3:1 für unsere Wild Wheels.

Der zweite Spieltag sorgte für weitere Höhepunkte unserer Mannschaft: Das erste Spiel gegen ASKÖ Wien 2 wurde 8:1 gewonnen und mit dem Unentschieden gegen die HR Kickers war unserem Team der 1. Platz in der Europaliga sicher. Zudem gab es für unseren Spieler Matthäus Szalay die Auszeichnung zum besten Tormann und unser Michael Streit wurde zum fairsten und besten Spieler geehrt und wurde zudem noch der Torschützenkönig des Turniers. „Der Sieg war trotz der einzelnen Auszeichnungen nur als Team möglich. Das Team hat eine Wahnsinnsleistung gebracht“, so Michael Streit.

Die Tatsache, dass unser Wild Wheels Team über keine Austauschspieler verfügte und deshalb alle Spiele ohne Tausch absolvieren musste, wirkte sich nicht auf die Leistung aus.

Dass diese „junge“ Mannschaft schon beim ersten offiziellen Wettkampf einem Turnier-Sieg in der Tasche heimfahren darf, ist ein Riesenerfolg und ein wichtiger Ansporn für unsere Sportler.

Die Teilnahme an dieser bedeutenden Veranstaltung stand auf sehr wackeligen Beinen. Einerseits musste die Anschaffung der Stoßfänger für die Rollis möglichst rasch erledigt werden, was wir mit toller Unterstützung der Firma Frühwald geschafft haben; andererseits war der E-Rolli unseres Spielers Matthäus gar nicht „wettkampftauglich“. In wirklich unglaublich kurzer Zeit hat der ÖZIV Burgenland dafür gesorgt, dass der alte, kaputte Rolli durch einen neuen ersetzt wurde und der Traum an der Teilnahme bei diesem Turnier Wirklichkeit werden konnte. Wir gratulieren unserem Team und freuen uns schon auf weitere Erfolge!

Fußballspielen im Elektrorollstuhl - ein Erfahrungsbericht von Michael Streit

Zu Beginn - wer wir sind: Wir vom ÖZIV Burgenland haben eine Sektion Sport gegründet. Darunter auch eine E-Rolli-Fußballmannschaft. Momentan setzt sich das Team aus Jakob Schriefl, Matthäus Szalay und mir zusammen. Ich fungiere als Mannschaftskapitän.

Den perfekten Start hatten wir bei einem Trainingslager in Wien. Voll Neugier begann das Training am 7. Juli um 10:00 Uhr.

Nach einer ersten Besprechung, Einteilung von Gruppen nach Können und Trainern, ging es direkt los. Erste Fahrübungen. Ehrlich – ein E-Rollstuhlfahrer, zumindest die, die ich kenne – fahren hauptsächlich gerade aus. Selten rückwärts – hauptsächlich zum Einparken. Ich bewege mich mit meinem Rolli wie ich mich normalerweise bewegen würde – ich kann nicht lange Stillstehen, ich bewege mich also per Joystick permanent vor, zurück usw. Wir übten also erstmal eng an Pylonen vorbeizufahren, vorwärts als auch rückwärts, teils vorwärts und teils rückwärts. Viele weitere Übungen folgten. Nach einigen Übungen hatten wir auch schon Ballkontakt.

Immerhin will der Ball ja nicht nur geschossen, sondern auch geführt werden. In den darauffolgenden Tagen, Freitag und Samstag, bekam ich auch einen Einblick in die Taktik. Immer wieder Trinkpausen – bei über 30 Grad in der Halle sehr wichtig. Weitere und immer interessantere Übungen folgten, so mussten wir auch schon versuchen, den Ball in Schlangenlinie an 2 Pylonen vorbeiführen und dann im richtigen Winkel den Ball ins Tor zu stupsen. Im Tor stand eine seitlich gelegte Sitzbank, damit der Ball (dieser ist bei uns etwas größer – 33cm Durchmesser) wieder zurückspringen kann. Den Ball also wieder „in Empfang“ nehmen und weiter durch 2 Pylonen zurückführen. Das war gar nicht so einfach!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, was ich von Fußball halte? Ich mochte Fußball noch nie. Weder in meiner Kindheit, noch danach. Aber E-Rolli Fußball hat mich total gepackt! Warum? Nun, zuerst mal die Mannschaft: Es spielen 4 gegen 4, des Weiteren sind es auch die Regeln, die dem Spiel eine Besonderheit verleihen. Man muss also nicht nur den Ball erwischen, führen, schießen und blocken können, sondern auch aufpassen, wo man sich befindet.

Beim Trainingslager hab ich zum ersten Mal viele E-Rollstuhl-Fahrer auf einmal gesehen. Man ist sofort dabei, es gibt keinen Unterschied ob man Anfänger oder Profi ist, egal ob der Rolli nun die erlaubten 10 km/h beim Match erreicht oder bei 6 km/h „ansteht“. Die Profis haben entsprechend „getunte“ oder gut eingestellte E-Rollis. Bei der Beschleunigung kann man nicht mithalten, aber trotzdem sind alle gleich. Jeder versteht sich, auch wenn die Kommunikation teils schwer ist, wird halt mit Augen und Händen kommuniziert. Keiner fühlt sich hier ausgeschlossen oder unerwünscht. Hier sitzen alle in einem Boot. Entschuldigung, Rollstuhl. Auch wenn jeder anders ist. Ich hab mich sehr lang nicht mehr so wohl gefühlt. Die Trainer animierten uns; den geschulten Augen entging nichts. Es wurde fleißig gelobt, natürlich aber auch angespornt. Sonntag, am letzten Tag, waren die Spiele! Alle Teilnehmer, von jung bis junggeblieben, wurden in vier Teams eingeteilt. Es wurde pro Team - vom Trainer - ein Kapitän bestimmt. So konnten alle Team gegeneinander antreten, wobei es hier keine traurigen Gesichter nach den verlorenen Spielen gab. Jeder hatte Spaß und ganz ehrlich: geht es nicht auch genau darum? Dem Alltag entfliehen und mit den Ersatzbeinen trotzdem in einem Team zu spielen. Traumhaft!

Ich kann es jedem NUR EMPFEHLEN!

Ein kurzer Aufruf: Eine Fußballmannschaft mit E-Rollis zusammenzustellen ist gar nicht so einfach. Vor allem, weil in der näheren Umgebung nur wenige Elektro-Rollstuhlfahrer sind. Deshalb sind wir weiterhin auf der Suche nach Spielern!

Interessierte melden sich im Büro des ÖZIV Burgenland unter 02682/93080400 oder unter office@oeziv-burgenland.at, Betreff: Wild Wheels

Mein Leben mit PROMM

Ende 2010

Leichte Muskelkrämpfe, die sich anfangs wie ein Muskelkater anfühlten, traten in den Ober-und Unterschenkeln und in den Fingern auf. Wenn ich ein kurzes Stück gelaufen bin, hatte ich Probleme beim Abwinkeln oder Strecken meiner Füße. Aus heutiger Sicht gesehen ein Anfang mit bösem Ende. Da dieser „Muskelkater“ aber länger anhielt, suchte ich meinen Neurologen auf. Da mein Vater eine Muskeldystrophie hat, konnte es natürlich sein, diese geerbt zu haben.

 

Jänner 2011

Ich blieb für acht Tage im Krankenhaus Graz und wurde von Kopf bis Fuß untersucht. Ein EMG (bei der Elektromyografie wird die elektrische Aktivität von Muskelfasern gemessen und als sogenanntes Elektromyogramm aufgezeichnet wurde durchgeführt. Man unterscheidet das Oberflächen-EMG, bei dem Elektroden auf die Haut geklebt werden, vom Nadel-EMG, bei dem eine Nadelelektrode in den Muskel gestochen wird - wie in meinem Fall) bewies, dass eine Muskelkrankheit vorliegen muss. Da in der Familie eine Muskelkrankheit bzw. eine Muskeldystrophie vorliegt, wurde auch ein Gentest durchgeführt. Nach dem Krankenhausaufenthalt ging ich - trotz anhaltender Muskelkrämpfe - meiner Arbeit nach. Bis dahin waren die Krämpfe unangenehm, aber nicht wirklich behindernd.

 

  1. Mai 2011

Ich hatte Dienst auf der Tankstelle. Am Nachmittag, wie aus heiterem Himmel, habe ich mich hingesetzt und konnte danach nicht mehr aufstehen, tippte an der Kasse oder am Computer, wobei meine Finger verkrampften und meine Hand zur Faust wurde. Die Krämpfe wurden plötzlich so stark, dass ich ziemlich starke Schmerzen bekam. Da an diesem Feiertag nicht allzu viel los war, hielt ich bis abends durch. Am Abend war es so schlimm, dass ich nach Dienstschluss meinen damaligen Chef anrief und mich erst mal krank melden musste. Von da an ging es bergab: Täglich hatte ich starke Schübe, innerhalb eines halben Jahres „schaffte“ ich es über Gehhilfen (Krücken) in den Rollstuhl. War es zu Beginn noch ein Rollstuhl mit einem E-Motion-Antrieb (kraftunterstützender Antrieb), so ist es am Ende nun ein Elektrorollstuhl geworden.

PROMM

Das Ergebnis meines Gentests bekam ich erst Ende Mai 2011. Dieser wies nach, dass ich eine Muskeldystrophie habe. Meine Krankheit nennt sich „proximale myotone Dystrophie Typ 2“ oder auch „proximale myotone Myopathie Typ 2“ - kurz: PROMM. Die Krankheit wird auch „Rickersche-Erkrankung“ genannt, da ein deutscher Arzt namens Ricker die Krankheit entdeckt hat. Das ist gar nicht so lang her - das war 1997. Erst seit dem Jahr 2004 weiß man, welches Chromosom mutiert und somit verantwortlich ist. Heilung oder Behandlungen gibt es momentan keine; Spezialisten und Forscher gehen davon aus, dass es innerhalb der nächsten 15 Jahre keine Heilungs- oder Behandlungsmöglichkeiten geben wird.

 

Ich wurde auf Rehabilitation geschickt. 29 Tage wurden bewilligt, nach acht Tagen musste ich die Heimreise antreten. Die behandelnde chefärztliche Neurologin musste die Rehab abbrechen, da sich mein Zustand - selbst bei passiver Bewegung - rapide verschlechterte. Im Normalfalle verläuft die Krankheit langsamer und sollte erst nach dem 50. Lebensjahr auftreten. Mittlerweile gibt es allerdings viele neue Erkenntnisse, die uns leider nur zur Information dienen können.

 

Wer ich bin?

Weitere Informationen über meine Krankheit können Sie auf meiner Webseite www.michael-streit.at jederzeit nachlesen. Es würde hier den Rahmen sprengen.

In der schwierigsten Zeit - vom Befund bis zur eigenen Akzeptanz der Krankheit - war ich zum Glück nicht allein. Meine Familie stand hinter mir, doch es gab sehr viel zu tun. Ich war im Krankenstand, wusste aber dann, dass ich wohl nie wieder arbeiten gehen könnte. Zusätzlich kamen nun weitere Probleme auf mich zu. Viele Behördengänge standen bevor. Hier hatte ich zum Glück professionelle Hilfe vom ÖZIV Burgenland. Dieser wurde mir von Freunden empfohlen und hat mir echt geholfen. Ich hätte das wohl alles nicht geschafft - weder psychisch noch physisch. Der ÖZIV Burgenland übernahm die Behördengänge und kümmerte sich um alles.

 

Heute

5 Jahre sind vergangen. In 5 Jahren änderte sich einiges. Vom Krankheitszustand, welcher immer schlimmer wurde, bis zur Invalidenpension.

 

Momentan liege ich zu 80% bis 90% der Zeit im Bett. Eine spezielle druckverteilende Matratze macht das möglich; Sitzen ist für mich sehr anstrengend.

Ohne meine Familie hätte ich es wohl nicht psychisch geschafft. Als ich erkrankte, war ich mit meiner gleichaltrigen Frau acht Jahre verheiratet, wir hatten eine 8-jährige und eine 2-jährige Tochter. Zur Hiobsbotschaft der Krankheit kam auch gleich die Info dazu, dass meine Krankheit zu 50% an die Nachkommen weitergegeben werden kann. Unsere Töchter sind bis heute gesund, jedoch ungetestet. Selbst wenn ich die Krankheit weiter vererbt hätte, muss sie nicht ausbrechen.

In den letzten fünf Jahren habe ich auf Facebook eine Rollstuhlfahrergruppe gegründet, die vor allem dem Austausch zwischen anderen Rollstuhlfahrern dient. Ich habe eine eigene Webseite aufgebaut; Hauptgrund war, weil ich über meine Krankheit nicht jedes Mal neu erzählen möchte. Heutzutage ist es leider so: wird man krank, werden alle Menschen zu Ärzten. Von Wunderheiler bis „was weiß ich was alles kam“, wurden mir zahlreiche Alternativen vorgeschlagen. Ich habe viel ausprobiert, doch alles brachte nur Schmerzen.

Auch mit einer Krankheit und/oder Behinderung kann man leben. Der Sport gestaltet sich etwas anders, auch der Tagesablauf ist etwas anders (Anziehen, Körperpflege, usw.). Schon alleine meine Kinder sind mir Anlass genug um nicht aufzugeben, egal wie schlimm es auch werden möge.

Eine weitere große Hilfe ist mein Assistenzhund „Versace“ den ich nun seit Jänner 2016 bei mir habe. Es sieht Anfälle vorher (Ohnmachtsanfälle durch Anstrengungen) und hilft mir überall. Er ist immer dabei und ist ein Teil von mir geworden. Was er alles kann, sieht man auch auf meiner Website.

Positiver Verlauf unserer Beanstandungen

Zugang Bahnhof

Im Jänner 2016 wurden wir von Frau M. kontaktiert, da es im Zuge der Schaffung des barrierefreien Bahnhofes in Neusiedl am See keine barrierefreie Zugangsmöglichkeit vom Ziegelofenweg gab. Für die Bereitstellung eines befestigten und sicheren Gehwegs hat sich der ÖZIV Burgenland erfolgreich eingesetzt. Der neue Übergang vom Ziegelofenweg in Neusiedl am See (Haniftal) zum Bahnhof in Neusiedl am See ist nun auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar.

 

Behindertenparkplätze

Ein neuer Baumarkt in Eisenstadt, der im Zuge der Sanierung des Gebäudes die Behindertenparkplätze verlegt hatte, wurde von uns ebenfalls kontaktiert. Für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen stellt jeder Meter, der mehr zurückzulegen ist, eine Hürde dar. Ein Schreiben, das auf die barrierefreie Nutzbarkeit und das Behindertengleichstellungsgesetz verwies, sorgte für eine unverzügliche Behebung des Missstandes – wir sagen natürlich DANKE für die rasche Umsetzung.

Unser Angebot für Kinder mit Behinderungen

Der ÖZIV Burgenland und der Familypark (ehemals: Märchenpark) in St. Margarethen initiierten am 5. Juni 2016 den ersten gemeinsamen Tag für Kinder mit Behinderungen. Dabei luden ÖZIV Burgenland Präsident Hans-Jürgen Groß und Gastgeberin Ulrike Müller vom Familypark die Kinder samt Geschwister und Angehörige zu einem unvergesslichen Sonntagsausflug ein. Xanthos, ein ausgebildeter Assistenzhund, gehörte definitiv zu den Highlights des Tages. Er stand für Streichel- und Kuscheleinheiten zur Verfügung.

Mit dem „Tag für Kinder mit Behinderungen“ hat der ÖZIV Burgenland ein weiteres Kapitel geschrieben, um das Leben seiner Mitglieder noch aufregender zu gestalten. Schlussendlich ist eine Behinderung nicht ein Ende, sondern nur der Start einer neuen Herausforderung. Am Ende ist es wichtig, dass wir alle neue Perspektiven bekommen und den Kindern zeigen, dass auch sie Talente haben und es auch andere Kinder gibt, die in ähnlichen Situationen wie sie sind.

„Ein großes Dankeschön gilt natürlich dem Familypark in St. Magarethen, meinem Team und den vielen ehrenamtlichen Helfern, die uns an diesem Tag begleitet haben. Wir konnten ein Lachen ins Gesicht der Kinder, Geschwister und Angehörigen zaubern. Das freut mich besonders“, so Präsident Groß.

Kultur für ALLE 2016

Im Juli stand wieder alles im Zeichen der „Kultur für alle“-Offensive des ÖZIV Burgenland. Dieses Jahr auf dem Programm: „Otello darf nicht platzen“ (Schlossspiele Kobersdorf) und „Viktoria und ihr Husar“ (Seefestspiele Mörbisch).

„Kultur für alle“ bedeutet zwei Tage lang VIP zu sein. Die ÖZIV Burgenland-Mitglieder fühlen sich wie Stars, wenn sie ihre Bänder bekommen, in ihren eigenen VIP-Bereich können und dort bei Speis und Trank vor der Aufführung mit Freunden, den Mitarbeitern, Vorstandsmitgliedern und dem Präsidenten des ÖZIV Burgenland plaudern können. Es ist die entspannte Atmosphäre, die auch von schweren Schicksalsschlägen ablenkt und die Mitglieder für einige Stunden in eine andere Welt holt.

Wenn dann noch die Prominenz auf einen Besuch vorbeikommt und Wolfgang Böck in Kobersdorf sowie Dagmar Schellenberger in Mörbisch die Hände schütteln und für Fotos zur Verfügung stehen, ist das ein besonderes Erlebnis. Kein Wunder, dass an die 250 Personen in Kobersdorf und Mörbisch dabei waren und sich das traditionelle „Kultur für alle“-Programm nicht entgehen ließen.

Noch nie war der Andrang so groß wie dieses Jahr. Wohl auch, weil der ÖZIV Burgenland abermals sein Angebot erweitern konnte. Mit unserem Transporter können wir unsere Leute abholen und nach der Veranstaltung wieder heimbringen. Wir freuen uns, hier ein, für alle unsere Mitglieder leistbares und nutzbares, Angebot geschaffen zu haben.

Neu im „Kultur für alle“-Programm ist das Liszt Festival in Raiding, das schon dieses Jahr einige unserer Mitglieder besuchen konnten.

 

Mag. Ronald Reiter im Interview

Mag. Ronald Reiter, ist der neue Landesamtsdirektor des Burgenlandes. Mag. Reiter hat das Amt von WHR Dr. Robert Tauber, der nach mehr als 20 Jahren als Landesamtsdirektor mit 1. Juli 2016 den Ruhestand angetreten ist, übernommen.

 

Mag. Ronald Reiter, Jahrgang 1975, war nach Abschluss seines Studiums an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität in Wien als Verwaltungsjurist beim Magistrat der Stadt Wien, als Abteilungsleiter bei der Sicherheitsdirektion Burgenland und nach Absolvierung des Masterstudium an der Fachhochschule Wiener Neustadt von 2010 bis 2012 als stellvertretender Behördenleiter bei der Sicherheitsdirektion Burgenland tätig. Mit 1. September 2012 wurde Mag. Reiter Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl. Per 1. Jänner 2015 erfolgte innerhalb der Landesamtsdirektion die provisorische Betrauung mit der Leitung der LAD – Stabsstelle „Strategische Planung und Organisationsentwicklung“. Die neue Funktion des Landesamtsdirektors hat Mag. Ronald Reiter am 1. Juni 2016 übernommen (Quelle: www.burgenland.at)

 

GLEICHSICHT: Zu Beginn dürfen wir Ihnen zu Ihrem neuen Posten gratulieren. Bitte definieren Sie für unsere Leser, welches Aufgabengebiet der burgenländische Landesamtsdirektor abdecken muss.

Als Landesamtsdirektor leitet man den inneren Dienst des Amtes der Landesregierung. Ich bin Vorgesetzter der rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landesverwaltung und nehme auch beratend an den Sitzung der Landesregierung teil.  Wichtig ist mir auch die strategische Arbeit, die Ausrichtung und Entwicklung der Landesverwaltung als kompetenter und leistungsfähiger Partner für die Bürgerinnen und Bürger und für die Wirtschaft.

GLEICHSICHT: Der ÖZIV Burgenland zählt zu den größten und bekanntesten Behindertenorganisationen des Burgenlandes. Wie nehmen Sie den ÖZIV wahr?

Der ÖZIV Burgenland trägt durch seine Aktivitäten und durch sein Engagement sehr viel dazu bei, dass die Lebenssituation vieler Burgenländerinnen und Burgenländer verbessert wird. Er ist seit Jahrzehnten eine wichtige und verlässliche Institution, wenn es um die Interessen von Menschen mit Behinderung geht. Der ÖZIV Burgenland hat für das Burgenland durch sein starkes soziales Engagement einen sehr hohen Stellenwert.

GLEICHSICHT: Behinderung darf kein Handicap sein - so das Motto unseres Verbandes. Dennoch gibt es noch immer zahlreiche Lokale, die weder eine Behindertentoilette, noch einen barrierefreien Zugang haben. Welche Vorschläge hätten Sie, um das Burgenland „barrierefreier“ zu gestalten?

Zunächst freut es mich sehr, dass wir im Vorjahr das ÖZIV-Gütesiegel für die barrierefreie Adaptierung des Landhauses erhalten haben. Wir haben in diesem Bereich investiert und tun das auch weiterhin. Das Land ist bestrebt, öffentlich zugängliche Bauten und Anlagen für alle Menschen zugänglich und nutzbar zu machen. Aber auch darüber hinaus sollten Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Es gibt dazu die entsprechenden Bestimmungen im Behindertengleichstellungsgesetz. Barrierefreiheit ist auch in der Bauverordnung verankert. Und für den privaten Bereich gibt es auch mit der Wohnbauförderung die Möglichkeit, Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit zu fördern.  

GLEICHSICHT: Wie beurteilen Sie die Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit im Burgenland?

Ich denke, dass wir gerade in den letzten Jahren in punkto Barrierefreiheit gute Fortschritte erzielen konnten. Das Land Burgenland kann durch die Maßnahmen, die gesetzt wurden, sicher als Vorbild bezeichnet werden. Und gerade der ÖZIV Burgenland hat auch sehr viel dazu beigetragen, dass dieses Thema heute einen weitaus höheren Stellenwert hat und das Bewusstsein dafür gesteigert wurde. Aber natürlich müssen diese Anstrengungen fortgesetzt werden.

GLEICHSICHT: Ihr Wunsch für das Jahr 2017?

Dem Burgenland wünsche ich, dass wir die großen Herausforderungen weiter gut bewältigen können. Das gilt auch für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Dem ÖZIV Burgenland und allen Leserinnen und Lesern von GleichSicht wünsche ich alles erdenklich Gute für 2017.

 

Erstausgabe Dezember 2014 (pdf)

Ausgabe Mai 2015 (pdf)

Ausgabe Dezember 2015 (pdf)

Ausgabe Mai 2016 (pdf)

Ausgabe Dezember 2016 (pdf)


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  • Landeswappen Burgenland