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Aus unserer aktuellen Ausgabe


Vorwort des Präsidenten

Liebes Mitglied des ÖZIV Burgenland, Liebe Leserinnen und Leser,

 

Nur dann, wenn sich ein Verein über wachsende Mitgliederzahlen freuen darf, geht es ihm gut. Blickt man auf den Tätigkeitsbericht 2017, so können wir voller Stolz behaupten, dass es uns extrem gut geht.

  

Mit Ende 2017 konnten wir gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 12 Prozent verzeichnen. Vergleicht man den Mitgliederstand mit dem Jahr 2015, so kann sogar ein Plus von 30 Prozent verbucht werden. Noch unglaublicher ist der Zuwachs der Mitglieder unter 14 Jahre - hier konnte ein Plus, gegenüber dem Jahr 2016, von 73 Prozent erzielt werden. Das ist auch der Grund, warum der Altersdurchschnitt von 49,2 auf 48,3 Jahre gesunken ist.

Der ÖZIV Burgenland wächst also nicht nur, er wird auch immer jünger.

  

Gibt es mehr Betroffene? Nein. Es liegt an der Erweiterung des Tätigkeitsfeldes. Wer Mitglied beim ÖZIV Burgenland wird, dem stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung - einerseits gibt es die klassische Beratung andererseits gibt es E-Rolli-Fußball, die Kindergruppe „Rollinos“ oder auch das Projekt „Magic Moments“. Neben den vielen neuen Angeboten bleiben die altbewährten Ausflüge und Treffen weiterhin bestehen - so etwa „Kultur für Alle“ (Seefestspiele Mörbisch, Schlossspiele Kobersdorf und dergleichen) oder auch die traditionelle Weihnachtsfeier.

  

Der ÖZIV Burgenland ist keine „klassische Behindertenorganisation“, sondern ein Verein für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen, ein Verein, der es Jahr für Jahr schafft, Dinge zu bewegen. Hier arbeiten Menschen, die ihre Freizeit opfern, um anderen Menschen einen schönen Tag zu schenken.

  

Und auch wenn alles perfekt erscheint, so kann man immer noch besser werden. Das geht aber nur mit Ihnen - nur mit Dir. Hast Du Ideen, Vorschläge oder willst Dich einbringen, dann zögere nicht uns anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben.

  

Ich wünsche einen schönen Sommer und freue mich, auf der einen oder anderen Veranstaltung ein paar Worte mit Dir wechseln zu können.

  

Herzlichst euer

Hans-Jürgen Groß

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Magic Moments für behinderte Kinder

Bereits seit dem Jahr 2015 sorgt das Charity Projekt des ÖZIV Burgenland für strahlende Gesichter in den Reihen der jüngsten Mitglieder. Was als kleines Projekt begann, hat mittlerweile einen fixen Platz in der Vereinsarbeit. Aufgrund des enormen Zuwachses der unter 14-Jährigen müssen wir mittlerweile das Los entscheiden lassen, damit die Chancen unter unseren Mitgliedern gleich verteilt sind. 4x pro Jahr wird aus der Los-Box ein Namenskärtchen gezogen und dann beginnen die Recherchen:

 

Womit können wir ein Lächeln zaubern, den Alltag vergessen lassen und bleibende Erinnerungen schaffen?

 
Die unterschiedlichsten Wünsche lassen uns kaum zur Ruhe kommen – die strahlenden Augen der Kinder sind unser größter Lohn. An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an ALLE, ohne deren Unterstützungen die Erfüllung der Träume unmöglich wäre.

 

Neben der Unterstützung bei Anträgen zu Behindertenpass, Pflegegeld, Finanzierungsmöglichkeiten von Hilfsmitteln etc., sind diese Magic Moments und die Angebote der Sektion Kinder und Jugendliche ein Grund mehr, Mitglied beim ÖZIV Burgenland zu sein.

 

Bereits zu Jahresbeginn durften wir mit den Eltern von Vincent über seine Träume sprechen. Der junge Mann hatte gleich konkrete Vorstellungen eines Magic Moments: einmal als „Match Ball Carrier“ in die Fußballarena mit den ganz Großen „einlaufen“ (Anm. der Redaktion: Vincent sitzt im Rollstuhl). Eine ganze Menge Mails und Telefonate später war es gelungen, die richtigen Ansprechpartner zu finden und bereits am 23. März 2018 war es soweit – das erzählt uns Vincent aber selbst:

 

Mein Magic Moment dank ÖZIV Burgenland. Ein unvergessliches Erlebnis.

 

Am 23. März war ich beim Freundschaftsspiel Österreich gegen Slowenien "matchball carrier". Ein "matchball carrier" bringt den Ball aufs Spielfeld.

 

Meine Eltern und ich fuhren nach Klagenfurt, wo das Länderspielstattfand. Wir checkten im Hotel ein und gleich danach ging es auch schon weiter zum Fussballstadion. Mittlerweile war ich schon sehr aufgeregt. Vor dem Stadion erwartete uns Hans Huber, ein sehr bekannter ehemaliger Sportkommentator, um mit uns eine Stadiontour zu machen. Er zeigte uns die Kabine der österreichischen Nationalmannschaft. Dort durfte ich das Teamleiberl von David Alaba halten und es wurde ein Foto gemacht. Von den Betreuern der Nationalmannschaft bekam ich auch eine original Teamhaube und -kappe geschenkt.

 

Dann gingen wir in den Moderatorenraum, von dem aus man das ganze Spielfeld überblicken kann. Wir gingen danach runter aufs Spielfeld und setzten uns auf die Trainerbank. Es war alles sehr aufregend, aber der große Augenblick sollte ja noch kommen. Dann fuhren wir in den VIP-Raum, wo wir am Buffet unser Essen geholt haben. Eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff holte uns ein Mitarbeiter vom ÖFB ab und führte uns in die Katakomben. Dort zog ich mich um und schaute den Mannschaften beim Aufwärmen zu. Danach fuhren wir zurück, hinein in den Spielertunnel wo ich den Spielball bekam. Jetzt musste ich nur noch auf die Spieler und den Schiedsrichter warten. 

 

Dann kam der große Augenblick, mein "Magic Moment"! lch lief mit den Mannschaften auf den Rasen. Die Mannschaften stellten sich auf und die Hymnen wurden gesungen. Und ich war die ganze Zeit dabei. Dann gab ich dem Schiedsrichter den Ball und fuhr zum Spielfeldrand. Dort wartete mein Papa auf mich und ging mit mir zur VIP-Tribüne, damit ich mir das Spiel anschauen konnte. 

Dort habe ich bis zum Schlusspfiff mitgefiebert und konnte einen tollen 3:0 Sieg für uns bejubeln. 

 

ES WAR MEGAGEIL!

 

vielen Dank an Frau Tometich und das ganze ÖZIV Burgenland Team für diesen sensationellen "Magic Moment"

 

Euer 

Vincent

Über den Baumkronen

Der erste Ausflug der Kindergruppe „Rollinos“ des ÖZIV Burgenland im heurigen Jahr hat uns in den Süden des Burgenlandes geführt.

 


Bei traumhaft schönem Wetter haben wir die Wald- und Vogelwelt in Rechnitz besucht. Am Rechnitzer Badesee entlang führt der Weg direkt ins Reich von Herrn Hubert Reschl. Mitten im Wald erstreckt sich ein 22 Meter hoher Holzturm, der eine Vogelvoliere umgibt.

Begleitet vom Gesang der verschiedensten Vögel haben wir den Turm erklommen – barrierefrei versteht sich. Oben angekommen, hat sich uns ein wundervoller Blick über die Baumkronen aufgetan – die Kids waren begeistert. Herr Reschl hat uns all unsere Fragen beantwortet und uns viel über die Bewohner der Voliere und die Entstehung der Kindererlebniswelt erzählt. Seine treue Begleiterin Lotte heimste unterdessen Streicheleinheiten ein.

 

Zurück am Boden wurde der Weg durch das Labyrinth gesucht und im Sandkasten gespielt – alles rollstuhlgerecht! Eine Runde rollstuhlschaukeln für die Rollinos während sich die Erwachsenen eine kleine Pause gegönnt haben.

 

Gut gestärkt ist der ÖZIV Burgenland Konvoi, angeführt von Herrn Reschl, den kurzen Weg nach Markt Neuhodis zum Baumwipfelweg gefahren.

Hier erstreckt sich, auf Türmen erbaut, ein bis zu 20 Meter hoher Weg durch und letztendlich über die Dächer der Bäume. Die wertvollen Informationen über die heimische Tier- und Pflanzenwelt haben das Interesse der Kinder geweckt. Durch das riesige Hörrohr am vorletzten Turm kann man nicht nur die Tierwelt aushorchen, auch was auf der Aussichtsplattform gesprochen wird, kann „abgehört“ werden! Ein Quiz mit ausgestopften Tiere, das alle Rollinos mit Bravour gemeistert haben, hat Herr Reschl auch noch organisiert. Eine freilebende Schlange und ein Eichkätzchen, das Vogelfutter stibitzt, haben den erlebnisreichen Tag abgerundet.

 

Ein schöner Einklang auf den Muttertag, fröhliche Kinder und zufriedene Mamas und Papas – genauso soll es sein!

 

Wir freuen uns schon jetzt auf die zahlreichen Ausflüge und Unternehmungen, die noch heuer folgen werden. Nähere Informationen und Termine sind auf der Homepage www.oeziv-burgenland.at zu finden oder direkt im Büro des ÖZIV Burgenland zu erfahren.

ÖZIV Burgenland Gütesiegel

Das ÖZIV Burgenland Gütesiegel soll als Auszeichnung und gleichzeitig als Motivation für alle Objekteigentümer und Projektleiter dienen. Die gesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen und somit die Barrierefreiheit für alle Menschen sollen öffentlich kenntlich gemacht werden.

 

Das ÖZIV Burgenland Gütesiegel soll Menschen mit Behinderungen als Information über das zu erwartende Angebot dienen. Trotz Abweichungen von der Norm, wird ein einheitlich hoher Standard durch die Prüfung des ÖZIV Burgenland sichergestellt und anhand der drei Schlüssel für die Bereiche Sehbehinderung, Hörbehinderung und Mobilitätsbehinderung eindeutig klar ersichtlich gemacht.

 

NMS Horitschon wurde mit dem ÖZIV Burgenland Gütesiegel ausgezeichnet

 

Am Montag, den 23. April 2018, fand in der NMS Horitschon im Rahmen eines Festaktes die feierliche Verleihung des ÖZIV Burgenland Gütesiegels statt.

 

Es war eine tolle Veranstaltung in einer Schule, in welcher man als Schüler in einer hohen Qualität unterrichtet wird und Inklusion zum Leben erwacht.

 

Die Schulleiterin, Frau Eva Reumann, und der Bürgermeister der Gemeinde Horitschon, Herr Georg Dillhof, waren besonders stolz darauf, dass die NMS Horitschon eine Vorreiterrolle in Bezug auf Barrierefreiheit übernommen hat. Im Rahmen der Feierlichkeiten gab es viele Gelegenheiten mit Hans-Jürgen Groß, dem Präsidenten des ÖZIV Burgenland, Erfahrungen und Anregungen diesbezüglich auszutauschen.

 

Hans-Jürgen Groß wandte sich in seiner Ansprache direkt an die aufmerksam zuhörenden Schüler und hob hervor, wie wichtig Bildung - besonders für Menschen mit Behinderungen - ist. Die gute Ausbildung als Grundlage für eine Chance auf dem Arbeitsmarkt ist für ein selbstbestimmtes Leben essentiell.

 

Nähere Informationen zum ÖZIV Burgenland Gütesiegel finden Sie auf unserer Homepage unter www.oeziv-burgenland.at.

Das mundwerk in Oberwart – Örtlichkeit für das 1. Sommerfest des ÖZIV Bgld.

Seit etwa einem Jahr gibt es das Restaurant „mundwerk“ im Impulszentrum am Rande der Stadt Oberwart. Der Eigentümer, Herr Ing. Karl Scheiner, betreibt das Lokal mit seinem Geschäftsführer Daniel Koller und dem Koch Markus Baldaszti. Das „mundwerk“ verfügt über einen schönen Außenbereich und sehr schöne Gasträumlichkeiten und es ist barrierefrei! Herr Ing. Scheiner hat die Barrierefreiheit bereits ernst genommen, als sie gesetzlich noch gar nicht vorgeschrieben war.

 

Das wichtigste Kriterium für ein Restaurant ist jedoch seine Küche! Diesbezüglich stimmt alles - großes Lob. Neben einer reichhaltigen Speisekarte (auch vegan) ist vor allem von Montag bis Freitag das Mittagsmenü hervorzuheben: immer frisches Salatbuffet, ein Fleisch- oder Fischgericht, sowie immer auch eine vegetarische Speise und: immer auch ein Schnitzerl zum Menüpreis. In den Sommermonaten Juni bis August findet jeden Freitag ein Grillabend statt.

 

Parkplätze sind reichlich vorhanden, das Personal unter der Führung von Daniel Koller ist außerordentlich entgegenkommend und hilfsbereit. Sonderwünsche sind kein Problem.

 

Diesem Entgegenkommen ist es zu danken, dass das erste  ÖZIV Sommerfest am 1. September im „mundwerk“ stattfinden wird - am Samstag, an dem normalerweise geschlossen ist. Großer Dank dafür dem ganzen „mundwerk“-Team und auch der OSG, die unser Fest finanziell unterstützen wird. Ziel ist es, dieses Sommerfest zu einer fixen Einrichtung zu machen, um unseren Mitgliedern im Landessüden entgegen zu kommen. Herzlich eingeladen sind natürlich alle unsere Mitglieder! Der Kostenbeitrag wird pro Mitglied bei 10 Euro liegen.

 

Wir hoffen auf zahlreiche Besucher und gutes Wetter. Für Speis und Trank sowie gute Unterhaltung ist gesorgt. Last but not Least: Best coffee in Town!

 

Erstes ÖZIV-Sommerfest 1. September 2018 um 14 Uhr mundwerk, Gustav Brunner-Str. 1/5, 7400 Oberwart, http://www.mundwerk.restaurant/

 

INFOBOX:

ÖZIV-Sommerfest am 1. September 2018 um 14 Uhr
Kostenbeitrag: € 10,- / Person
mundwerk, Gustav Brunner-Str. 1/5, 7400 Oberwart,
www.mundwerk.restaurant

 

TIPP: die Inform Oberwart besuchen und anschließend beim 1. ÖZIV Sommerfest mitfeiern und den Tag gemütlich ausklingen lassen!

 

Anmeldungen ab sofort im Büro ÖZIV Bgld. unter 02682/930 80 400 oder office@oeziv-burgenland.at

Frühwald – eine Kooperation, die bewegt

Mit der Weiterführung der Kooperation mit der Firma Frühwald können wir unseren Mitgliedern beste Beratung im Bereich Hilfsmittelversorgung bieten. Von der Standardversorgung zu individuellen Lösungen bis hin zur Lieferung und Einschulung und der permanenten Nachbetreuung – wir können uns auf das professionelle Team der Firma Frühwald verlassen.
Mit der Unterstützung des ÖZIV Burgenland, finanzielle Mittel zu lukrieren und alle notwendigen Anträge zu stellen, ist die Kooperation für unsere Mitglieder ein doppelter Gewinn.

 

Im März diesen Jahres konnten sich interessierte Mitglieder des ÖZIV Burgenland über Neuerungen informieren und Hilfsmittel direkt ausprobieren: gleich 2 Veranstaltungen der Firma Frühwald hat der ÖZIV Burgenland besucht und angemeldete Klienten im Rollstuhltransporter kostenlos mitgenommen.
  

Ging es bei der ersten Veranstaltung um die Vorstellung der neuen Aktivrollstühle, so setzte man eine Woche darauf auf Motorantrieb mit E-Scooter und E-Rollstühlen der neuen Generation.

 

Ein Besuch am Messestand unseres Kooperationspartners bei der Integra, Messe für Pflege, Reha und Therapie in Wels, war selbstverständlich. Mit einem Transporter voller neugieriger Mitglieder hat der ÖZIV Burgenland auch hier nach dem Rechten gesehen. Hier war für alle etwas dabei!

 

Für all diese Fahrten möchten wir an dieser Stelle unserem Johann für den sicheren Transport danken!

Erfolge bei der Durchsetzung der Rechte unserer Mitglieder!

Die Arbeiten an Beschwerden und Klagen gehören neben den vorhergehenden Anträgen unter anderem zu den Angeboten für die Mitglieder des ÖZIV Burgenland. Gegen Ablehnungen von z.B. Reha-Anträgen, Zusatzeintragungen und Erhöhungsanträgen kann man Rechtsmittel einlegen, was immer wieder Teil der Aufgaben für unsere Klienten ist.

 

Familienbeihilfe

Die erhöhte Familienbeihilfe wird für ein Kind mit Behinderung ab einem Grad der Behinderung von 50% ausbezahlt. Frau H. hat eben diesen Antrag gestellt und einen positiven Bescheid erhalten, welcher ab sofort seine Gültigkeit hatte. Die Diagnose ihres Sohnes zeigte jedoch klar, dass die Behinderung schon seit langen Jahren Grund für grobe Auffälligkeiten war und die erhöhte Familienbeihilfe demnach schon gebührt hätte. Mit dem Bescheid und der Diagnose ist Frau H. zum ÖZIV Burgenland gekommen. Wir haben uns dem Fall angenommen und eine rückwirkende Zuerkennung und Auszahlung beantragt und Erfolg gehabt!
(Anm. der Redaktion: die erhöhte Familienbeihilfe kann für höchstens 5 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden!)

  

Rehabilitation für behinderte Kinder

Ebenso glücklich sind die Eltern von Christoph, dass der Junge nun doch den dringend notwendigen Reha-Aufenthalt antreten darf. Und auch Diana kann nach unserem Einschreiten auf Reha fahren und freut sich, ihre Fortschritte ausbauen und halten zu können.

  

Und Rehabilitation für Erwachsene mit Behinderungen

Ein weiterer Erfolg ist die Zuerkennung des Rehabilitationsaufenthaltes für Herrn W. Der erste Bescheid, der negativ ausgestellt wurde, schockierte die Familie. Wie dringend notwendig kompetente Unterstützung bei der Heilung und Genesung nach einem Schlaganfall ist, versteht sich von selbst. Der ÖZIV Burgenland konnte auch hier zu einer Zusage verhelfen.

 

Zusatzeintragung und §29b

Einen langen Weg sind wir mit Herrn I. bereits gegangen, der aufgrund seiner Behinderung auf den Parkausweis § 29b angewiesen ist. Ein dementsprechend vom ÖZIV Burgenland gestellter Antrag wurde jedoch zurückgewiesen. In diesem Fall wurde eine Beschwerde verfasst, welche in der sogenannten Beschwerdevorentscheidung wiederum abgewiesen wurde. Ein Vorlageantrag gemäß §15 des VwGVG wurde vom ÖZIV Burgenland eingebracht. Die Bearbeitung am Bundesverwaltungsgericht dauert seine Zeit, aber das Warten hat sich schlussendlich gelohnt. Herr I. ist nun im Besitz der notwendigen Zusatzeintragung im Behindertenpass und der Parkausweis kann ausgestellt werden. Gleiches gilt für den Fall unseres Mitglieds Herrn S. Hier war derselbe Weg notwendig, wobei wir uns auch hier über ein positives Ergebnis freuen durften.

  

Pflegegeld  

Herrn T. dürfen wir nun ebenfalls schon einige Zeit begleiten. Vom I-Pensionsantrag über Ausgleichszulage bis hin zu Wohnbeihilfe und Antrag auf Gebührenbefreiungen haben wir alles gemacht. Die Zuerkennung der Pflegestufe wurde jedoch mit Ende der Befristung wieder entzogen. Aufgrund der Begutachtung der Sachlage wurde eine Klage vom ÖZIV Burgenland verfasst. Nach der Untersuchung durch den Gerichtsgutachter haben wir unseren Klienten vor Gericht bestmöglich vertreten. In der Verhandlung konnten wir uns auf einen Vergleich mit der Pensionsversicherungsanstalt einigen, dass die Pflegestufe 1 weiterhin gebührt und für die Zeit ab dem Entzug nachgezahlt wird. Die Information über den Ausgang des Verfahrens hat für große Freude bei unserem Mitglied gesorgt und die dankenden Worte für Stolz bei den Mitarbeiterinnen des ÖZIV Burgenland!

 

Erfolgreich geschlichtet

Das Behindertengleichstellungsgesetz steht für den Diskriminierungsschutz für Menschen mit Behinderungen in vielen Bereichen des Lebens.

 

Der ÖZIV Burgenland reicht Schlichtungsanträge im Falle einer vorliegenden unmittelbaren Diskriminierung einerseits als Vertreter für Mitglieder ein, andererseits aus eigenen Beweggründen, wenn grundsätzliche Diskriminierungsvorwürfe im Raum stehen – wie am Beispiel der Schlichtung bezüglich der Förderungen bei Anschaffung von Assistenzhunden.

 

In den vormals geltenden Richtlinien war eine Förderung ausschließlich für Blindenhunde möglich – Signalhunde und Servicehunde waren nicht in diesen Maßnahmen enthalten (Anm. der Redaktion: obwohl laut Definition Teil der Gruppe der Assistenzhunde).

 

Zahlreiche Schlichtungsgespräche hat der Präsident des ÖZIV Burgenland mit den zuständigen Schlichtungsgegnern geführt und ein tolles Ergebnis erzielt: Seit 01.01.2018 sind ALLE Assistenzhunde, unter den notwendigen Voraussetzungen, förderungsfähig!

Im Gespräch mit Georg Tischler

Georg Tischler – österreichischer Rollstuhl-Leichtathlet – kann auf große Erfolge zurückblicken und hat sich bereit erklärt, dem ÖZIV Burgenland Rede und Antwort zu stehen.

  

Gleichsicht: Sie sitzen seit einem Moped Unfall (1977) im Rollstuhl. Können Sie uns erzählen, wie Sie die erste Zeit nach dem Unfall erlebt haben?

Das war schrecklich. Von einer Sekunde zur anderen in ein komplett neues Leben gestoßen zu werden, das ist unbeschreiblich. Angst, Perspektivlosigkeit und Depression waren anfangs mein Begleiter.   Doch Familie, Freunde waren an meiner Seite um wieder Sinn und Freude zu finden.

  

Gleichsicht: Inwiefern hat sich Ihre Lebenseinstellung nach diesem Ereignis verändert?

Ich sehe vieles nicht so eng. Ich erfreue mich an der Natur und lebe ein zufriedenes Leben.

 

Gleichsicht: Aufgeben war keine Ihrer Optionen – wie haben Sie zum Sport gefunden?

Erstkontakt mit dem Sport hatte ich im Rehabilitationszentrum Tobelbad. Doch erst als ich mein Leben so geregelt hatte, sodass ich durch Arbeit die finanzielle Unabhängigkeit erreichen konnte, war ich bereit für den Sport. Der Burgenländische Behindertensportverein ermöglicht mir meinen Sport so zu betreiben, dass ich daran Freude und Erfolg habe. Ohne die Unterstützung des Burgenländischen Behindertensportvereines wäre ich nie so weit gekommen.

  

Gleichsicht: Welche Voraussetzungen sind Ihrer Meinung nach notwendig, um in der „oberen Liga“ mitmischen zu können?

Ganz wichtige Kriterien sind: Ein unterstützendes Umfeld – Familie -  Betreuer – Trainer – Trainingsstätte. Mentale Stärke (Disziplin, Ausdauer, Durchhaltevermögen, zielorientiert arbeiten) und eine hohe Leistungsbereitschaft um das tägliche Training zu absolvieren.

  

Gleichsicht: Wie oft und mit welchen speziellen Geräten trainieren Sie?

Tägliches Training ist Voraussetzung um im Internationalen Spitzensport bestehen zu können. Da sind Trainingseinheiten von über zwei Stunden keine Seltenheit. Das Training ist sehr abwechslungsreich und variiert. Techniktraining, Krafttraining und Ausdauertraining.

Ein spezieller Wurfstuhl ist notwendig um das Kugelstoßen ausführen zu können. Um techniknahes Schnelligkeitstraining im Kugelstoßen zu trainieren, wurde für mich ein Armschubgerät konzipiert.

  

Gleichsicht: Was hat sich in den letzten Jahren im Bereich Behindertensport verändert?

In den letzten 10 – 15 Jahren ist der Behindertensport zum echten Leistungssport geworden und braucht den Vergleich mit dem Nichtbehindertensport nicht mehr zu scheuen.

Spitzensportler brauchen Trainings- und Leistungsoptimierung auf höchstem Niveau. Mich hat das IMSB seit dem Jahr 2000 erfolgreich bei der Erreichung von sportlichen Höchstleistungen unterstützt. Egal ob Sportmedizin, Ernährungswissenschaft, Anthropometrie oder Regeneration und Therapie.  

  

Gleichsicht: Engagieren Sie sich auch für Nachwuchssportler im Bereich des Behindertensports?

Da ich neben dem Sport auch noch einen Job, bleibt mir dafür leider keine Zeit.

  

Gleichsicht: Welcher war Ihr persönlich größter sportlicher Erfolg?

Natürlich mein Olympiasieg im Jahr 2004: Damals habe ich mit einem neu aufgestellten Weltrekord die Goldmedaille gewonnen.

Mein Weltmeistertitel 2009, den ich ebenfalls mit Weltrekord gewonnen habe, zähle ich natürlich noch dazu.

  

Gleichsicht: Was könnte/sollte im Bereich Behindertensport im Burgenland/Österreich verbessert werden?

Vieles hat sich in den letzten Jahren positiv verändert. Jetzt haben wir im Burgenland mit dem Landessportzentrum VIVA in Steinbrunn ein Kompetenzzentrum; hier können auch behinderte Sportler trainieren. Das gab es zu Anfang meiner sportlichen Laufbahn nicht. Toll wäre es natürlich, wenn es in jedem Bezirk so etwas in dieser Art geben würde. Leider ein Wunsch, der so schnell nicht in Erfüllung gehen wird.

  

Gleichsicht: Trainieren Sie aktuell für bestimmte Wettkämpfe?

Derzeit bin ich im Trainingsaufbau für die Europameisterschaft im August in Berlin.

   

Gleichsicht: Mit 01.01.2016 ist das Behindertengleichstellungsgesetz in vollem Umfang in Kraft getreten. Barrierefreiheit in Österreich – Ihr Statement dazu:

Natürlich toll, dass dieses Gesetz in Kraft getreten ist. Leider ist es durch Ausnahmeregelungen etwas zahnlos. Da muss noch mehr kommen. Seitens der Politik müsste da noch mehr Druck auf die Einhaltung dieses Gesetzes gedrängt werden. Es darf nicht der Anschein entstehen, dass eh alles in Ordnung ist.  

Auftakt zur E-Rolli Fußballsaison 2018

Am 14. April 2018 lud der ÖZIV Burgenland zu einem Spieltag mit der Sektion Sport und dem E-Rolli Fußballteam Wild Wheels ein. Der Einladung folgten ein Team aus Linz und drei Teams aus Wien. Das Heimteam Wild Wheels trat zum ersten Mal mit zwei Teams in zwei Ligen an.

  
Spieltage sind dazu da um Freundschaften zu pflegen, aber auch um sich mit anderen Teams zu messen. Das Wiener Team „Danube E-agles“ trat erstmals in der 1. Liga an und hat sich sehr gut geschlagen. Es wurde an diesem Tag wieder ein temporäres Team, die „Austrian All Stars“, gestellt. Ein Neuling aus Linz führte diese Gruppe an; durch ein faires Auswahlverfahren wurden ihm zwei Spieler aus der 1. Liga und ein Spieler aus der 2. Liga zur Verstärkung gezogen.

  
In vier Stunden konnten wir 12 Spiele austragen. Dank dem unermüdlichen Einsatz von drei Schiedsrichtern liefen alle Spiele spannend und fair ab. Das Team „Wild Wheels 1“, welches in der 1. Liga mit Jakob Schriefl, Thomas Feige, Henri Ziegner und Teamkapitän Michael Streit antrat, kämpfte hart. Klar, erstmals traten wir auch mit Sportrollstühlen an, die Erwartungen waren groß, die Nervosität noch größer. „Man wartet zu Beginn eines Spiels nur auf den Münzwurf des Schiedsrichters, der damit einem Team die Wahl zwischen Platzwahl oder Ballbesitz gibt“, so Trainer Michael Streit. Die Entscheidung fällt eigentlich immer sehr schnell - man will einfach nur spielen. Dann der erlösende Pfiff - los geht’s! So schnell das Spiel dann beginnt, ist es meist auch wieder zu Ende. Egal, kurz durchschnaufen, ran an die 2. Halbzeit. 8 Minuten pro Halbzeit. Nicht viel Zeit, um in einen Spielfluss zu kommen, doch keiner lässt sich den Stress anmerken. Mit Geschick und heftiger Gegenwehr will der Ball mittels dem vorne montierten Gitter geführt werden - und natürlich geschossen. Wenn möglich an dem Gegner vorbei, auch wenn dann meist schon der Nächste wartet. „Out“ - kommt oft vor. Wie beim normalen Fußball gibt’s auch bei uns einen „Einwurf“. Natürlich wird dieser geschossen, nicht geworfen. Hier kommt so gut wie immer ein Drehschuss zum Einsatz. Der Spieler stellt sich neben den Ball, holt einmal Schwung und mit einem - sofern gut getroffen - ordentlichen Tempo rast der Ball wieder ins Spielfeld. Vor dem Tor spitzt sich die Situation immer zu. Der Strafraum beträgt 8m x 5m. Platz genug um drei angreifende Spieler unterzubringen, aber nur zwei verteidigende Spieler dürfen im Strafraum sein. Der Tormann und sein Verteidiger können den Spieß allerdings jederzeit umdrehen. Schafft man es einen Schuss abzuwehren und den Ball dabei zwischen den Gegner durchzuschießen, warten dort schon geduldig der Stürmer und Mittelfeldspieler. Schnell kann so die Situation umgedreht werden. Spannend, was sich in 8 Minuten so alles ausgeht.

 

Der Spieltag war ein voller Erfolg. Nur glückliche Gesichter - denn an diesem Tag gewannen alle. Jeder Einzelne brachte für sich seine Höchstleistung, und ehrlich, was will man mehr?
Müde, ausgepowert, aber zufrieden.
  

Ich, Teamkapitän und Trainer der Wild Wheels, war und bin vollauf zufrieden.
Was hatten  wir persönlich erreicht?  Was waren „meine“ Erwartungen an diesem Tag?
Nun, wie schon anfangs erwähnt, wurde das Team in zwei Teile geteilt - Wild Wheels 1 und 2. Zu Testzwecken. Bei Wild Wheels 2 wurde Martin Beljadziiski als Teamkapitän eingesetzt und kämpfte zusammen mit Michael Hagleitner, Matthäus Szalay und Moritz Ziegner.
Tapfer hielten sie den Gegnern stand und verloren kein einziges Spiel. Das Team Wild Wheels 1 verlor erst gegen die Wiener Thunder E-agles 0:1, konnte sich aber revanchieren und schlugen als erstes österreichisches Team die Thunder E-agles mit 2:1.
Unser bisher größter Erfolg. Das Training hat sich also ausgezahlt, wir sind auf einem sehr guten Weg. Gegen die „Steelchairs“ aus Linz konnten wir mit einigen Toren gewinnen. Doch kann man diesen „Erfolg“ nicht mit den bisherigen Spielen gegen die „Steelchairs“ vergleichen, da das Team an diesem Tag nicht in voller Stärke antreten konnte. Das gilt auch für das Team „Thunder E-agles“ welches ebenso nicht in voller gewohnter Stärke antreten konnte.

  

Um das süße Wohl kümmerte sich das Team des ÖZIV Burgenland, um Hunger und Durst zu stillen hatte das Landessportzentrum VIVA vorgesorgt. Um die Sicherheit während der Veranstaltung bestmöglich zu garantieren, waren drei Sanitäter vom Samariterbund Burgenland anwesend. Damit überhaupt alles funktioniert, ist den zahlreichen freiwilligen Helfern zu verdanken. Spieler transportierten, Equipment auf- und auch wieder abbauen. An dieser Stelle mal ein herzliches Danke an unsere Helfer!

  

Um wirklich zu verstehen, was bei so einem Spieltag alles passiert, muss man einfach einmal dabei gewesen sein. Weit spannender geht es zu, als man auf diversen Videos vielleicht denken mag. Mit irrer Beschleunigung und bis 10 km/h kämpfen am Spielfeld insgesamt acht Spieler - vier pro Team. Auf einem basketballgroßem Feld. Das kann man sich nicht vorstellen - das muss man erlebt haben!

Spieltag der 2. Österreichischen Liga in Linz

... ein Bericht von Michael Streit

 

Wie schon im Vorjahr nahm unser Team „Wild Wheels“ an der österreichischen Liga im E-Rolli Fußball teil (1.Liga). Gestartet wurde auch dieses Jahr in Linz, im Herbst wird es ein Rückspiel in Wien geben.

 
Wir durften auch gleich die Liga Spiele 2018 eröffnen und kämpften im 1. Spiel gegen den Gastgeber Steelchairs vom RSC Heindl Linz. Neu bewaffnet mit drei B500 Sport Rollstühlen sowie mit ein paar neuen Taktiken im Gepäck ging es also los. Schon in der ersten Halbzeit konnten wir mit 1:0 in Führung gehen. Das Tor schoss Jakob Schriefl. Hier wurde echt nichts geschenkt - das Team „Steelchairs“ kämpfe bis zur letzten Minute. Zweieinhalb Minuten vor Ende der 2. Halbzeit gelang den Linzern der Ausgleich auf 1:1. „Es war grausam“, erinnert sich Trainer Michael Streit an diesen Moment. Noch knappe 2 Minuten zu Spielen. „Ich war sauer und enttäuscht weil ich schon den Sieg vor Augen hatte“, meint der burgenländische Trainer weiter. „Wild entschlossen zu gewinnen, starteten wir also einen letzten Angriff, welcher auch perfekt funktionierte“, erzählt er weiter. 2 Minuten vor Ende erzielten die „Wild Wheels“, Torschütze Henri Ziegner, ein weiteres Tor und gingen mit 2:1 wieder in Führung. So endete das 1. Spiel mit einem Sieg für unser Team „Wild Wheels“. „Leider hatte ich mit technischen Problemen zu kämpfen“, schildert Michael Streit. „Zum Glück war an diesem Tag Jakob Teamkapitän, da konnte ich mit Co Trainer Bruno auf Fehlersuche gehen“ erklärt er noch. Zumindest temporär konnte das Problem behoben werden. Das 2. Spiel in der 1. Liga endete mit 9:0 für das Wiener Team „Thunder E-agles“ gegen das Linzer Team „Steelchairs“. Dann war es wieder soweit: das burgenländische Team des ÖZIV Burgenland „Wild Wheels“ trat gegen das Topteam aus Wien, „Thunder E-agles“, an. „Ein erbarmungsloser Kampf“ - besser könnte man das letzte Spiel der beiden Teams nicht beschreiben. „Wir gaben wirklich alles, mussten uns aber mit 0:2 geschlagen geben“, erzählt Michael weiter.

 

So spannend waren die Spiele noch nie. Vorheriges Jahr verloren wir 8:0 gegen Wien. Im momentanen Zwischenstand stehen wir auf dem 2. Platz. Das Jahr zuvor standen wir auf dem 3. Platz.

 

Trainer und Teamkapitän Michael Streit fasst zusammen:

  • starke Steigerung gegenüber dem Vorjahr
  • Gewinn gegen Linz

„Ich bin sehr stolz auf die Entwicklung unseres Teams. Alle Spieler haben Fortschritte gemacht“, freut sich Michael. Die neuen B 500 Sportrollstühle tragen natürlich auch dazu bei. Hier merkt man erst wieder wie wichtig die richtige Ausrüstung ist. Mit einem normalen Rollstuhl hat man gegen diese Sportrollstühle beinahe keine Chance.

 

Im Herbst geht es weiter mit dem 2. Spieltag, bis dahin wird natürlich wieder fleißig trainiert!
  

Interessierte, die das Team der „Wild Wheels“ verstärken wollen, melden sich jederzeit direkt beim Teamkapitän Streit Michael: michael.streit@oeziv-burgenland.at oder im Büro des ÖZIV Burgenland (office@oeziv-burgenland.at) zur Kontaktvermittlung!

"Ich glaube, ich habe mehr Elterngespräche als meine Kollegen“

Andreas Braun unterrichtet im Rollstuhl

 

Nachdem wir für unsere aktuelle Ausgabe ein Interview mit einem Lehrer im Rollstuhl führen wollten, mussten wir über die Landesgrenzen hinausgehen und mit Andreas Braun aus Baden-Württemberg (Deutschland) Kontakt aufnehmen. Andreas Braun wurde am 09.12.1981 geboren und ist seit sechs Jahren Lehrer. Er unterrichtet die Fächer Mathe und Geschichte.

  

Wir haben zuerst nach einem österreichischen Lehrer im Rollstuhl Ausschau gehalten, haben jedoch festgestellt, dass es in unserem Land scheinbar keine auf den Rollstuhl angewiesenen Lehrer gibt.

 

Wie sieht die Situation in Deutschland aus? Gibt es viele körperbehinderte oder auf den Rollstuhl angewiesene Lehrer?

In Deutschland ist die Situation ähnlich, viele sind es nicht, aber es werden mehr. In Deutschland muss der öffentliche Dienst eine gewisse Quote an Menschen mit Behinderung erfüllen, dies hilft, dass immer mehr Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt unterkommen.

  

Sie sitzen im Rollstuhl. Die Folgen eines Unfalls?

Ja, ich hatte im Jahr 2005 einen Unfall bei einem Feuerwehreinsatz beim Umsteigen von der Leiter in ein Fenster. Ich bin aus rund 7,5 m abgestürzt.

  

Wie würden Sie die erste Zeit in der neuen Situation beschreiben? Welche Probleme hatten Sie zu meistern?

Zuerst war es ein Schock, nicht mehr laufen zu können, aber die Versorgung in der BG Unfallklinik in Tübingen war hervorragend. Hier war alles darauf ausgerichtet, um sein Leben im Rollstuhl zu meistern. Man hat schnell gelernt mit dem Rollstuhl umzugehen und konnte dort auch gleich die Überprüfungsfahrten machen, sodass man nach der Entlassung wieder Autofahren konnte. Dies war ein sehr großer Vorteil, da die Mobilität im Rollstuhl sehr wichtig ist. Was sehr schwierig war, dass man in der ersten Zeit im Rollstuhl das Gefühl hatte, dass einen alle anstarren, aber das hat sich mit der Zeit zum Glück gelegt.

  

Sie unterrichten die Fächer Mathe und Geschichte. Wollten Sie schon immer Mathe- und Geschichtslehrer werden?

Ja, ich hatte mein Studium bereits vor dem Unfall begonnen und es war schnell klar, dass ich dies weiterführen konnte. Dies war sehr wichtig, da man schnell eine Aufgabe braucht, um wieder Fuß zu fassen.

  

Inwieweit hat die neue Situation Ihr (Familien)Leben verändert und beeinflusst?

Ich musste meinen Alltag komplett umstellen, für einfache Dinge wie Duschen oder Anziehen benötigt man nun wesentlich mehr Zeit. Auch ist man nicht mehr so spontan und muss manche Unternehmungen viel genauer planen als dies früher der Fall war. Sei es bei Urlaubsplanungen oder bei ganz einfachen Dingen wie zum Beispiel Einkaufen gehen.

  

Würden Sie sagen, dass die Schüler bei Ihnen anders reagieren, weil Sie im Rollstuhl sitzen?

So die ersten zwei bis drei Wochen hat man fast ein bisschen einen Bonus, weil die Schüler eher etwas zurückhaltender sind. Dann passen sie etwas besser auf und reden nicht so viel. Aber nach einer gewissen Zeit legt sich das und sie sind wie bei allen anderen Lehrern auch.

  

Wie haben die Eltern reagiert, als sie erfahren haben, dass die Schüler von einem Rollstuhlfahrer unterrichtet werden?

Interessiert, ich habe das Gefühl, dass ich etwas mehr Elterngespräche habe, weil diese gerne den Lehrer im Rollstuhl sehen möchten, von dem die Kinder erzählt haben.

  

Wie geht das Lehrerkollegium mit Ihrer Behinderung um?

Sehr gut, mein Kollegium ist sehr hilfsbereit und unterstützt mich sehr, das ist sehr wichtig. Manche Dinge, wie zum Beispiel Landkarten holen oder Bücher aus hohen Regalen erreichen, gehen einfach nicht. Hier helfen mir dann meine Kollegen.

  

Glauben Sie, dass sich Ihr Unterricht von dem nichtbehinderter Kollegen unterscheidet?

Manchmal ja, manchmal nein. Ich unterrichte am Tablet PC und werfe das Bild dann per Beamer an die Wand. Viele, vor allem junge Kollegen, unterrichten gleich, hier unterscheidet sich der Unterricht kaum. Wenn ein Kollege aber an der Tafel unterrichtet, so unterscheidet sich unser Unterricht schon mehr.

  

Ist die Schule, der in der Sie unterrichten, komplett barrierefrei oder gibt es Bereiche, die Sie nicht betreten können?

Es gibt Bereiche, in die komme ich nicht. Ein Gebäude zum Beispiel ist nicht barrierefrei, hier achtet die Schulleitung darauf, dass ich dort nicht unterrichte.

  

Wie würden Sie die Situation Deutschlands - bezugnehmend auf die Barrierefreiheit - schildern? Kann Baden-Württemberg als Urlaubsort empfohlen werden, wenn man auf den Rollstuhl angewiesen ist?

Deutschland hat noch einen weiten Weg vor sich. Die großen Städte sind einigermaßen barrierefrei, aber in den ländlichen Regionen tut sich nur langsam etwas. Gerade die Situation mit den Behindertentoiletten in öffentlichen Gaststätten lässt sich noch sehr verbessern. Auch die Absenkung der Bordsteine beginnt in vielen Kommunen gerade erst und der öffentliche Personennahverkehr hat noch viele nicht barrierefreie Stellen.

 

Baden-Württemberg ist grundsätzlich schon zu empfehlen, aber man sollte sich vorher gut informieren, wo man hin will. Es gibt viele Broschüren und Vereine, die hier Auskunft geben können. Unter Anderem unser Landesverband „Selbsthilfe Körperbehinderter Baden-Württemberg e.V.“, dem ich vor stehe.  

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Ein weihnachtlicher Bericht mitten im Sommer

 

Nein, nein! Natürlich war diese besondere Weihnachtsfeier in der Weihnachtszeit, genau genommen in der Vorweihnachtszeit.

 

Der Reihe nach:

In Beibehaltung einer bereits liebgewordenen Tradition, lud Bundespräsident Alexander Van der Bellen am 15. Dezember 2017 zu einer weihnachtlichen Feier in den Zeremoniensaal der Wiener Hofburg. Neben einer Reihe von Politikern, Funktionären sowie Ehrengästen aus dem Bereich Kirche und Behindertenorganisationen waren vor allem Menschen mit Behinderung eingeladen. Meine Frau und ich hatten die Ehre den ÖZIV Burgenland in der Hofburg zu vertreten. Eines vorweg: es war eine schöne Feier, unerwartet zwanglos und spürbar menschlich.

 

Mit den Worten „bitte fühlen Sie sich alle herzlich willkommen in der Hofburg“ eröffnete der Herr Bundespräsident seine Weihnachtsansprache, lobte in der Folge die aufopfernde und solidarische Arbeit vieler Behindertenorganisationen und endete schließlich mit den unverzichtbaren Gedanken, dass alle Menschen, mit oder ohne Behinderung, ein Recht auf selbstbestimmtes Leben haben.

 

Neben warmen Getränken und köstlichem Weihnachtsgebäck gab es auch ein kulturelles Rahmenprogramm mit Lesungen der Burgschauspielerin Maria Happel, sowie dem aus dem Fernsehen bekannten Schauspieler Gregor Seeberg. Einen gewissen Höhepunkt dieser Feier bildete das gemeinsame Singen eines alten Weihnachtsliedes, unterstützt durch die Gardemusik des österreichischen Bundesheeres.

 

Nach dem offiziellen Ende dieser Feier nahm sich Alexander Van der Bellen Zeit für persönliche Gespräche, ging von Tisch zu Tisch und eine Vielzahl von Selfies wurden dabei geschossen. Am Ende des Abends verabschiedete noch die Frau des Herrn Bundespräsidenten jeden einzelnen Gast  begleitet von guten Wüschen zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel.

 

Mit Fug und Recht lässt sich über diese Weihnachtsfeier sagen, dass sie herzlich unkompliziert und von spürbar menschlicher Wärme getragen war. Wir sprechen noch immer gerne darüber: nicht nur zur Weihnachtszeit.

McTastisch - Runde 3

Der ÖZIV Burgenland und seine Mitglieder dürfen sich für die Weiterführung der Kooperation mit McDonald`s (Dr. Gahler) bedanken. In diesem Zuge hat auch schon die erste Mc Party im heurigen Jahr stattgefunden. Am 4. April sind rund 20 Mitglieder der Einladung in die Filiale Eisenstadt gefolgt. Bei gratis Mc Menü mit Getränk und Nachspeise haben wir die ersten Sonnenstrahlen genossen – dem guten Beispiel des Präsidenten, er hat sich einen Salat bestellt, sind allerdings die wenigsten Teilnehmer gefolgt.

 
Die Mitglieder des ÖZIV Burgenland sowie die Mitarbeiterinnen und der Präsident haben den Nachmittag fern der Arbeit und des Alltags zu schätzen gewusst. Dem Team von Herrn Dr. Gahler gebührt großer Dank für die tolle Betreuung und die netten Gespräche.

 
Der persönliche und ungezwungene Kontakt zu unseren Mitgliedern ist uns sehr wichtig und diese Nachmittage sind eine Möglichkeit uns zu treffen und auszutauschen. Die nächste McDonald`s Party wird im Spätherbst stattfinden. Genauere Informationen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

 

Für unsere jüngsten Mitglieder gibt es im Zuge der Kooperation Geburtstagsgeschenke und die Möglichkeit, eine tolle Geburtstags Party zu gewinnen – Mitmachen lohnt sich also.

 

VERLOSUNG – VERLOSUNG – VERLOSUNG - VERLOSUNG – VERLOSUNG

  

Mit freundlicher Unterstützung von McDonald`s dürfen wir unter unseren jungen Mitgliedern 2 Geburtstagsfeiern in der Filiale in Eisenstadt verlosen:

 

Gewinnt eine Kinderparty mit Betreuung für 7 Kinder, inklusive Partygebühr, 7 Happy Meals und ein Menü nach Wahl für eine Begleitperson!

 

Und so mach ihr mit:
Einfach eine E-Mail (office@oeziv-burgenland.at) oder einen Brief (ÖZIV Burgenland, Marktstraße 3, 7000 Eisenstadt) mit dem Kennwort „Feiern“ schicken und Name und Geburtsdatum angeben.

  

Unter allen Einsendungen, die uns bis 15. August 2018 erreichen, werden 2 glückliche Gewinner gezogen und umgehend informiert.

Teilnahme für Mitglieder bis 15 Jahren; weitere Informationen zur Party werden dem/der GewinnerIn bei Übergabe des Preises bekanntgegeben.
  

VIEL GLÜCK wünscht das Team des ÖZIV Burgenland.

"Heilsames Singen“?

Martina und Michael klären auf

 

Michael und Martina Janoschek sind nicht nur neue ÖZIV Burgenland-Mitglieder, sie sind auch die Singkreisleiter für "Heilsames Singen“. 

  

Wie seid ihr auf „Heilsames Singen“ aufmerksam geworden?

Martina: Vor ungefähr 7 Jahren kamen wir zum ersten Mal mit dem Singen von Mantren und heilsamen Liedern in Berührung. Es war dies in unserem Heimatort Purbach und das Singen war zu diesem Zeitpunkt für mich kein Thema. Eine Freundin hat ich damals überredet hinzukommen. Was für ein Glück!

 

Michael: Ich habe schon immer den ganzen Tag gesungen. Egal ob unter der Dusche oder im Büro. Dass meine Frau nie Musik hörte oder sang, das war für mich unbegreiflich.

 

Martina: Mir wurde das Singen in der Schule abgewöhnt. Nachdem ich im Schulchor alle Stimmen durch hatte, wurde eine Aufnahmeprüfung mit öffentlichem Vorsingen eingeführt. Das habe ich mir dann nicht mehr angetan. Für mich war klar - ich kann nicht singen. Ab da habe ich nur noch den Mund bewegt und getan als ob ich singen würde. Das war mit ca. 12 Jahren.

  

Was hat euch dann dazu gebracht eigene Singkreise zu gründen und sogar mit Kranken oder auf Beerdigungen zu singen?

Martina: Ich war in diesem Singkreis in Purbach und nach ein paar Besuchen dort habe ich auch Michael dafür begeistert. Ab da sind wir beide regelmäßig hingegangen. Auch unseren Sohn Tobias konnten wir mitnehmen. Aber leider hörte der Singkreis irgendwann auf und plötzlich war da eine Leere. Ein gutes Jahr später haben wir beide begonnen zu Hause nur für uns beide Singabende zu machen. Wir haben sie mit Mentaltechniken oder Ritualen verbunden. Nach einigen Monaten haben wir Freunde dazu eingeladen und so entstand unser erster Singkreis. Seit letztem Jahr haben wir auch einen eigenen Sing.RAUM eingerichtet in dem wir regelmäßige Singen veranstalten.

 

Michael: Bei unserer Mentaltrainerausbildung in Tattendorf musste jeder eine Abschlussarbeit schreiben und ein Seminar ausarbeiten. Für mich war von Anfang an klar, dass ich das Mentaltraining mit Singen kombinieren möchte. Ich habe mir vor einigen Jahren das Gitarrenspielen selber beigebracht und es hat nicht lange gedauert, da konnte ich alle Lieder begleiten. Letztes Jahr habe ich meine ersten eigenen Lieder geschrieben. Die Texte kommen quasi über Nacht. Wir haben dann auch gemerkt, dass wir uns sehr gut auf die Menschen die mit uns singen einstellen können und auch keine Scheu vor Trauer oder Krankheit haben. So kam es zum Spielen bei Beerdigungen.

  

Aber ihr habt erzählt, dass ihr auch eine Ausbildung besucht habt. Wie kann man sich das vorstellen?

Martina: Schon 2015 sind wir auf die Ausbildung für Singkreisleiter von Wolfgang und Katharina Bossinger in Maria Trost gestoßen. Sie war für 2016 ausgebucht, aber 2017 haben wir einen Platz bekommen und es war wunderbar!

 

Michael: Ja, es war eine sehr intensive Erfahrung. 10 Tage nur zu singen, Atemübungen und auch verschiedene Meditationen kennen zu lernen. Ich kann es nur jedem empfehlen.

 

Außerdem gibt es dann noch die Möglichkeit sich auf das Singen in Gesundheitseinrichtungen zu spezialisieren. Diese Ausbildung von den „Singenden Krankenhäusern“ haben wir letztes Jahr begonnen und schließen sie heuer ab. Sie findet in Österreich und Deutschland statt.

 

Ihr habt also eure Berufung zum Beruf gemacht?

Martina: Ja. Wir haben seit kurzem einen sehr klingenden Namen, nämlich „Sing mit uns.at“, eine gleichnamige Homepage und freuen uns über unser sehr persönliches Logo. Ein Portrait, dass unsere Grafikerin von uns gezeichnet hat.

 

Unser Angebot im Überblick

Herzens.KLÄNGE (offene Singkreise):

Purbach – Sing.RAUM, Podersdorf – Salzgrotte am See, Wien 23. – LichtSpiegel

Herzens.KLÄNGE (individuell buchbar): Singen in Gesundheitseinrichtungen

Trauer.KLÄNGE (individuell buchbar): Singen bei Trauerfeiern, auch ohne Konfession

SINGING.Kids (individuell buchbar): Singen mit Kindern

Details zu unserem Angebot erfahren Sie im Internet unter www.singmituns.at oder telefonisch.

  

Zum Schluss wollen wir uns unsere erste gemeinsame Veranstaltung mit dem ÖZIV Burgenland ankündigen. Gemeinsam mit anderen Singkreisleitern wollen wir einen singenden, schwingenden und vor allem freudigen Nachmittag am Neusiedler See verbringen. Es ist ein Fest für die ganze Familie!

 

Sing.PICKNICK am Neusielder See

Ort: Seebad Breitenbrunn

Datum: Sonntag, 23.9.2018

Beginn: 15 Uhr (ca. 4 Stunden)

Jetzt anmelden und mitmachen: per Telefon unter 02682/930 80 400 oder per Mail an office@oeziv-burgenland.at

Studieren mit Behinderung -

ein Erfahrungsbericht von Jakob Schriefl

 

Mein erstes Semester als Student der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der WU Wien war ein durchwegs aufregendes und spannendes Erlebnis. Vom geschützten Umfeld der Schule zog es mich hinaus in die selbständige Welt der Universität. Plötzlich gab es weder vorgegebenen Zeitpläne noch routinemäßige Alltagsabläufe. Doch das soll keineswegs bedeuten, dass meine letzten neun Monate von Chaos geprägt waren. Gemeinsam mit meinem Persönlichen Assistenten konnte ich mich bereits gut auf diesen neuen Lebensabschnitt einstellen. 

 

Selbständigkeit durch Persönliche Assistenz

Ohne das System der Persönlichen Assistenz scheint mir die Absolvierung eines Studium als beinahe unmöglich. Mithilfe meines Assistenten ist es mir möglich angepasste Lernpläne zu erstellen, meine Kurse ganz nach meinem Geschmack einzuteilen und das vielfältige Angebot der WU Wien vor Ort in Anspruch zu nehmen.

 

Das Erlangen von Selbständigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Entwicklung und für jedes Studium unbedingt notwendig. Durch meinen Persönlichen Assistenten kann auch ich, als Jugendlicher mit Behinderung, diese wichtige Fähigkeit erlangen.

  

Leider ist dieses System für Studierende mit Behinderungen noch nicht perfekt ausgearbeitet. Vor allem in der Bedarfsermittlung von Seiten des Sozialministeriumsservice sehe ich noch viel Verbesserungspotenzial. Oft werden bewilligte Stundenanzahlen viel zu niedrig angesetzt und spiegeln nicht den wahren Aufwand eines Studiums wider. Hier heißt es hartnäckig bleiben! Studierende mit Behinderungen müssen auf ihren wahren Bedarf bestehen und sollten sich meiner Meinung nach nicht mit zu niedrigen Stunden-Bewilligungen zufrieden geben. Nur so kann Chancengleichheit im Studium gewährleistet werden.

 

Infrastruktur an der WU Wien

Als auf einen Rollstuhl angewiesener Jugendlicher kommt es für mich im Bereich Infrastruktur vor allem auf zwei Punkte an: Stufenlosigkeit und Geräumigkeit.

 

Beide Punkte erfüllt die WU Wien meiner Meinung nach perfekt. Ausnahmslos alle Gebäude sind stufenlos zugänglich. Im Innenbereich sind die Gänge stets breit bemessen, Tische gut unterfahrbar und es gibt auf fast jedem Stockwerk mindestens ein Behinderten-WC.

 

Als eine der wenigen Schwierigkeiten für Rollstuhlfahrer könnten sich die manchmal rumpeligen Wege zwischen den einzelnen Gebäuden erweisen.

 

Auch die umliegende Restaurants und Cafés sind barrierefrei zugänglich und bieten genügend Platz für mehrere Rollstühle.

  

Natürlich gibt es auch an der WU im Bereich der Infrastruktur Möglichkeiten zur Verbesserung. Beispielsweise sind nicht alle Türen mit automatischen Öffnern versehen. Trotzdem kann ich meine bisherige Erfahrung als sehr positiv bewerten.

 

Beratung und individuelle Hilfeleistungen

Die WU Wien ist äußerst bemüht, allen Studierenden absolute Chancengleichheit zu gewährleisten. Aus diesem Grund ist das Beratungsangebot auch ausgeprochen gut durchdacht. Es gibt mehrere Stellen an die sich Studierende mit Behinderungen wenden können, um zusätzliche Zeit bei Prüfungen zu beantragen, sich bezüglich Förderungen und Mentoring zu informieren und ein generelles Feedback zum Alltag als Student mit Behinderung zu hinterlassen.

  

Speziell erwähnen möchte ich an dieser Stelle außerdem das BeAble-Programm. Es handelt sich hierbei um einen Zusammenschluss von Studierenden mit verschiedensten Behinderungen, die gemeinsam Ideen ausarbeiten, um das Studium an der WU noch inklusiver zu gestalten. Bei zwanglosen Treffen werden hier gegenseitig Erfahrungen und Tipps ausgetauscht, die zu einer Erleichterung des Studienalltags beitragen sollen. Außerdem kann man sich auf diese Art und Weise auch ein gewisses Netzwerk aufbauen, welches im späteren Leben bestimmt nützlich sein kann.

  

Gespannter Blick in die Zukunft

Die Entscheidung, mein Studium an der WU Wien zu absolvieren, war bestimmt eine richtige. Ich konnte bereits viele interessante Einblicke in die Grundzüge der Wirtschaft erlangen, neue Freundschaften schließen und interessante Erfahrungen machen.

  

Aufgrund der guten Bedingungen für Studierende mit Behinderungen bin ich sicher, dass auch die nächsten Jahre an der WU Wien eine schöne und erfolgreiche Zeit sein werden.

  

Derzeit plane ich eine Spezialisierung im Bereich der Volkswirtschaft oder Sozioökonomie. Außerdem hoffe ich auch ein Auslandssemester absolvieren zu können.

  

Was immer die nächste Zeit auch bringen mag, ich bin bereit für neue Herausforderungen.

"Behinderter Hund - Na und"

Besitzer von behinderten Hunden haben mit dem Verein „Behinderter Hund, na und?“ einen Ansprechpartner, der in den letzten Jahren bewiesen hat, dass auch behinderte Hunde Freude und Spaß bereiten können. Kathi Hengl-Schmidl ist die Gründerin und Obfrau des Vereins und kümmert sich um Hunde mit körperlichen und neurologischen Behinderungen.

 

Wie wurde die Idee geboren, einen Verein zu gründen, der sich mit behinderten Hunden beschäftigt und aktiv als Vermittler auftritt?

Als ich meinen ersten behinderten Hund „Mr. Krummbein“ (hochgr. Radius curvus – Anm. der Redaktion: Wachstumsstörung) bekommen habe, habe ich versucht an Infos über behinderte Hunde zu kommen - aber es gab keine. Ich habe viele Besitzer von behinderten Hunden kennengelernt und alle haben sich mit dem Thema allein gelassen gefühlt. Mit meiner Freundin, Stefanie Quatember, habe ich dann eine Plattform zum Austausch gegründet. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir sehr viele Anfragen und so entstand der Verein.

  

Unser Hauptaugenmerk liegt bei der Aufklärung und Unterstützung. Die Vermittlung haben wir nur zusätzlich gemacht und auch nur unterstützend. Seit dem neuen Tierschutzgesetz ist uns die Vermittlung leider untersagt.

  

Wie groß ist das Interesse an Ihrem Verein? Gibt es viele Anfragen von Menschen, die gezielt auf der Suche nach einem behinderten Hund sind?

Wir erhalten sehr viele Anfragen zu den verschiedensten Behinderungen, Suche nach Hilfsmitteln usw. Direkte Anfragen, um einen behinderten Hund zu adoptieren, kommen selten.

  

Braucht ein Hund mit Behinderung mehr Aufmerksamkeit als ein Hund ohne Einschränkung? In welcher Form?

Es kommt auf die Behinderung an. Ein gelähmter Hund benötigt intensive Pflege. Hunde mit Sinnesbehinderungen sind meistens mit keinem höheren Pflegeaufwand verbunden. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass ein behinderter Hund auch beschäftigt und gefördert werden möchte.

 

Worauf sollten sich Hundebesitzer einstellen, wenn Sie sich für einen behinderten Hund entscheiden?

Eventuell auf einen erhöhten Pflegeaufwand und Mehrkosten für Hilfsmittel und Tierarzt. Oft gibt es Unverständnis von Mitmenschen.

  

Mit welchen Fragen / Themen kommen die Halter am häufigsten zu Ihnen?

Allgemeine Informationen zu Behinderungen. Fragen zum Umgang mit Inkontinenz. Der Austausch untereinander.



Die komplette Ausgabe als Download:


Ausgabe Juni 2018 (pdf)


  • Magic Moments
  • Landeswappen Burgenland