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Aus unserer aktuellen Ausgabe


Vorwort des Präsidenten

Liebe Mitglieder,

 

der Sommer ist da und für unsere Kinder haben die Schulferien bereits begonnen. Eine tolle Zeit wo man sich mit vielem beschäftigen kann was man während der Schulzeit oft nicht ausreichend schafft. Der ÖZIV Burgenland bietet euch mit seinen zahlreichen Sport-, Freizeit- und Kulturangeboten viele Möglichkeiten. Für die Mobilität könnt ihr auch auf unseren Fahrtendienst zurückgreifen.  

 

Es tut sich aber auch viel Abseits von Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten. Vor allem in der Politik haben wir in letzter Zeit viel Bewegung erlebt. Speziell im Burgenland haben wir einen neuen Landeshauptmann und Landesrat für Soziales. Selbstverständlich haben wir schon Kontakt aufgenommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Damit ihr LH Doskozil und LR Illedits besser kennenlernt, haben wir für euch mit ihnen gesprochen. Durch die bewegenden politischen Zeiten und das Spiel der freien Kräfte im Nationalrat konnten wir für euch in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Behindertenrat die lang ersehnte und geforderte Valorisierung des Pflegegeldes erreichen. Damit ist erstmals seit Einführung des Pflegegeldes eine Wertsicherung sichergestellt. Ich bin überzeugt, dass euch damit der Weg der Pflege und Betreuung zu Hause leichter gelingen wird. Schließlich steht eines im Vordergrund, nämlich die Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen. In diesem Sinne wünsche ich euch von ganzem Herzen einen wunderschönen, selbstbestimmten Sommer.

  

Euer Präsident

Hans-Jürgen Groß

Tätigkeitsbericht 2018

40 Jahre ÖZIV Burgenland - 10 Jahren Präsidentschaft Hans-Jürgen Groß  - jeden zweiten Tag kommt ein neues Mitglied

  

Steigende Mitgliederzahlen

Im Dezember 2018 durfte sich der Verein über 1.195 Mitglieder freuen, von welchen 761 Personen aktiv am Vereinsleben teilgenommen haben. Dies entspricht gegenüber 2017 einer Steigerung von 11%.

Im Vergleich zum Jahr 2015 hat sich der Mitgliederstand um 44% erhöht. Der Altersschnitt der Mitglieder des Vereines sank von 49,23 (Stand: 2015) auf 48,6 Jahre. Das vor allem deshalb, weil wir attraktive Angebot für die jüngeren Personengruppen geschaffen haben.

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre hat sich seit dem Jahr 2015 von 3,1% auf 12,9% mehr als vervierfacht. Die Anzahl der jungen Mitglieder wies im Vergleich zum Jahr 2017 eine Steigerung um 41,8% auf.

  

Spiel, Spaß und Action

Ausgebaut wurden die Angebote für die jüngsten Mitglieder. Es gab Lama-Wanderungen, Ausflüge, Picknicks und vieles mehr. Diese gemeinsamen Erlebnisse der Kindergruppe „Rollinos“ boten Abwechslung im Alltag der betroffenen Familien, neue Freundschaften wurden geschlossen und Erfahrungen ausgetauscht. Die Erfüllung von speziellen Herzenswünschen wurde im Rahmen des Projektes "Magic Moments" geboten.

Für alle Mitglieder gab es Veranstaltungen im Rahmen des Projektes „Kultur für Alle“, das erste Sommerfest im Landessüden, die jährliche Weihnachtsfeier und vieles mehr.

  

Sport begeistert und hält zusammen

Viele Mitglieder des Vereines sind sportlich aktiv und erfreuten sich an zahlreichen neuen Angeboten. Fußball, Bogenschießen, Tennis, Boccia, Tischtennis und E-Rolli-Fußball - für jeden war etwas dabei. Beim 2. Tag des Sports wurden 6 verschiedene Behindertensportarten vorgestellt und konnten natürlich vor Ort auch ausprobiert werden.

Die E-Rolli-Fußballmannschaft des ÖZIV Burgenland „Wild Wheels“ gewann immer mehr an Popularität - aus dem Anfangsteam wurden mittlerweile schon zwei Mannschaften! Die „Wild Wheels“ beeindruckten nicht nur durch ihre tollen Erfolge und Platzierungen bei den diversen Wettbewerben, sondern holten auch diverse Veranstaltungen ins Burgenland.

  

ÖZIV macht mobil - über 8.000 km für unsere Mitglieder unterwegs!

Schon seit dem Jahr 2016 ermöglicht der ÖZIV Burgenland seinen Mitgliedern Freunde zu besuchen, einkaufen zu gehen oder an Veranstaltungen teilzunehmen. Unser Rollstuhltransporter bietet Platz für Menschen mit und ohne Mobilitätsbehinderungen, sowie eine eigene Rampe und Vorkehrungen zum sicheren Transport von Rollstühlen. Für unsere Fußballmannschaft ein unverzichtbares Mittel für deren Mobilität. Im Jahr 2018 wurden mit diesem Transporter insgesamt 8.146 km zurückgelegt.

  

Internet, soziale Medien und Magazin

Informationen über den ÖZIV Burgenland kann man auf unserer Homepage abrufen; wir sind auch in den sozialen Netzwerken, also auf Facebook, Instagram und Twitter, vertreten Der monatliche Newsletter erreicht unsere Mitglieder, Freunde und Interessierte per E-Mail. Wenn es besondere Neuigkeiten zu kommunizieren gibt, werden auch zusätzliche Newsletter verschickt.

Durch unser Magazin GleichSicht wird ein noch größerer Personenkreis erreicht. Die GleichSicht erscheint zwei Mal jährlich und wird kostenlos an alle Mitglieder des ÖZIV Burgenland, alle höher bildenden Schulen, Arztpraxen, Bürgermeister, Leistungsträger und den burgenländischen Landtag sowie den Nationalrat versandt.

  

Gleiches Recht für alle

Dem ÖZIV Burgenland liegt sehr viel daran, Menschen zu helfen und sie zu unterstützen. Durch Beratungen, Informationsgespräche und individuelle Hilfen unterstützten wir unsere Mitglieder in Richtung einer selbstbestimmten Teilhabe an der Gesellschaft.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 2.019 Beratungsgespräche durchgeführt - gegenüber dem Jahr 2017 ist das ein Plus von 9%. Das ergibt durchschnittlich 9 Beratungen pro Arbeitstag.

  

Durch unsere Partnerschaften können wir helfen

Unsere Angebote werden zum großen Teil durch unsere Partner und Sponsoren ermöglicht. Ihnen gebührt unser Dank für die finanziellen und ideellen Mittel.

Unterstützung erhielten wir auch vom Land Burgenland.

  

Den vollständigen Tätigkeitsbericht 2018 sowie eine Übersicht über unser Angebot finden Sie auf unserer Homepage www.oeziv-burgenland.at .

  

Direktlink zum Tätigkeitsbericht:

https://www.oeziv-burgenland.at/de/über-uns/tätigkeiten/

NEU NEU NEU

Unterstützung im Norden

  

Neu im Team der Bezirksleiter dürfen wir Sabine Wilhelm begrüßen. Wenn einem jetzt der Name bekannt vorkommt – das kann durchaus möglich sein: Sabine Wilhelm hat schon mit Rudolf Nurejew getanzt und viele Traumrollen des klassischen Balletts verkörpert.
Nun möchte sie ihr soziales Engagement dem ÖZIV Burgenland widmen und uns mit ihren persönlichen Erfahrungen und Möglichkeiten unterstützen.

Wir freuen uns sehr, ein neues aktives Mitglied in der ÖZIV Burgenland-Familie begrüßen zu dürfen!

  

Änderungen bei der Antragstellung

  

Unsere Mitglieder wissen, dass man sich auf uns verlassen kann: Wir bauen auf hohe Qualität - und das soll auch so bleiben. Aufgrund der Tatsache, dass wir aber auch auf unsere Ausgaben achten müssen, werden nun, abhängig vom Aufwand, Unkostenbeiträge für Antragstellungen eingehoben. Der Ablauf bleibt gleich: Wir füllen die Anträge aus, bestücken diese mit den notwendigen Beilagen und übermitteln dann an die zuständige Behörde. Alle Bescheide und Informationen werden über unser Büro im Original an die Mitglieder weiter übermittelt – so ist gesichert, dass keine Fristen versäumt werden und die Bescheide und Unterlagen vorab bereits auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Die Möglichkeit, die Anträge eigenständig zu unterfertigen und zu übermitteln, steht den Mitgliedern natürlich weiterhin frei.

  

ÖZIV Burgenland „online“

  

Trotz der persönlichen Beratungsmöglichkeiten in Eisenstadt und Oberwart erhalten wir immer wieder Anfragen, ob es auch alternative Möglichkeiten gibt. Was sich aufgrund der geographischen Situation des Burgenlands und für regional weit entfernte Betroffene anbietet, ist die Beratung mithilfe digitaler Technologien.

  

In Zeiten der neuen Medien scheut auch der ÖZIV Burgenland nicht davor zurück, neue Techniken auszuprobieren: So sind wir nun in der Lage, auch über Videokonferenz-Programme Beratungen anzubieten - so kann man seinen Gesprächspartner auch aus der Ferne kennenlernen. Das ist auch persönlicher als der E-Mail-Verkehr oder ein Telefongespräch. Die Installation der dafür auf den PC erforderlichen Programme ist recht einfach.

  

Mithilfe dieser Videokonferenz-Programme wird die Möglichkeit geschaffen, auch Mitglieder zu betreuen, die entweder nicht aus der Region Eisenstadt/Oberwart kommen, nicht mobil sind oder aus anderen Bundesländern Unterstützung anfordern.

  

Der Ablauf: Zu Beginn wird, wie auch bei einem persönlichen Termin im Büro, ein genauer Zeitpunkt vereinbart, damit genügend Zeit für ein ausführliches Gespräch vorhanden ist.

  

Eine weitere Möglichkeit, sollten die technischen Voraussetzungen bei den Klienten nicht vorhanden sein, stellt WhatsApp dar - hier ist nur ein Smartphone mit aufrechter Internetverbindung notwendig.

  

Vor allem für die Betreuung von Kindern mit Behinderungen findet sich in der Online-Beratung ein großer Vorteil für die Eltern. Die Zeit, um nach Eisenstadt/Oberwart zu kommen, muss oft von der wenigen Freizeit mit den Kindern abgezweigt werden. Zudem sind die einzelnen Anfragen oftmals sehr dringend und schnellstmöglich zu bearbeiten. Jetzt kann, dank der neuen Technologien, auch umgehend reagiert werden.

  

Für weitere Informationen steht das Team des ÖZIV Burgenland gerne zur Verfügung!

 

Die Rollinos sind wieder unterwegs!

Diesmal: Werkstatt Natur

 

Am Sonntag, den 23.06.2019, fand der erste Rollino-Ausflug des Jahres statt.

  

Mitten in einer hochsommerlichen Wetterphase war es genau dieser eine Tag, der natürlich verregnet war. Doch die Rollinos ließen sich die gute Laune nicht verderben!

  

Zuerst hat Petra viele interessante Details über die Tiere des Waldes erzählt. Jeder durfte sich einen Tiernamen als Familiennamen aussuchen und wurde von ihr mit seinem „neuen“ Namen begrüßt - da wurde dann aus Tamara Kreuz eine „Tamara Siebenschläfer“ und aus Maria Mauk die „Maria Blindschleiche“. Und obwohl es doch eine recht große Gruppe war, gingen die Tiernamen nicht aus - sooo viele Tiere leben bei uns im Wald!

Dann kamen Sabine Wilhelm und ihre Tochter Kirstin mit den Stargästen: Uhu „Hugo“ und Sakerfalken-Dame „Sheherazade“ zeigten sich von ihrer besten Seite.

  

Alle durften den großen, dicken Falknerhandschuh einmal anziehen und Sheherazade nahm geduldig auf dem angebotenen Arm Platz. Auch wenn sie nur rund 1 kg schwer ist - auf dem ausgestreckten Arm fühlt sich dieses Gewicht nach kurzer Zeit dann schon ein bisschen schwerer an!

Auch Hugo ließ sich mit stoischer Ruhe von jedem, der auch wollte, streicheln.

Nicht nur für die Rollinos war diese Tuchfühlung mit den herrlichen Vögeln ein ganz besonderes Erlebnis - auch die erwachsenen Begleitpersonen zeigten sich begeistert. Vielen Dank dafür an Sabine und Kirstin von der Falknerei Wilhelm!

  

Beim darauffolgenden Regenguss konnte man dann auch gleich sehen, dass selbst ein sehr starker Regen ein loderndes Lagerfeuer nicht so schnell auslöscht. Das wäre auch tragisch gewesen, denn mittlerweile waren alle schon hungrig und bereit für die große Grillerei!

  

Und wo schmeckt es besser als in der freien Natur, bei einem Lagerfeuer sitzend, ausgestattet mit einem langen Holzstab in der Hand? Richtig: nirgends!!

  

Die mitgebrachten Köstlichkeiten wurden fleißig geteilt und getauscht und so wurde das Mittagessen zu einem richtig gemütlichen ÖZIV-Familienfest!

Auch die Siebenschläfer, die sich im Schuppen der Werkstatt Natur tummeln, wurden besucht und bestaunt. Mit großen Augen nahmen sie die zahlreichen Besucher unter die Lupe - aber natürlich aus gebührendem Abstand, denn so viele Menschen auf einem Haufen sind schon ein bisschen verdächtig!

Der nächste Regenguss machte dann überhaupt nichts mehr aus, denn da waren alle schon längst im Forsthaus und bewunderten die vielen ausgestopften Tiere: Vom Wildschwein über den Fuchs bis hin zu den Hasen, vom Kaninchen bis zu den  Mardern, Wieseln, Enten, und und und - da hat man richtig viel gesehen. Und Petra erzählte den Rollinos (und auch den staunenden Erwachsenen) viel Neues über die diversen Waldbewohner.

  

Leon, Matteo, Adrian und Tobias waren zudem auch eine tolle Unterstützung beim Fotografieren der vielen Tiere!

  

Fazit: Es war ein wirklich gelungener Ausflug! Ein ganz herzliches Dankeschön an die Werkstatt Natur, die diesen Nachmittag gespendet hat! Ein wirklich zu empfehlendes Ausflugsziel!

 

"Kultur für Alle" in Kobersdorf

Heuer bereits zum achten Mal durften unsere Mitglieder im Rahmen des Projektes "Kultur für Alle" die Generalprobe der Schlossspiele Kobersdorf besuchen.

   

"Das Mädl aus der Vorstadt" von Johann Nestroy unter der Regie von Beverly Blankenship sorgte für gute Unterhaltung und einen gelungenen Abend.

   

Vor der Vorstellung und in der Pause durften sich die Gäste im V.I.P.-Bereich im Schlossgarten am leckeren Buffet stärken. Bei Wein, Bier, Sekt und alkoholfreien Getränken wurden viele Gespräche geführt und Erfahrungen ausgetauscht.

  

Ein herzliches Dankeschön gebührt unserem Vorstandsmitglied Manfred Seifert und seiner Gattin Roswitha, die das herrliche Buffet mit viel Liebe zum Detail zubereitet hatten. Auch Schlossherrin Fr. Dr. Anna Schlanitz-Bolldorf unterstützte uns tatkräftig: sie stellte freundlicherweise ihren Garten zur Verfügung - und half dann sogar mit Brot und Aufstrichen aus, als das Buffet durch den großen Andrang knapp wurde!

   

Zur Freude aller Anwesenden stattete auch Intendant Wolfgang Böck unseren VIPs einen Besuch ab und nahm sich Zeit für Gespräche mit den Gästen. Als Winkelagent Schnoferl begeisterte er das Publikum dann anschließend auf der Bühne.

   

Bei herrlichem Festspielwetter genossen die Gäste einen tollen Abend im bezaubernden Ambiente des Schloss Kobersdorf.

  

Großer Dank gebührt den Sponsoren Schlossspiele Kobersdorf, Sektkellerei Szigeti, Waldquelle, Weingut Lichtscheidl, Kobersdorfer Schlossbräu, Red Bull und Billa.

  

Im Land des Lächelns

In der einzigartigen Naturkulisse der Seebühne Mörbisch genossen unsere Mitglieder die Generalprobe von Franz Lehárs Operette "Das Land des Lächelns".

Mit diesem Stück brachte Intendant Peter Edelmann in seiner zweiten Saison am Neusiedler See wieder die "erste Garde" der Operette auf die größte Operettenbühne der Welt.

    

Die berührende Liebesgeschichte zwischen dem Wiener Mädel Lisa und dem chinesischen Prinzen Sou-Chong sorgte für einen Abend voll Romantik und großer Gefühle.

Mit unvergesslichen Melodien wie "Dein ist mein ganzes Herz" oder "Immer nur lächeln" wurde die Reise ins ferne China zu einem Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird! 

   

Schon vor der Vorstellung sorgte die Atmosphäre im VIP-Bereich  des ÖZIV Burgenland bei unseren Gästen für ausgezeichnete Stimmung. Der Andrang war heuer besonders groß. Die köstlichen Brötchen und Getränke des Buffets fanden reichlich Zustimmung.

Herzlichen Dank an unsere Sponsoren, ohne die es uns nicht möglich wäre unsere Gäste so zu verwöhnen: Spar Supermarkt S. Gornik Mörbisch, Sektkellerei Szigeti, Red Bull, Golser Bier, Starzinger Getränkegruppe (Schartner Bombe und Juvina), Mörbischer Wein!

  

In der Pause und nach der Vorstellung gab es dann noch herrliche selbstgemachte Kuchen und sonstige Mehlspeisen zu genießen - zur Verfügung gestellt von unserem Mitglied Theresia D. und unserem Vorstandsmitglied Manfred Seifert. 

   

Unser Dank geht auch an die Seefestspiele Mörbisch, die schon seit mittlerweile 9 Jahren die Aktion "Kultur für Alle" des ÖZIV Burgenland unterstützen.

 

Interview: LR Christian Illedits

Christian Illedits wurde am 20. Juli 1958 geboren und bekleidet seit mehr als 20 Jahren politische Ämter im Burgenland. Er war mitunter Bürgermeister der Gemeinde Draßburg im Bezirk Mattersburg, Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag ebenso wie dessen Erster Präsident. Christian Illedits wurde am 28. Februar 2019 als Mitglied der Burgenländischen Landesregierung angelobt. In seinen Verantwortungsbereich fallen Soziales inklusive dem Behinderten- und Pflegebereich, Arbeitsmarkt und Integration sowie die ältere Generation, Gemeindeangelegenheiten, der Breitbandausbau und Sport. Zudem vertritt Illedits das Land Burgenland im Europäischen Ausschuss der Regionen. Nicht zuletzt ob dieser Zuständigkeiten gilt Illedits im Eisenstädter Landhaus als der Chancenlandesrat. Sein Motto: „Im Burgenland sollen ALLE Menschen gleich große Chancen haben.“
 
GleichSicht: Herr Soziallandesrat, lieber Christian Illedits, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben. Sie waren von 1997 bis 2012 Bürgermeister der Gemeinde Draßburg (Anmerkung: Bezirk Mattersburg), Klubobmann der SPÖ Burgenland und Erster Präsident des Burgenländischen Landtages. Welche Ziele verfolgen sie mit ihrem politischen Engagement?

Meine politische Maxime lautet auf Gleichberechtigung und Fairness. Als Sozialdemokrat trete ich für Chancengleichheit aller Burgenländerinnen und Burgenländer ein – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder sonstigen vermeintlichen Handicaps: Jeder, der ein Vorhaben mit Fleiß umsetzen möchte, muss die ehrliche Chance darauf erhalten. Dementsprechend setze ich mich für eine Umverteilung von oben nach unten ein. Speziell Bildung, Pflege und Gesundheit dürfen nie abhängig von der eigenen Geldbörse oder jener der Eltern oder Angehörigen sein.
 
GleichSicht: Vom Landtagsabgeordneten zum Landtagspräsidenten, jetzt Soziallandesrat. Als Vollblutpolitiker hat man täglich Kontakt mit Menschen. Wo drückt Ihrer Meinung nach der Schuh im Burgenland in Bezug auf Freizeit, Sport und Wohnen für Menschen mit Behinderungen?

Ein wichtiger Punkt ist die persönliche Assistenz für die Freizeit. Dieses Thema haben wir mit der vorliegenden Novelle des Sozialhilfegesetzes in Angriff genommen. Zukünftig soll ein Angebot an Leistungen der persönlichen Assistenz im Burgenland behinderten Menschen ein Mehr an Selbstständigkeit ermöglichen. Der Behindertensport bedarf besonderer Unterstützung, da er einen wesentlichen Beitrag zur physischen wie mentalen Motivation und Aktivität leistet. Erfolgserlebnisse sind für uns alle wichtig!
Was das Wohnen für Menschen mit Behinderung betrifft, so wird es zukünftig noch mehr als heute gelten, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Rahmen des sozialen Wohnbaus mitzudenken und Wohnformen zu entwickeln, die Selbstständigkeit in möglichst großem Maß zulassen und fördern.
  
GleichSicht: Der ÖZIV Burgenland ist ein Verein, der sich um mehr als 1.000 Mitglieder kümmert, behinderte Arbeitskräfte eingestellt hat und mit „Kultur für Alle“, einem eigenen Fahrtendienst und auch einem E-Rolli-Fußballteam dafür sorgt, dass die Burgenländer mit Behinderungen nicht nur einen Ansprechpartner haben, der ihnen bei diversen Behördenwegen oder vor Gericht hilft, sondern auch darauf achtet, bereits vom Umfeld isolierte Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu positionieren. Welche Bedeutung hat für Sie der ÖZIV Burgenland?

Interessensvertretungen sind unverzichtbare Bausteine im Zusammenspiel von Politik und Gesellschaft. Besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen benötigen eine starke, organisierte Stimme. Der ÖZIV fungiert oftmals als wichtiges Korrektiv und hat sich als verlässlicher Partner bewährt.
  
GleichSicht: Bauliche Barrierefreiheit ist dem ÖZIV Burgenland ein besonders wichtiges Anliegen. Es bedarf noch laufender Maßnahmen und einer Kompetenzstelle im Burgenland. Wie stehen Sie dazu, den ÖZIV Burgenland deutlich stärker einzubinden?

Das Land Burgenland hat bereits in der Vergangenheit mit dem ÖZIV kooperiert, etwa was die Barrierefreiheit des Landhauses betrifft, welche erfolgreich hergestellt wurde. Kooperationen gibt es auch bei unterschiedlichen Projekten für Pflege- und Sozialeinrichtungen. Über die bereits bestehende Zusammenarbeit hinaus, bin ich offen für den Dialog mit dem ÖZIV und bin froh darüber, dass ich einen solchen in meiner nunmehr viermonatigen Amtszeit bereits mehrmals führen konnte.
  
GleichSicht: Sie sind nicht nur Fußball-Fan, sondern seit 2008 auch Präsident der „Arbeitsgemeinschaft für Sport- und Körperkultur in Österreich“ (kurz: ASKÖ). Das E-Rolli Fußballteam des ÖZIV Burgenland feierte bereits große Erfolge. Zwei unserer Spieler sind Teil des Nationalteams, welches bei der EM in Finnland mitgewirkt hat. Welchen Stellenwert hat diese junge Sportart im Schwerstbehindertenbereich für Sie?

Meine Präsidentschaft bei der ASKÖ habe ich unlängst zurückgelegt – um jedwede Befangenheit in meiner Regierungsverantwortung als Sportlandesrat auszuschließen. Durch meine langjährige Erfahrung in diesem Bereich weiß ich:
Sport erfüllt viele Funktionen. Wie bereits erwähnt ist das sportliche Spiel eine dienliche Motivation zur Erlangung und Erhaltung körperlicher Fitness. Zudem erleben wir dabei Erfolgserlebnisse bzw. eine gewisse Frustrationstoleranz bzw. Resilienz. Insbesondere behinderte Kinder und Jugendliche erlernen es so spielerisch Niederlagen zu verarbeiten. Zudem ist Sport wohl eines der besten Instrumente der gesellschaftlichen Integration – ob man ihn aktiv oder passiv betreibt. Daher freut es mich sehr, dass ich bereits erfolgreiche behinderte SportlerInnen aus dem Burgenland unterstützen durfte. Die Zusammenarbeit mit dem Nationalen Paralympischen Komitee empfinde in diesem Zusammenhang als äußerst wertvoll!
  
GleichSicht: Welche Arbeitsschwerpunkte setzen Sie sich für Menschen mit Behinderungen?

Im Mai habe ich alle im Bereich der Behindertenhilfe tätigen Organisationen und Träger zu einem Runden Tisch geladen. Dabei konnte ich einige wertvolle Anregungen für eine Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen im Burgenland gewinnen.

Aktuell realisieren wir die Valorisierung des Taschengeldes, das behinderte Personen in Tagesbetreuung, Beschäftigungstherapie und Werkstätten erhalten. Seit 2013 gab es keine Erhöhung. Das war längst überfällig, von allen InteressensvertreterInnen zurecht gefordert und es freut mich, dass wir dem nun gerecht werden können. Zudem sichern wir mit der Novelle des Burgenländischen Sozialhilfegesetzes die Leistungen der persönlichen Assistenz in der Freizeit rechtlich ab und bauen diese aus. Unser Ziel ist es, je nach Bedarfslage bis zu 160 Stunden Assistenz pro Monat fördern zu können. Auch im Bereich der Förderung von Assistenzhunden sind mit der Novelle Verbesserungen bereits in Umsetzung.
Mittelfristig ist es mein Ziel, die Leistungen für die Unterstützung und Förderung von Menschen mit Behinderung auf neue Beine zu stellen und unter Einbindung der Betroffenen – im Wege eines partizipativen Prozesses – die Grundlagen für ein neues Inklusions- oder Chancengleichheitsgesetz zu schaffen.
Damit möchte ich Menschen mit Behinderung auf lange Sicht jene Unterstützung geben, die sie für ein selbstbestimmtes Leben benötigen!
  
GleichSicht: Wo sehen Sie den ÖZIV Burgenland in Ihrem politischen Verantwortungsbereich in den nächsten 5 Jahren?

Weiterhin als verlässlichen Partner, der gemeinsam mit mir die Situation für Menschen mit Behinderung im Burgenland auf konstruktive Weise verbessert.
  
GleichSicht: Auf welche Art der Unterstützung dürfen sich der ÖZIV Burgenland und seine Mitarbeiter freuen?

Als eine der zahlreichen burgenländischen Organisationen im Sozialbereich, erhält der ÖZIV eine Subvention seitens des Landes Burgenland. Damit stellen wir sicher, dass der Verband seine soziale Verantwortung im Sinne der Betroffenen wahrnehmen kann – und dies soll nachhaltig sein. Darüber hinaus stand uns stehe ich den Vertretern des ÖZIV für persönliche Gespräche zur Verfügung. Durch die proaktive Konsultation der Interessensvertretungen im Behindertenbereich, möchte ich die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen.
  
GleichSicht: Mit dem Projekt „Kultur für Alle“ ermöglicht der ÖZIV Burgenland jedes Jahr ca. 300 Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am kulturellen Leben im Burgenland. Wie stehen Sie zu dieser langjährigen und erfolgreichen Teilhabeprojekt?

Soziale Projekte setzen soziales Engagement voraus – und das ist in jedem Fall zu unterstützen. Es freut mich, dass der ÖZIV mit den Seefestspielen Mörbisch und den Schlossspielen Kobersdorf engagierte und langjährige Partner gefunden hat.
  
GleichSicht: Der ÖZIV Burgenland lädt Sie ein, sich einen Einblick in seine Tätigkeiten zu verschaffen. Dürfen wir mit einem Besuch in Eisenstadt rechnen?

Ich durfte Herrn Landespräsidenten Hans-Jürgen Groß und KollegInnen bereits wiederholt im Landhaus begrüßen und freue mich darauf, diese Rückeinladung bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit anzunehmen!
  
GleichSicht: Vielen Dank für das Interview.

Pflegegeld: Ab 2020 folgt die jährliche Wertanpassung

Mit dem Pflegegeld wird ein Teil der pflegebedingten Mehraufwendungen durch eine Geldleistung abgegolten. Dadurch soll die notwendige Pflege gesichert und ein möglichst selbstbestimmtes und bedürfnisorientiertes Leben ermöglicht werden.

 

Vormals Hilflosenzuschuss, gibt es diese Leistung in Österreich seit 1993. Seit vielen Jahren wird das Pflegegeld als Bundespflegegeld zentral vom Bund verwaltet und über die Sozialversicherungsträger zur Auszahlung gebracht. Nach wie vor gibt es 7 Pflegegeldstufen. Durch die Anhebung der notwendigen Stunden wurde, wie von uns schon früher berichtet, der Zugang zu den Stufen 1 und 2 massiv erschwert.

 

Obwohl von diversen Behindertenorganisationen, nicht zuletzt auch vom ÖZIV-Burgenland, immer wieder gefordert wurde, war es bislang nicht möglich, eine automatische jährliche Wertanpassung des Pflegegeldes zu erreichen. Der dadurch entstandene Wertverlust beträgt seit 1993 ca 35 %. Das Pflegegeld ist daher defacto um mehr als ein Drittel geschrumpft.

 

Nunmehr wurde vom Österreichischen Nationalrat einstimmig beschlossen, das Pflegegeld jährlich mit dem Pensionsanpassungsfaktor aufzuwerten und damit die Kaufkraft des Pflegegeldes an die jährlichen Kostensteigerungen anzupassen. Derzeit würde die Wertsteigerung aktuell ca 2 % betragen.

 

Diese Anpassung soll erstmals ab 2020 zur Anwendung kommen. Eine gesonderte Antragstellung ist nicht erforderlich, die Anpassung der Pflegegelder wird automatisch erfolgen und alle Pflegegeldstufen betreffen.

 

Obwohl der Wertverlust der Vergangenheit damit in keiner Weise abgedeckt ist, wird mit dieser Gesetzesnovelle zumindest sichergestellt, dass das Pflegegeld in Hinkunft nicht weiter an Wert verliert. Die damit verbundenen Endlosdiskussionen zur Frage der Wertanpassung sind somit vom Tisch und den Pflegegeldbeziehern wird eine gewisse Sicherheit garantiert.

Es muss nicht immer sofort die Schlichtung sein….

Oftmals ist es völlig ausreichend, mit Verantwortlichen in Korrespondenz zu treten, wenn eine Diskriminierung oder Ungleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen im Raum steht.

  

So geschehen, nachdem sich ein Mitglied im Büro des ÖZIV Burgenland gemeldet hat und folgende Situation dargelegt hat: ein Kulturbetrieb gibt Rollstuhlfahren und deren Begleitpersonen einen Rabatt auf den normalen Kartenpreis in der Höhe von 50%. Besagtes Mitglied ist zwar nicht auf den Rollstuhl angewiesen, sehr wohl jedoch auf die Begleitperson und hat einen Grad der Behinderung von 100%.

  

Die Mitarbeiter des ÖZIV Burgenland haben sich der Sache angenommen, ein Schreiben in Form einer Beanstandung verfasst und um eine Stellungnahme gebeten. Nach kurzer Zeit schon hat sich ein Verantwortlicher gemeldet und ein persönliches Treffen zur Besprechung angeboten, was natürlich angenommen wurde. In den Räumlichkeiten in Eisenstadt hat ein konstruktiver Austausch stattgefunden. Das Ergebnis war verblüffend - die Regelungen zu Rabatten waren längst veraltet und fehlende Informationen beim Betreiber haben zu diesem Missstand geführt. Nachdem der ÖZIV Burgenland aufgeklärt hat, wie es zu Voraussetzungen z.B. für den behinderungsbedingten Bedarf einer Begleitperson kommt und welche Kriterien wichtig sind, hat man sofort auf die Vorschläge des Vereins reagiert und dementsprechend Änderungen vorgenommen.

  

Neue Regelungen mit Bedacht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Menschen mit Behinderungen und nicht nur dezidiert auf Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, sind vom Betreiber in Zusammenarbeit mit dem ÖZIV Burgenland ausgearbeitet worden und stellen nun sicher, dass die Voraussetzungen für den vergünstigten Preis korrekt geregelt sind.

  

Das gleiche Problem wurde uns mit einem anderen Betrieb gemeldet, wo wir mit eben dieser Vorgehensweise auch ein positives Ergebnis für Menschen mit Behinderungen erlangen konnten.

Weitere Schritte, wie das Einreichen einer Schlichtung, waren in diesen Fällen nicht notwendig. Die Verantwortlichen haben sich der Verantwortung gestellt und klare soziale wie zeitgerechte Signale gesetzt.

  

Interview: Mag. Hans Peter Doskozil

Hans Peter Doskozil, geboren am 21. Juni 1970 im steirischen Vorau, studierter Jurist (Mag. iur.) Zunächst Polizist in Wien, später im Innenministerium und in der Sicherheitsdirektion Burgenland tätig. 2008 bis 2012 im Büro von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), danach Landespolizeidirektor im Burgenland. Ab Jänner 2016 Verteidigungs- und Sportminister, seit Dezember 2017 burgenländischer Landesrat für Finanzen. Seit März 2019 burgenländischer Landeshauptmann.

 

GleichSicht: Herr Landeshauptmann, vielen Dank für Ihre Zeit. Vorweg: Wann ist die Entscheidung gefallen, dass Sie der Nachfolger von Hans Niessl (Anmerkung: Burgenländischer Landeshauptmann von 2000 bis 2019) werden sollen?

Hans Peter Doskozil: Die Entscheidung wurde letztendlich im Sommer des Vorjahres fixiert, als ich von Hans Niessl auch gefragt wurde, ob ich den Landesparteivorsitz übernehme. Überlegt wurde das schon davor, denn – auch wenn ich ein absoluter Bauchmensch bin – das ist keine Entscheidung, die man einfach nur so trifft.

 

GleichSicht: Ist Ihnen die Entscheidung leichtgefallen? Was geht in einem Menschen vor, wenn er die Position des Landeshauptmannes angeboten bekommt?

Hans Peter Doskozil: Ich habe mir die Entscheidung natürlich sehr genau überlegt. Bei meiner Angelobung habe ich Dankbarkeit empfunden, als überzeugter und stolzer Burgenländer dieses Amt für die Burgenländerinnen und Burgenländer ausüben zu dürfen. Und auch Demut in der Amtsführung. Natürlich war die Freude groß, diese Aufgabe und diese Herausforderung zu übernehmen – meine Rolle als Landeshauptmann versuche ich jetzt und auch in Zukunft gut auszuführen und dem Burgenland zu einem gesunden aber auch klugen Wachstum zu verhelfen.

 

GleichSicht: Sie waren Bundesminister für Landesverteidigung und Sport (Anmerkung: Jänner 2016 bis Dezember 2017) und danach Landesrat für Finanzen, Kultur und Straßenbau (Dezember 2017 bis Februar 2019). Warum sind Sie in die Politik gegangen?

Hans Peter Doskozil: Ich war ja schon als Büroleiter meines Vorgängers Hans Niessl mit Politik befasst und habe gesehen, was man als Politiker tatsächlich bewirken kann. Als Werner Faymann mich als Verteidigungsminister in die Bundesregierung holte, habe ich eine Chance gesehen, wichtige Themen umzusetzen und weg von der oft zitierten „Symbolpolitik“ zu kommen. Genau das versuche ich auch jetzt als Landeshauptmann. Ich halte es in meiner Arbeitsauffassung wie Helmut Schmidt: „Politik muss Menschen dienen.“

 

GleichSicht: Was wird oder soll sich künftig bei der Pflege für Angehörige und Betroffene mit ihrem Projekt ändern?

Hans Peter Doskozil: Alle Institutionen und Unternehmungen, die derzeit gewisse Gewinnelemente in der Pflegeversorgung aufweisen, müssen in vier Jahren gemeinnützig sein. Denn ich bin der Meinung, niemand darf mit der Notsituation von Menschen Gewinne machen. Diese verpflichtende Gemeinnützigkeit wird sich auch positiv auf Pflegekräfte und Pflegequalität auswirken.

Zum anderen: Pflegende Angehörige sollen künftig auf Wunsch bei einer Tochtergesellschaft der KRAGES angestellt und damit auch sozialrechtlich abgesichert werden. Dieses Angebot gilt für die Pflegestufen drei, vier und fünf. Die Tochtergesellschaft der KRAGES soll bis 1. Oktober dieses Jahres errichtet werden. Ein Gesetz, das die Gemeinnützigkeit der Pflegeorganisationen regelt, wird in den nächsten Monaten vorbereitet. Dazu kommen noch viele weitere Verbesserungen. Unser "Zukunftsplan Pflege" umfasst ja 21 Maßnahmen - vom gezielten Ausbau stationärer und teilstationärer Pflegeeinrichtungen über Pilotprojekte für neues betreutes Wohnen bis hin zu Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Qualifizierung und Entbürokratisierung.

 

GleichSicht: Der ÖZIV Burgenland ist ein Verein, der sich um mehr als 1.000 Mitglieder kümmert, behinderte Arbeitskräfte eingestellt hat und mit „Kultur für Alle“, einen eigenen Fahrtendienst und auch einem E-Rolli-Fußballteam dafür sorgt, dass die Burgenländer mit Behinderungen nicht nur einen Ansprechpartner haben, der ihnen bei diversen Behördenwegen oder vor Gericht hilft, sondern auch darauf achtet, bereits vom Umfeld isolierte Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu positionieren. Welchen Stellenwert hat der ÖZIV Burgenland für Sie als Landeshauptmann?

Hans Peter Doskozil: Der ÖZIV Burgenland leistet mit seinem Engagement und seiner Unterstützung für chronisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderung meiner Ansicht nach einen unverzichtbaren und sehr wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation vieler Burgenländerinnen und Burgenländer und ist daher natürlich zu unterstützen.

 

GleichSicht: Der ÖZIV Burgenland ist bei der Realisierung einzelner Projekte auf Zusammenarbeit angewiesen. Wie stehen Sie dem ÖZIV Burgenland als Kompetenzstelle für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen gegenüber?

Hans Peter Doskozil: Ich sehe den ÖZIV Burgenland als verlässlichen Partner, der nun schon seit mehr als 40 Jahren Menschen mit chronischer Erkrankung oder/und Behinderung vertritt und unterstützt. Mit einem breit gefächerten Angebot hilft der Verband dort, wo Unterstützung benötigt wird.

 

GleichSicht: Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview!

Ankündigung: Zweites ÖZIV-Sommerfest

Der Sommer ist ins Land gezogen und wir freuen uns alle über lange Tage und den Sonnenschein. Der Beginn des Sommers mag auch Anlass sein, unser heuriges Sommerfest im Süden zu planen. Und das mit gutem Grund - war doch die Premiere unseres Sommerfestes ein großer Erfolg. Natürlich wollen wir diesen Erfolg wiederholen und zu einer liebgewonnen Tradition machen.

  

Diesmal findet unser Fest am Sonntag dem 1. September, 14:30 Uhr im KASTELL STEGERSBACH statt.

  

Das Kastell ist eines von vielen österreichischen Schlössern im Stil der Renaissance und hatte im Lauf seiner Vergangenheit immer wieder verschiedene Bestimmungen.

  

Im September 2013 eröffnete das neu renovierte Kastell als Gasthaus und Veranstaltungsort seine Pforten. Es fungiert genauso als Dorfwirtshaus der alten Schule, wie auch als Location für Hochzeiten, Bankette und vielem mehr. Auch diesmal findet unser Sommerfest am Wochenende der INFORM-Oberwart statt. Das gibt unseren Mitgliedern wieder die Möglichkeit, am Vormittag die Messe in Oberwart zu besuchen und im Anschluss das gute Essen beim ÖZIV-Sommerfest zu genießen.

  

Selbstverständlich ist das Kastell barrierefrei, der Behinderteneingang befindet sich an der Rückseite des Hauses, wo ausreichend Parkplätze vorhanden sind.

 

Termin vormerken

ÖZIV – Sommerfest Sonntag, 1. Sep. 2019, 14:30 Uhr Kastell Stegersbach 7551 Stegersbach, Sparkassenplatz 2

 

Für gutes Essen und beste Unterhaltung wird gesorgt. Auf Sommerwetter hoffend,  freuen wir uns auf zahlreiche Anmeldungen.

Mein Auslandssemester -

- ein organisatorisches Abenteuer

Jakob Schriefl

  

Ein Leben mit Behinderung bedeutet sehr oft, dass man eine gewisse Gabe für jegliche Art der Organisation entwickeln muss. Von diesem zusätzlichen organisatorischen Aufwand darf man sich jedoch auf keinen Fall entmutigen lassen - vor allem auch dann nicht, wenn es darum geht, seine Träume zu verwirklichen. Schon seit dem Beginn meines Studiums an der WU Wien habe ich mir vorgenommen, ein Auslandssemester zu absolvieren. Nun rückt dieses Projekt in greifbare Nähe.

  

Es verschlägt mich nach...

PARIS.

  

Genauer gesagt, an die Université Paris Dauphine.

  

Die Stadt der Liebe, Kunst und Kultur wartet auf mich. Von Ende August bis Ende Dezember 2019 werde ich alles daransetzen, möglichst viele neue Erfahrungen zu machen, mein Französisch zu verbessern und den besonderen Charme dieser Stadt - auch ohne eine vollständige Notre Dame - hautnah zu erleben.

  

Natürlich ist so ein Projekt nicht an einem Tag durchgeplant. Schon gar nicht, wenn man auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

  

Wo werde ich wohnen? Ist die Uni barrierefrei? Wie komme ich in dieser riesigen Stadt von A nach B? Wie viele Assistenten brauche ich und wo finde ich diese?

  

Dieser Berg an Fragen hat mich durchaus gefordert. Natürlich hatte ich bis dahin noch nie ein ähnliches Projekt organisiert und wusste daher nicht einmal, wo ich beginnen sollte. Doch mit der Unterstützung meiner Familie, der Universität in Paris und vor allem der WU Wien sowie den sehr engagierten Leuten des Austauschprogramms ERASMUS, wurde mir klar, dass selbst dieser Berg bezwungen werden kann.

  

Stand heute: Ich habe bereits ein barrierefreies Studentenheim in einem Pariser Vorort gefunden. Die öffentliche Verbindung zur Uni gestaltet sich mit einem Rollstuhl eher schwierig, weshalb ich mit meinem Auto nach Paris fahren werde. Ansonsten ist das Busnetzwerk in Paris für seine Barrierefreiheit bekannt - ich werde also auch oft mit dem Bus unterwegs sein.

  

In dem Studentenheim werden auch meine Persönlichen Assistenten ein Zimmer beziehen. Derzeit plane ich, mit zwei Assistenten nach Paris zu gehen. Vor allem bei diesem Punkt müssen noch ein paar Kleinigkeiten geklärt werden. Deshalb kann ich heute noch nicht konkret darüber berichten, wie die große Frage der Assistenz beantwortet werden wird.

  

Ein sehr wichtiges Thema bei jedem Auslandssemester ist ohne Zweifel der finanzielle Aufwand. Besonders Menschen mit Behinderungen müssen bei einem derart großen Projekt mit erheblichen Mehrkosten rechnen. Hier kann ich für alle, die in Zukunft einen ähnlichen Traum verwirklichen wollen, jedoch Entwarnung geben. Über den sogenannten „Sonderzuschuss“ von ERASMUS können alle behinderungsbedingten Mehrkosten abgedeckt werden, die im direkten Zusammenhang mit dem Auslandssemester stehen. Das sind beispielsweise eine höhere Miete aufgrund der notwendigen Barrierefreiheit, die Mietkosten der Assistenten, Taxi-Fahrten zur Uni bzw. Spritkosten bei unbenutzbaren öffentlichen Verkehrsmitteln und dergleichen.

  

Wichtig ist, dass man hier eine genaue Dokumentation aufstellt. Die Mitarbeiter bei ERASMUS sind ausgesprochen entgegenkommend und bieten einen unkomplizierten und schnellen Service.

  

Natürlich gibt es für mich in den nächsten Monaten noch sehr viel zu tun. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann muss man immer alles geben, um dieses auch zu erreichen.

  

Ob mit oder ohne Behinderung - es gibt immer einen Weg!

Wheelchair-Slalom

– der erste (An)lauf

 
Mit einem neuen Sportangebot, das sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre richten soll, wartet nun die Sektion Sport auf.

  

Beim Wheelchair-Slalom (kurz: WCS) gilt es, den Rollstuhl perfekt zu beherrschen und in kürzester Zeit durch zwei verschiedene Parcours zu jagen - natürlich ohne Strafsekunden zu bekommen. Diesbezüglich veranstalteten wir am 5. Mai 2019 einen WCS-Schnuppertag.

  

Ein toller Tag, den wir mit den Teilnehmern verbringen durften. Dass an diesem Sonntag auch der „Life Run“ in Wien abgehalten wurde, hat einige Neugierige vor eine schwierige Wahl gestellt und weil wir davon überzeugt sind, dass es noch mehr Interessenten gibt, wird ein zweiter Schnuppertag stattfinden. Der Termin wird über unseren Newsletter sowie auch über unsere Webseite und in den sozialen Netzwerken bekanntgegeben.
 

Ein kurzer Rückblick: An unserem ersten Schnuppertag wurden auch schon ein paar Rennen ausgetragen. Das Team des ÖZIV-Burgenland war topmotiviert - Langeweile konnte hier gar nicht erst aufkommen.  Dank den bereitgestellten Rollstühlen konnten auch die Angehörigen diesen Sport ausprobieren.

  

Infobox:

Bei dem sportlichen Wettkampf stehen (Rollstuhl-)Geschicklichkeit und Schnelligkeit im Mittelpunkt. Ein vorgegebener Parcours soll mittels verschiedener Aufgaben - eine Kombination aus Vorwärts- und Rückwärtsfahren und halben bis ganzen Drehungen - möglichst schnell und fehlerfrei (Hindernisse dürfen nicht berührt oder umgefahren werden) auf Zeit bewältigt werden. Teilnehmen können Handrollstuhl- sowie Elektrorollstuhlfahrer.

European Nations Cup 2019 in Finnland

Die beiden Spieler der Wild Wheels des ÖZIV Burgenland, Michael Streit und Jakob Schriefl, durften gemeinsam mit 6 Kollegen aus Wien Österreich bei der EM in Finnland Ende Mai vertreten.

 

Dass die Wild Wheels in Österreich zu den Top-Mannschaften im E-Rolli Fußball zählen, wurde ja schon in der Österreichischen Liga bewiesen. 2018 belegte die Mannschaft des ÖZIV Burgenland Platz 2. Und auch beim Saisonauftakt 2019 zeigte das Team, dass sich Einsatz und hartes Training auszahlen: 16 Tore wurden in 3 Spielen erzielt, 2 von 3 Spielen gewonnen.

Durch die Einberufung der beiden Spieler Michael Streit und Jakob Schriefl stellt das Burgenland nun stolze 25% des Nationalteams!

Vom 22. bis 26. Mai fand in Pajulahti, Finnland, der EPFA Nations Cup 2019, also die Europameisterschaft in E-Rolli-Fußball, statt.

  

Für unser österreichisches Nationalteam war es eine großartige Chance, sich erstmals international zu präsentieren. Das Team aus 8 Spielerinnen und Spielern wurde ergänzt durch den Trainer Leo Vasile und den Techniker Markus Pesendorfer.

Großartige Unterstützung erhielt unser Team auch durch die gesamte österreichische Delegation. Die Fans bejubelten jede gelungene Chance und feuerten unsere Mannschaft enthusiastisch an!

Auch der österreichische Botschafter in Finnland, Maximilian Hennig, kam an einem Spieltag und feuerte die Österreicher an. 

  

Die Österreicher waren nach der Gruppenphase letzter. Durch hervorragenden Einsatz bis zur letzten Minute konnten sie dann im unteren Playoff ein 1:1 Unentschieden gegen den Gastgeber Finnland und somit Platz sechs erkämpfen!

Das Nationalteam kann bei seinem ersten Antreten bei einem großen, internationalen Turnier auf jeden Fall stolz auf die Leistung sein!

   

Unser Team zeigte großen Einsatz, vermittelte Spielfreude und blieb stets freundlich - dafür wurde die Mannschaft mit dem Fair Play Award belohnt.

  

Resümee: Es wurden eine Menge Erfahrungen gesammelt, auch wenn kein Sieg errungen werden konnte. Unser ambitioniertes Nationalteam kann und wird hier sehr bald Anschluss finden und vorne mitspielen!

   

Das Endergebnis der EM:

  1. England
  2. Frankreich
  3. Irland
  4. Dänemark
  5. Nordirland
  6. Österreich
  7. Finnland

    

Mehr zum Thema E-Rolli Fußball finden Sie auf www.erollifussball.at

 

Auftakt zur dritten österreichischen Liga im E-Rollstuhl Fußball, 5. Otto Bock Cup und 2. Players Cup

Der ÖZIV Burgenland und sein E-Rolli Fußballteam Wild Wheels luden am 23. März 2019 zum ersten Ligaspieltag der dritten österreichischen Liga in das Landessportzentrum VIVA in Steinbrunn ein. Vier Teams haben sich angemeldet:

  • Die Sieger der beiden Vorjahre, die Thunder E-agles des ASKÖ Wien,
  • die Vorjahresgewinner der 2. Liga, die Danube E-agles des ASKÖ Wien,
  • die SteelChairs Linz des RSC Heindl OÖ
  • und die Gastgeber Wild Wheels des ÖZIV-Burgenland.

  

Nachdem unsere Mannschaft in der ersten Spielhälfte gegen die SteelChairs Linz ein paar Startschwierigkeiten hatte, liefen wir trotzdem recht schnell warm und erreichten sodann auch unsere gewohnte Betriebstemperatur. So konnten wir am Ende den ersten Sieg an diesem Spieltag verbuchen - das Spiel endete 5:0.

In einem wahren Rausch verfallen, konnten wir auch einige Tore gegen die Danube E-agles erzielen und gingen mit 9:1 vom Platz.

  

Bei unserem dritten und zugleich auch anstrengendsten Spiel gegen die Favoriten und zweifachen österreichischen Meister, die Thunder -Eagles, wurden wir von der neuen Taktik der Wiener überrascht. Nachdem die Thunder E-agles mit 3:0 vorne lagen, konnten wir mit harter Arbeit noch zwei Tore erzielen,  mussten uns aber schlussendlich mit 2:4 geschlagen geben.

  

Punktetechnisch liegen wir momentan auf dem 2. Platz, konnten an diesem Spieltag allerdings 16 Tore erzielen. Im Herbst geht es dann in die zweite und entscheidende Runde.

  

  1. Otto Bock Cup


Am 22. Juni 2019 traten die Wild Wheels beim 5. Otto Bock Cup in Wien an. Neben unserem burgenländischen Team haben sich auch die Thunder E-agles, die Danube E-agles und die Knights angemeldet. Die Knights, eine aus Barmstedt kommende Mannschaft, vertrat sogleich auch die Bundesrepublik Deutschland.

  

Gleich im ersten Spiel begegneten sich die Knights und Wild Wheels am Spielfeld. Es wurde hart gekämpft und nach einer Spielzeit von 40 Minuten stand es beim Schlusspfiff 0:0. Beim zweiten Spiel trafen wir auf den vierfachen Otto Bock Cup-Sieger - die Thunder E-agles. Leider mussten wir uns mit 1:5 geschlagen geben.

  

Gegen die Danube E-agles gab es einen versöhnlichen Abschied - wir gewannen mit 2:0.

  

  1. Players Cup

 

Am nächsten Tag, dem 23. Juni 2019, wurde der 2. Players Cup abgehalten. Dazu wurden ein paar Tage vorher via Live-Ziehung sechs Mannschaften aus dem angemeldeten Spielerpool gezogen und gebildet. Diese Teams traten dann an diesem Tag auf zwei Spielfeldern gegeneinander an. Das Ziel eines solchen Players Cup ist vorrangig der Spaß, das Kennenlernen der anderen Spieler, das Vertiefen von Freundschaften sowie auch die Stärkung der auf dem Spielfeld stattfindenden Kommunikation.

Jeder kann singen ...

Samstag, 06. Juli, Schlosspark Eisenstadt:
Bei herrlichstem Sommerwetter, im Schatten der alten Bäume beim Freibad haben uns Martina und Michael Janoschek einmal mehr in die Welt des Singens entführt.

  

Ein großartiges Erlebnis für die Kinder, den Liedern aus aller Welt zu lauschen und mit Rasseln und Trommeln die Musik zu spüren.

 

Ein gemütlicher Nachmittag mit Bewegung, Begegnung und ganz viel Harmonie. So mancher Passant staunte nicht schlecht, wie gut sich unsere ungeübten Stimmen zum Gitarrenspeil von Michael machten. Ob auf der Picknickdecke oder auf der ausgeliehenen Parkbank – mit Nudelsalat, Melone und Keksen haben wir den Tag miteinander ausklingen lassen und freuen uns über die zahlreichen Teilnehmern aus der ÖZIV Burgenland Familie.

More vom Moor – ein Zukunftsprojekt

Das Wort Zukunftsprojekt klingt im Zusammenhang mit dem 12.000 Jahre alten Moor fast komisch, trotzdem ist es richtig!

  

Das Naturschutzgebiet „Auwiesen Zickenbachtal“, das zwischen den Orten Eisenhüttl, Heugraben und Rohr liegt, ist das größte Niedermoor im ganzen Pannonischen Raum. Es liegt im Südburgenland und ist ein Paradies für Naturliebhaber.

  

Ein mit vielen interessanten Stationen versehener Erlebnisweg lockt seit Jahren zahlreiche Naturliebhaber, Familien und Schulgruppen in das Zickentaler Moor. Rund um das Gelände wurde zum Schutz des Moores ein weitläufiges Weidegebiet eingerichtet, auf dem der Zickentaler Moorochse zur Spezialität der Region wurde.

  

Der Bürgermeister der Gemeinde Rohr ist gemeinsam mit Vertretern des Vereines „Rund ums Moor“ mit einem sehr ambitionierten Wunsch an den ÖZIV Burgenland herangetreten. Mit unserer Unterstützung sollen große Teile des Naturschutzgebietes barrierefrei gemacht werden, um so behinderten Menschen einen Besuch - zumindest der wesentlichsten Stationen - im Moorgebiet zu ermöglichen. Seltene, zum Teil bedrohte Pflanzen und Tiere, ein Erlebnisweg mit interessanten Stationen, ein Garten der Sinne und vieles mehr sollen barrierefrei zugänglich werden. Des Weiteren gibt es auch Angebote für Kinder - inklusive Lagerfeuer mit Steckerlbrot.

  

Im Rahmen einer Begehung werden wir diese Ambitionen gerne und hilfreich unterstützen, den Verantwortlichen gebührt dafür Lob, Anerkennung und Dank seitens des ÖZIV Burgenland und all seiner Mitglieder.

  

Wir werden gerne über die Fortschritte dieses Zukunftsprojektes berichten.

 

Erfolgsgeschichten aus dem ÖZIV Burgenland Alltag

Die Vertretung der Rechte unserer Mitglieder bis hin vor Gericht hat sich bei Betroffenen bereits herumgesprochen. Auch im heurigen Jahr dürfen wir bereits auf Erfolge zurückblicken und über einige unserer Ergebnisse berichten:

  

Für ein junges Mitglied haben wir nach Besprechung der aktuellen Situation um eine Erhöhung der Pflegegeldstufe angesucht – die zuständige Versicherungsanstalt war gegenteiliger Ansicht und hat den Antrag abgelehnt. Gerade bei Kindern, besagtes Mitglied ist 4 Jahre alt, ist die Einstufung des Pflegebedarfs oft nicht nachvollziehbar. Mithilfe des entsprechenden Gutachtens sind mit den Eltern die einzelnen Punkte besprochen worden. Die intensiven Arbeiten an der Verfassung der Klage haben sich in diesem Fall bezahlt gemacht – ebenso die Fahrt ins weit entfernte Oberwart, wo die Verhandlung stattgefunden hat. Der gerichtlich beeidete Gutachter und das zuständige Gericht sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Erhöhung des Pflegegeldes richtig ist. Im Vergleich wurde die nächsthöhere Stufe zuerkannt und die Differenz der Leistungen ab Antragstellung nachbezahlt.

  

Im Falle der Klientin S. wurde der Erhöhung stattgegeben, jedoch sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die zuerkannte nächsthöhere Pflegestufe sich noch nicht mit dem Pflegebedarf deckt. Auch hier ist eine Klage eingereicht worden und auch hier haben wir unser Mitglied erfolgreich vertreten.

  

Befristet zuerkannt, wurde Frau A. das Pflegegeld aufgrund der Nachuntersuchung entzogen. Lange haben die Betroffene und die Familie gezögert, eine Klage in Betracht zu ziehen. Nach Anraten eines Bekannten hat man sich dann dem ÖZIV Burgenland Team anvertraut: die Zeit war ziemlich knapp – für die Einreichung einer Klage sind die gesetzlichen Fristen unbedingt zu beachten. Und auch hier hat sich das Einschreiten gelohnt. Zwar ist der Gutachter vom Gericht in seinem Gutachten auch noch nicht auf die notwendigen Stunden gekommen – in der Verhandlung konnte jedoch seitens der ÖZIV Burgenland Mitarbeiterin mit dementsprechend Befunden und kompetenter Argumentation das Gericht von den Umständen überzeugt werden, dass der Pflegebedarf immer noch vorhanden ist. Außerdem ist der Zustand nun als bleibend angesehen und das Pflegegeld der Stufe 1 unbefristet zuerkannt worden.

  

Im Zusammenhang mit den rechtlichen Vertretungen für ÖZIV Burgenland Mitglieder, insbesondere wenn es um behinderte Kinder geht, gebührt den Rechtsanwälten von DAX WUTZLHOFER UND PARTNER RECHTSANWÄLTE GMBH ganz besonders großer Dank. Seit dem Jahr 2015 werden im Rahmen einer Kooperation einzelne Fälle übernommen und vor Gericht vertreten. Die Unterstützung ist kostenlos und an die Vorgaben der Verfahrenshilfe angelehnt, das heißt, dass auch finanziell schwach gestellte Familien die Chance auf kompetente Vertretung ihrer Rechte erhalten.

 

Bei der hohen Erfolgsquote, speziell beim Thema Rehabaufenthalte für geburtsbehinderte Kinder, ist es kein Wunder, dass wir sehr stolz auf das hohe soziale Engagement der Kanzlei Dax Wutzlhofer & Partner sind.

 

DANKE



Die komplette Ausgabe als Download:


Ausgabe Mai 2019 (pdf)


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  • Landeswappen Burgenland