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Aus unserer aktuellen Ausgabe


Vorwort des Präsidenten

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Zeit, einen Blick auf die vergangenen Monate zu werfen.

 

Sie halten gerade die 5. Ausgabe der „GleichSicht“ in Ihren Händen. Ein Projekt, das vor gut 2 Jahren ins Leben gerufen wurde und es uns ermöglicht, anhand von Inseraten, eine Vollzeitkraft in unserem Büro einstellen zu können. Die letzten Monate haben gezeigt, dass die Organisation – aufgrund steigender Mitgliederzahlen – immer umfangreicher und komplexer wird.

 

Doch wenn wir einen Blick auf die steigenden Mitgliederzahlen werfen, bemerken wir immer wieder, dass vermehrt Kinder und Jugendliche unsere Angebote in Anspruch nehmen. Der ÖZIV Burgenland mag zwar schon über 30 Jahre existieren, ist aber ein ausgesprochen junger Verein geworden. Natürlich haben wir auf diesen Umstand reagiert und auch Angebote mit in unser Programm genommen, die vor allem Kindern Spaß machen.

 

Doch bei uns kommen nicht nur Kinder auf ihre Kosten – auch Sportbegeisterte sind bei uns willkommen. Wir konnten die erste E-Rollstuhl-Fußballmannschaft Burgenlands gründen, die nicht nur regelmäßig trainiert, sondern bereits an Turnieren teilnimmt.

 

Der wohl größte Erfolg im Jahr 2016? Mit unserer Kampagne „Zurück ins Leben“ haben wir vielen unserer Mitglieder aus dem Herzen gesprochen. Das Lied, das eigens von Michael Hoffmann komponiert wurde, untermalt die Kampagne. Der Transporter, der nicht nur unsere E-Rollstuhl-Mannschaft zu Trainingsstätten und Turnieren bringt, sondern auch für Einkäufe zur Verfügung steht, rundet die Kampagne ab.

 

„Zurück ins Leben“ endet aber nicht mit dem Jahr 2016, sondern wird 2017 fortgesetzt.

 

Gehen Sie mit uns den Weg weiter.

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins Jahr 2017 und mögen Sie alle Ziele erreichen, die Sie sich vorgenommen werden.

 

Wir stehen weiterhin an Ihrer Seite und werden uns für Sie einsetzen!

Sensationssieg beim Otto Bock Cup 2016

Die intensiven Trainingsstunden unserer E-Rolli-Fußballmannschaft „Wild Wheels“ haben beim 3. Otto Bock Cup 2016 (02.12. – 04.12.2016) in Wien zu wirklich sensationellen Ergebnissen geführt. 7 Teams traten, aufgeteilt in 2 Gruppen, gegeneinander an.

Schon am ersten Spieltag durfte sich unser Team über zwei Siege freuen. Das Team des ASKÖ Wien 2 wurde 3:0 besiegt; gegen die HR Kickers stand es beim Schlusspfiff 3:1 für unsere Wild Wheels.

Der zweite Spieltag sorgte für weitere Höhepunkte unserer Mannschaft: Das erste Spiel gegen ASKÖ Wien 2 wurde 8:1 gewonnen und mit dem Unentschieden gegen die HR Kickers war unserem Team der 1. Platz in der Europaliga sicher. Zudem gab es für unseren Spieler Matthäus Szalay die Auszeichnung zum besten Tormann und unser Michael Streit wurde zum fairsten und besten Spieler geehrt und wurde zudem noch der Torschützenkönig des Turniers. „Der Sieg war trotz der einzelnen Auszeichnungen nur als Team möglich. Das Team hat eine Wahnsinnsleistung gebracht“, so Michael Streit.

Die Tatsache, dass unser Wild Wheels Team über keine Austauschspieler verfügte und deshalb alle Spiele ohne Tausch absolvieren musste, wirkte sich nicht auf die Leistung aus.

Dass diese „junge“ Mannschaft schon beim ersten offiziellen Wettkampf einem Turnier-Sieg in der Tasche heimfahren darf, ist ein Riesenerfolg und ein wichtiger Ansporn für unsere Sportler.

Die Teilnahme an dieser bedeutenden Veranstaltung stand auf sehr wackeligen Beinen. Einerseits musste die Anschaffung der Stoßfänger für die Rollis möglichst rasch erledigt werden, was wir mit toller Unterstützung der Firma Frühwald geschafft haben; andererseits war der E-Rolli unseres Spielers Matthäus gar nicht „wettkampftauglich“. In wirklich unglaublich kurzer Zeit hat der ÖZIV Burgenland dafür gesorgt, dass der alte, kaputte Rolli durch einen neuen ersetzt wurde und der Traum an der Teilnahme bei diesem Turnier Wirklichkeit werden konnte. Wir gratulieren unserem Team und freuen uns schon auf weitere Erfolge!

Fußballspielen im Elektrorollstuhl - ein Erfahrungsbericht von Michael Streit

Zu Beginn - wer wir sind: Wir vom ÖZIV Burgenland haben eine Sektion Sport gegründet. Darunter auch eine E-Rolli-Fußballmannschaft. Momentan setzt sich das Team aus Jakob Schriefl, Matthäus Szalay und mir zusammen. Ich fungiere als Mannschaftskapitän.

Den perfekten Start hatten wir bei einem Trainingslager in Wien. Voll Neugier begann das Training am 7. Juli um 10:00 Uhr.

Nach einer ersten Besprechung, Einteilung von Gruppen nach Können und Trainern, ging es direkt los. Erste Fahrübungen. Ehrlich – ein E-Rollstuhlfahrer, zumindest die, die ich kenne – fahren hauptsächlich gerade aus. Selten rückwärts – hauptsächlich zum Einparken. Ich bewege mich mit meinem Rolli wie ich mich normalerweise bewegen würde – ich kann nicht lange Stillstehen, ich bewege mich also per Joystick permanent vor, zurück usw. Wir übten also erstmal eng an Pylonen vorbeizufahren, vorwärts als auch rückwärts, teils vorwärts und teils rückwärts. Viele weitere Übungen folgten. Nach einigen Übungen hatten wir auch schon Ballkontakt.

Immerhin will der Ball ja nicht nur geschossen, sondern auch geführt werden. In den darauffolgenden Tagen, Freitag und Samstag, bekam ich auch einen Einblick in die Taktik. Immer wieder Trinkpausen – bei über 30 Grad in der Halle sehr wichtig. Weitere und immer interessantere Übungen folgten, so mussten wir auch schon versuchen, den Ball in Schlangenlinie an 2 Pylonen vorbeiführen und dann im richtigen Winkel den Ball ins Tor zu stupsen. Im Tor stand eine seitlich gelegte Sitzbank, damit der Ball (dieser ist bei uns etwas größer – 33cm Durchmesser) wieder zurückspringen kann. Den Ball also wieder „in Empfang“ nehmen und weiter durch 2 Pylonen zurückführen. Das war gar nicht so einfach!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, was ich von Fußball halte? Ich mochte Fußball noch nie. Weder in meiner Kindheit, noch danach. Aber E-Rolli Fußball hat mich total gepackt! Warum? Nun, zuerst mal die Mannschaft: Es spielen 4 gegen 4, des Weiteren sind es auch die Regeln, die dem Spiel eine Besonderheit verleihen. Man muss also nicht nur den Ball erwischen, führen, schießen und blocken können, sondern auch aufpassen, wo man sich befindet.

Beim Trainingslager hab ich zum ersten Mal viele E-Rollstuhl-Fahrer auf einmal gesehen. Man ist sofort dabei, es gibt keinen Unterschied ob man Anfänger oder Profi ist, egal ob der Rolli nun die erlaubten 10 km/h beim Match erreicht oder bei 6 km/h „ansteht“. Die Profis haben entsprechend „getunte“ oder gut eingestellte E-Rollis. Bei der Beschleunigung kann man nicht mithalten, aber trotzdem sind alle gleich. Jeder versteht sich, auch wenn die Kommunikation teils schwer ist, wird halt mit Augen und Händen kommuniziert. Keiner fühlt sich hier ausgeschlossen oder unerwünscht. Hier sitzen alle in einem Boot. Entschuldigung, Rollstuhl. Auch wenn jeder anders ist. Ich hab mich sehr lang nicht mehr so wohl gefühlt. Die Trainer animierten uns; den geschulten Augen entging nichts. Es wurde fleißig gelobt, natürlich aber auch angespornt. Sonntag, am letzten Tag, waren die Spiele! Alle Teilnehmer, von jung bis junggeblieben, wurden in vier Teams eingeteilt. Es wurde pro Team - vom Trainer - ein Kapitän bestimmt. So konnten alle Team gegeneinander antreten, wobei es hier keine traurigen Gesichter nach den verlorenen Spielen gab. Jeder hatte Spaß und ganz ehrlich: geht es nicht auch genau darum? Dem Alltag entfliehen und mit den Ersatzbeinen trotzdem in einem Team zu spielen. Traumhaft!

Ich kann es jedem NUR EMPFEHLEN!

Ein kurzer Aufruf: Eine Fußballmannschaft mit E-Rollis zusammenzustellen ist gar nicht so einfach. Vor allem, weil in der näheren Umgebung nur wenige Elektro-Rollstuhlfahrer sind. Deshalb sind wir weiterhin auf der Suche nach Spielern!

Interessierte melden sich im Büro des ÖZIV Burgenland unter 02682/93080400 oder unter office@oeziv-burgenland.at, Betreff: Wild Wheels

Das ÖZIV Gütesiegel – weitere Einrichtungen wurden ausgezeichnet

Das Vorzeigeprojekt: die BGKK in Eisenstadt

Am 8.11.2016 wurde das neuerrichtete und erst kürzlich in Betrieb genommene Gebäude der BGKK in Eisenstadt mit dem Gütesiegel des ÖZIV Burgenland, dem Verband für Menschen mit Behinderungen, ausgezeichnet.

In einer feierlichen Zeremonie wurde das Gütesiegel an den Vorstand übergeben. Das ÖZIV Burgenland Gütesiegel für die BGKK in Eisenstadt wurde in allen drei Bereichen – also für Mobilität-, Seh- und Hörbehinderung - verliehen.

Der barrierefreie Bau der BGKK-Hauptstelle in Eisenstadt ermöglicht Menschen mit Behinderungen den uneingeschränkten Zugang zu Therapie- und Ambulanzräumlichkeiten.

Mit dem Gütesiegel wurde ein Signal gesetzt, dass die soziale Verantwortung für Menschen mit Behinderungen auszeichnet. Das ÖZIV Burgenland Gütesiegel wurde unter anderem an das Landhaus Alt, das Justizzentrum in Eisenstadt, sowie an die HBLA in Oberwart verliehen. Viele andere Projekte werden demnächst abgeschlossen.

 

Das GCT – Beratungszentrum

Das ÖZIV Gütesiegel bestätigt den barrierefreien Zugang des GCT – Beratungszentrum in Neutal. Nach eingehender Prüfung durch den Präsidenten, Hans-Jürgen Groß, MBA, stand der Verleihung nichts mehr im Wege. Eigentümer Johann Gneist wurde für den Schritt in die richtige Richtung belohnt; somit geht hier ein weiterer Unternehmer mit gutem Beispiel voran.

 

Sie wollen den guten Beispielen folgen und ein Zeichen setzen? Das Team des ÖZIV Burgenland steht für Fragen zum Thema „ÖZIV Burgenland Gütesiegel“ gerne zur Verfügung – weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage www.oeziv-burgenland.at

Benefiz-Fußballturnier im Landessportzentrum VIVA Steinbrunn

Benefiz-Fußballturnier zu Gunsten von ÖZIV Burgenland

Am 26. November 2016 fand im Landessportzentrum VIVA Steinbrunn ein Benefiz-Fußballturnier zu Gunsten des ÖZIV Burgenland statt.

In einer tollen Aktion mit hohem Spaßfaktor spielten namhafte Fußballmannschaften gegeneinander und der Reinerlös ging an den ÖZIV Burgenland zur Unterstützung von Projekten für Menschen mit Behinderungen, unter anderem im Behindertensport.

Im Rahmen des Fußballturniers zeigte auch die erste burgenländische E-Rolli-Mannschaft des ÖZIV Burgenland ihr Können. Danach feuerten die Rollstuhl-Kicker ihre Kollegen an.

Der Scheck in Höhe von EUR 2.500,- wurde ÖZIV Burgenland Präsidenten, Hans-Jürgen Groß, durch den Geschäftsführer des Landessportzentrums VIVA Steinbrunn, Bernd Dallos, und durch Austria Wien Trainer, Thorsten Fink, persönlich überreicht.

ÖZIV Burgenland bedankt sich für die großartige Unterstützung und Durchführung dieser tollen Veranstaltung!

 

Sie benötigen einen Transporter? Wir haben ihn!

Der ÖZIV Burgenland hat einen Rollstuhltransporter angekauft, welcher seit Juni 2016 unterwegs ist. Das Fahrzeug bietet Platz für Menschen mit und ohne Mobilitätsbehinderungen, aber auch für bis zu vier Elektrorollstühle. Ganz egal, ob der ÖZIV Burgenland Ausflüge organisiert, zu den Seefestspielen Mörbisch lädt oder auch seine traditionelle Weihnachtsfeier veranstaltet - mit dem Transporter kommen die Mitglieder „zurück ins Leben“.

Wir bieten zudem geplante Fahrten für unsere Mitglieder an - etwa zum Einkaufen, für Arztbesuche, um Freunde zu treffen, usw.

Kosten:

  • Fahrten werden mit einer An- und Abfahrt vom Standort Eisenstadt / Oberwart berechnet
  • Bei Buchung der Einkaufbegleitung beinhaltet dies die Abholung, Begleitung während des Einkaufs inkl. Unterstützung, Rückfahrt inkl. Transport des Einkaufs bis nach Hause - zum Beispiel: Eisenstadt + 1/2 Stunde Begleitung = € 15,--
  • Möchten Sie, dass unser Auto vor Ort auf Sie wartet? Kein Problem! Stehzeiten belaufen sich auf € 10,-- pro 1/2 Stunde
  • Bei wiederkehrenden Fahrten gibt es selbstverständlich Sonderkonditionen

Unter der Nummer 0676 722 20 21 können Sie weitere Details abfragen und Ihren Transport direkt buchen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

 

Standort - Nach - Pauschale

Eisenstadt - Stadtfahrt - € 5,-

Eisenstadt - Eisenstadt-Umgebung - € 15,-

Eisenstadt - Mattersburg - € 17,-

Eisenstadt - Neusiedl - € 30,-

Eisenstadt - Oberpullendorf - € 50,-

Eisenstadt - Oberwart - € 90,-

Eisenstadt - Güssing - €120,-

Eisenstadt - Jennersdorf - € 140,-

 

Standort - Nach - Pauschale

 

Oberwart - Stadtfahrt - € 5,-

Oberwart - Güssing - € 30,-

Oberwart - Oberpullendorf - € 40,-

Oberwart - Jennersdorf - € 54,-

 

Mein Leben mit PROMM

Ende 2010

Leichte Muskelkrämpfe, die sich anfangs wie ein Muskelkater anfühlten, traten in den Ober-und Unterschenkeln und in den Fingern auf. Wenn ich ein kurzes Stück gelaufen bin, hatte ich Probleme beim Abwinkeln oder Strecken meiner Füße. Aus heutiger Sicht gesehen ein Anfang mit bösem Ende. Da dieser „Muskelkater“ aber länger anhielt, suchte ich meinen Neurologen auf. Da mein Vater eine Muskeldystrophie hat, konnte es natürlich sein, diese geerbt zu haben.

 

Jänner 2011

Ich blieb für acht Tage im Krankenhaus Graz und wurde von Kopf bis Fuß untersucht. Ein EMG (bei der Elektromyografie wird die elektrische Aktivität von Muskelfasern gemessen und als sogenanntes Elektromyogramm aufgezeichnet wurde durchgeführt. Man unterscheidet das Oberflächen-EMG, bei dem Elektroden auf die Haut geklebt werden, vom Nadel-EMG, bei dem eine Nadelelektrode in den Muskel gestochen wird - wie in meinem Fall) bewies, dass eine Muskelkrankheit vorliegen muss. Da in der Familie eine Muskelkrankheit bzw. eine Muskeldystrophie vorliegt, wurde auch ein Gentest durchgeführt. Nach dem Krankenhausaufenthalt ging ich - trotz anhaltender Muskelkrämpfe - meiner Arbeit nach. Bis dahin waren die Krämpfe unangenehm, aber nicht wirklich behindernd.

 

  1. Mai 2011

Ich hatte Dienst auf der Tankstelle. Am Nachmittag, wie aus heiterem Himmel, habe ich mich hingesetzt und konnte danach nicht mehr aufstehen, tippte an der Kasse oder am Computer, wobei meine Finger verkrampften und meine Hand zur Faust wurde. Die Krämpfe wurden plötzlich so stark, dass ich ziemlich starke Schmerzen bekam. Da an diesem Feiertag nicht allzu viel los war, hielt ich bis abends durch. Am Abend war es so schlimm, dass ich nach Dienstschluss meinen damaligen Chef anrief und mich erst mal krank melden musste. Von da an ging es bergab: Täglich hatte ich starke Schübe, innerhalb eines halben Jahres „schaffte“ ich es über Gehhilfen (Krücken) in den Rollstuhl. War es zu Beginn noch ein Rollstuhl mit einem E-Motion-Antrieb (kraftunterstützender Antrieb), so ist es am Ende nun ein Elektrorollstuhl geworden.

PROMM

Das Ergebnis meines Gentests bekam ich erst Ende Mai 2011. Dieser wies nach, dass ich eine Muskeldystrophie habe. Meine Krankheit nennt sich „proximale myotone Dystrophie Typ 2“ oder auch „proximale myotone Myopathie Typ 2“ - kurz: PROMM. Die Krankheit wird auch „Rickersche-Erkrankung“ genannt, da ein deutscher Arzt namens Ricker die Krankheit entdeckt hat. Das ist gar nicht so lang her - das war 1997. Erst seit dem Jahr 2004 weiß man, welches Chromosom mutiert und somit verantwortlich ist. Heilung oder Behandlungen gibt es momentan keine; Spezialisten und Forscher gehen davon aus, dass es innerhalb der nächsten 15 Jahre keine Heilungs- oder Behandlungsmöglichkeiten geben wird.

 

Ich wurde auf Rehabilitation geschickt. 29 Tage wurden bewilligt, nach acht Tagen musste ich die Heimreise antreten. Die behandelnde chefärztliche Neurologin musste die Rehab abbrechen, da sich mein Zustand - selbst bei passiver Bewegung - rapide verschlechterte. Im Normalfalle verläuft die Krankheit langsamer und sollte erst nach dem 50. Lebensjahr auftreten. Mittlerweile gibt es allerdings viele neue Erkenntnisse, die uns leider nur zur Information dienen können.

 

Wer ich bin?

Weitere Informationen über meine Krankheit können Sie auf meiner Webseite www.michael-streit.at jederzeit nachlesen. Es würde hier den Rahmen sprengen.

In der schwierigsten Zeit - vom Befund bis zur eigenen Akzeptanz der Krankheit - war ich zum Glück nicht allein. Meine Familie stand hinter mir, doch es gab sehr viel zu tun. Ich war im Krankenstand, wusste aber dann, dass ich wohl nie wieder arbeiten gehen könnte. Zusätzlich kamen nun weitere Probleme auf mich zu. Viele Behördengänge standen bevor. Hier hatte ich zum Glück professionelle Hilfe vom ÖZIV Burgenland. Dieser wurde mir von Freunden empfohlen und hat mir echt geholfen. Ich hätte das wohl alles nicht geschafft - weder psychisch noch physisch. Der ÖZIV Burgenland übernahm die Behördengänge und kümmerte sich um alles.

 

Heute

5 Jahre sind vergangen. In 5 Jahren änderte sich einiges. Vom Krankheitszustand, welcher immer schlimmer wurde, bis zur Invalidenpension.

 

Momentan liege ich zu 80% bis 90% der Zeit im Bett. Eine spezielle druckverteilende Matratze macht das möglich; Sitzen ist für mich sehr anstrengend.

Ohne meine Familie hätte ich es wohl nicht psychisch geschafft. Als ich erkrankte, war ich mit meiner gleichaltrigen Frau acht Jahre verheiratet, wir hatten eine 8-jährige und eine 2-jährige Tochter. Zur Hiobsbotschaft der Krankheit kam auch gleich die Info dazu, dass meine Krankheit zu 50% an die Nachkommen weitergegeben werden kann. Unsere Töchter sind bis heute gesund, jedoch ungetestet. Selbst wenn ich die Krankheit weiter vererbt hätte, muss sie nicht ausbrechen.

In den letzten fünf Jahren habe ich auf Facebook eine Rollstuhlfahrergruppe gegründet, die vor allem dem Austausch zwischen anderen Rollstuhlfahrern dient. Ich habe eine eigene Webseite aufgebaut; Hauptgrund war, weil ich über meine Krankheit nicht jedes Mal neu erzählen möchte. Heutzutage ist es leider so: wird man krank, werden alle Menschen zu Ärzten. Von Wunderheiler bis „was weiß ich was alles kam“, wurden mir zahlreiche Alternativen vorgeschlagen. Ich habe viel ausprobiert, doch alles brachte nur Schmerzen.

Auch mit einer Krankheit und/oder Behinderung kann man leben. Der Sport gestaltet sich etwas anders, auch der Tagesablauf ist etwas anders (Anziehen, Körperpflege, usw.). Schon alleine meine Kinder sind mir Anlass genug um nicht aufzugeben, egal wie schlimm es auch werden möge.

Eine weitere große Hilfe ist mein Assistenzhund „Versace“ den ich nun seit Jänner 2016 bei mir habe. Es sieht Anfälle vorher (Ohnmachtsanfälle durch Anstrengungen) und hilft mir überall. Er ist immer dabei und ist ein Teil von mir geworden. Was er alles kann, sieht man auch auf meiner Website.

Sport & Bewegung für Menschen mit Behinderung

Mein Name ist Alexandra Kientzl und ich bin als Gesund & Fit-Trainerin für Erwachsene und Kinder im Einsatz. 

 

Die Möglichkeit, auch Menschen mit Behinderungen trainieren zu dürfen, ergab sich durch einen glücklichen Zufall. Ich wurde gefragt und sagte ja. Seitdem halte ich regelmäßig Sport- & Bewegungseinheiten in einer betreuten Wohneinrichtung für Menschen mit körperlicher, geistiger und mehrfach-Behinderungen ab.

 

Ich habe einen soliden Background im Therapie-, Gesundheits- & Sportbereich, aber mit Menschen zu arbeiten erfordert in erster Linie Authentizität. Gerade Menschen mit Behinderungen spüren das sehr schnell und reagieren auch prompt. Das sollen und dürfen sie auch. Angenommen zu werden - so wie man ist - und nicht über Schwächen definiert zu werden, ist für mich ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

 

Zum Nutzen dieser Trainingseinheiten gäbe es ganz viel zu sagen. Jeder, der sich schon diversen Therapien unterzogen hat, weiß, was es heißt, seinen Körper - und vor allem auch seinen Kopf - zu fordern und fördern. Körperliches Training ist -unabhängig von körperlichen Einschränkungen - auch immer Training für den „Geist“. Je nachdem, wo die körperlichen Einschränkungen liegen, wählen Menschen in ihrem Bewegungsalltag den leichteren Weg. Dies kann dazu führen, dass Fähigkeiten verkümmern oder ganz verloren gehen. Genauso ist es aber auch möglich, bestehende Stärken zu finden, schulen und zu verbessern. 

 

Seinen Körper wahrnehmen, sensorische und motorische Erfahrungen sammeln, was passiert wenn, wie fühlt sich das an - ob mit verschiedenen Trainingsmaterialien oder dem eigenen Körpergewicht. Die Anforderungen dürfen ganz unterschiedlich sein.

 

Sich über vermeintlich „kleine“ Erfolge zu freuen ist gewollt und gewünscht. In dieser Hinsicht ist für mich jedes Training gleich!

 

Mehr zu mir und meiner Person unter:

www.bewegsam.at

 

Der ÖZIV Burgenland möchte für die Mitglieder eine Erwachsenengruppe starten

 

Bei Interesse Anmeldung im Büro des ÖZIV Burgenland unter 02682/93080400 oder per Mail an office@oeziv-burgenland.at.

 

Anmeldefrist: 31. Jänner 2016

 

Anmeldungen für Tennis und Tischtennis werden ebenfalls ab sofort im Büro entgegengenommen!

Erfolgreich beanstandet

Zugang Bahnhof

Im Jänner 2016 wurden wir von Frau M. kontaktiert, da es im Zuge der Schaffung des barrierefreien Bahnhofes in Neusiedl am See keine barrierefreie Zugangsmöglichkeit vom Ziegelofenweg gab. Für die Bereitstellung eines befestigten und sicheren Gehwegs hat sich der ÖZIV Burgenland erfolgreich eingesetzt. Der neue Übergang vom Ziegelofenweg in Neusiedl am See (Haniftal) zum Bahnhof in Neusiedl am See ist nun auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar.

 

Behindertenparkplätze

Ein neuer Baumarkt in Eisenstadt, der im Zuge der Sanierung des Gebäudes die Behindertenparkplätze verlegt hatte, wurde von uns ebenfalls kontaktiert. Für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen stellt jeder Meter, der mehr zurückzulegen ist, eine Hürde dar. Ein Schreiben, das auf die barrierefreie Nutzbarkeit und das Behindertengleichstellungsgesetz verwies, sorgte für eine unverzügliche Behebung des Missstandes – wir sagen natürlich DANKE für die rasche Umsetzung.

Schlicht und einfach: Schlichten!

Eines vorweg und dies mit Nachdruck: dieser Artikel ist kein Aufruf zum Denunzieren, auf gut Deutsch zum „Vernadern“ Anderer. Vielmehr geht es darum, ein rechtliches Instrument vorzustellen bzw. näher bekannt zu machen, das bei gehöriger Anwendung nicht nur eine Bewusstseinsänderung in der Bevölkerung herbeiführen kann, sondern auch jedem Einzelnen die Chance bietet, seinen Standpunkt - zumindest teilweise - durchzusetzen.

Niemand darf aufgrund einer Behinderung diskriminiert werden. Klingt ziemlich selbstverständlich, ist es aber, wie wir aus der täglichen Praxis wissen, nicht. Deswegen hat das Behindertengleichstellungsgesetz dieses Verbot einer Diskriminierung, also einer weniger günstigen Behandlung von Menschen mit Behinderung gegenüber anderen Personen, ausdrücklich in das Gesetz aufgenommen. Bei Verletzung dieses Verbotes der Schlechterstellung behinderter Menschen sieht das Gesetz als Rechtsfolgen Schadenersatzansprüche der diskriminierten Personen vor. Diese Ansprüche sind selbstverständlich nur bei den zuständigen Gerichten durchzusetzen. Vorher jedoch ist ein sogenanntes Schlichtungsverfahren bei den jeweiligen Landesstellen des Sozialministeriumservice vorgesehen.

Dieses Schlichtungsverfahren soll allen beteiligten Personen eine rasche, kostengünstige und außergerichtliche Möglichkeit bieten, ein anhängiges Streitverfahren beizulegen. Erst wenn es in diesem Verfahren zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt, können die zuständigen Gerichte bzw. Behörden angerufen werden. Das konkrete Verfahren wird unter Anleitung des Sozialministeriumservice nach freiem Ermessen durchgeführt, wobei die Grundsätze der Unparteilichkeit, Unbefangenheit sowie Gerechtigkeit und Billigkeit Beachtung finden.

Solche Schlichtungsverfahren sind kostenlos; Personen, die im Zuge solcher Verfahren als Auskunftspersonen vorgeladen werden, haben sogar Anspruch auf Gebühren- und Kostenersatz, ähnlich den Zeugengebühren bei Gericht.

Obwohl dieses Diskriminierungsverbot seit nunmehr über 10 Jahren in Geltung ist, erleben wir tagtäglich Situationen, die für behinderte Menschen einen erschwerten oder gar keinen Zugang zum täglichen Leben bedeuten. Stufen, die unüberwindliche Barrieren darstellen, fehlende Rampen und viele andere Dinge mehr, die immer noch fehlen, um behinderten Menschen eine selbstbestimmte, gleichwertige Teilnahme am Leben zu ermöglichen. In all diesen Fällen liegt schlicht und einfach eine Diskriminierung vor. Ein Schlichtungsverfahren kann in vielen Fällen eine Lösung oder zumindest eine wesentliche Verbesserung der Situation herbeiführen.

Für den ÖZIV Burgenland ist es eine von vielen Aufgaben, unsere Mitglieder bei diesen Verfahren zu unterstützen bzw. die Verfahren für die Mitglieder zu führen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Mitteilung bzw. Dokumentation der diskriminierenden Situation (Foto, Zeichnung, Aussagen von Begleitpersonen etc.). Damit kann der ÖZIV Burgenland ein Schlichtungsverfahren einleiten. In den meisten Fällen kommt es zu einer gütlichen Einigung.

Wenn wir von dieser rechtlichen Möglichkeit in Zukunft vermehrt Gebrauch machen, wird damit nicht nur einzelnen Mitgliedern geholfen, sondern – und davon sind wir überzeugt – langsam eine Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft herbeigeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt, zu dem Inklusion nicht mehr nur ein Programmpunkt, sondern Wirklichkeit geworden ist! Irgendwann können wir dann solche Schlichtungsverfahren schlicht und einfach vergessen. Bis dahin: Schlichten!

Jakob Schriefl unterwegs

Lukas Leitner ist 19 Jahre, aus St. Gilden am Wolfgangsee und Student an der „University of Oxford“. Er studiert „Politics, Philosophy and Economics“. Trotz der Diagnose Gliedergürteldystrophie (Muskelerkrankung), ließ er sich nie von seinem Weg abbringen. Der Jugendvertreter des ÖZIV Burgenland, Jakob Schriefl, traf Lukas Leitner im Sommer und unterhielt sich mit ihm über sein Studium, Barrierefreiheit und über seine Zukunftspläne.

 

Wann war für Dich klar, dass Du „Politics, Philosophy and Economics“ studieren möchtest?

Es hat relativ lange gedauert bis ich mich für die Studienrichtung entschieden habe. Ausschlaggebend war dann der Rat meines damaligen Schuldirektors, der gesagt hat, das Studium passt zu mir, sowohl im Inhalt, wie auch in der Strukturierung des Unterrichts. Seinen Rat hab ich nicht bereut.

Welcher Deiner Kurse gefällt Dir besonders gut?

Philosophie. Das hat mich selbst überrascht. Bevor ich angefangen habe, war ich eigentlich der Meinung, dass es Wirtschaft und vor allem Politik sein werden. Wahrscheinlich, weil ich mit Philosophie davor noch nicht konfrontiert wurde. Jetzt ist es das Fach, das mir besonders viel Spaß macht und gleichzeitig die größte Herausforderung darstellt.

Wie lange dauert Dein Studium?

Der Bachelor dauert drei Jahre. Das britische System ist besonders streng. Entweder Du bestehst Deine Prüfungen oder nicht; viele zweite Chancen gibt es nicht. Das ist natürlich ein ziemlicher Ansporn und verhindert, dass man 20 Semester studiert.

Strebst Du eine politische Karriere an?

Geplant ist es nicht. Ich werde aber mittlerweile immer wieder gefragt, sodass ich mir schon langsam selbst darüber Sorgen mache.

Wie läuft der Aufnahmeprozess an der University of Oxford ab? Hast Du irgendwelche Tipps für zukünftige Bewerber?

Zuerst schreibt man ein Bewerbungsschreiben, in dem man darlegt, warum man das Fach studieren möchte und was man schon getan hat, das mit der Fachrichtung in Verbindung steht. Je nach Fach kann es sein, dass man auch einen Aufsatz einsenden muss. Danach kommt es zu einem standardisierten Test (TSA). Der besteht zu großen Teilen aus Logikfragen. Dazu kommt noch ein Aufsatz, der innerhalb von 30 Minuten zu schreiben ist. Dabei legen die Prüfer Wert auf strukturierte und klar vorgebrachte Argumente. Sie wollen Personen mit Potential, denen sie etwas beibringen können. Die Uni schaut sich dann die Bewerbungen und die Ergebnisse des TSA Tests an und lädt dann eine engere Auswahl zu Interviews mit Professoren ein. Wenn der ganze Prozess vorbei ist, erfährt man, ob man aufgenommen wird oder nicht.

Deine bisherige Schullaufbahn weicht ja ziemlich von der eines „normalen“ Schülers ab. Erzähle uns doch ein wenig über das System in der St. Gilgen International School.

Der Unterricht ist in Englisch und der Großteil der Lehrer ist aus anglo-amerikanischen Ländern. Auch die Schüler sind aus der ganzen Welt. Die Schule ist relativ neu und ich war von Anfang an dabei. Ich hatte Glück, dass ich damals ein Stipendium bekommen habe. Der Unterricht ist vorbereitend auf das International Baccalaureate (IB), mit dem man - anstatt der Matura - abschließt. Darin wird vor allem auf eine ausgeglichene Ausbildung und selbständiges Denken wert gelegt.

Kommen wir auf Dein Privatleben zu sprechen. Wie bewältigst Du Deinen Alltag in England?

Das geht nur dank der Hilfe meiner Familie, Freunden und natürlich meines Betreuers. Mein Betreuer und ich sind die acht Wochen langen Trimester gemeinsam in Oxford und er unterstützt mich dabei im alltäglichen Leben. Im Vorhinein war das ganze natürlich auch sehr viel Aufwand, aber das College hat uns dabei unterstützt, die Studentenwohnung auf die notwendige Barrierefreiheit umzubauen. Jetzt funktioniert alles reibungslos.

Bist Du aufgrund Deiner Behinderung im Laufe Deines Studiums auf viele Hürden gestoßen?

Man gewöht sich daran, dass man hier und dort auf Hürden stößt. Das ist überall so. Es waren aber noch keine dabei, die nicht überwindbar gewesen sind. Es gibt wirklich viele Anlaufstellen und Unterstützung in Oxford. Vieles wurde auch schon im Vorfeld mit mir abgeklärt und somit Probleme aus dem Weg geräumt. Zum Beispiel, dass ich extra Arrangements für Prüfungen habe oder Bücher digitalisiert zugesendet bekomme.

Wie barrierefrei sind die Universität und die Stadt Oxford?

Vieles in der Uni und der Stadt ist sehr alt. Das macht Barrierefreiheit oft kompliziert und bedeutet häufig altes, unebenes Kopfsteinpflaster. Aber in den meisten Fällen ist man einfach kreativ geworden und hat die alten Gemäuer irgendwie umgangen.

Legt England Deiner Meinung nach mehr Wert auf Barrierefreiheit als Österreich?

Es ist definitiv so, dass in Großbritannien Barrierefreiheit viel selbstverständlicher als in Österreich ist. Nicht nur bei öffentlichen Gebäuden, sondern auch zum Beispiel beim Angebot an rollstuhlgerechten Taxis, Bussen und Zügen.

Hast Du bereits Pläne für das Leben nach dem Studium?

Da bin ich noch komplett Planlos. Mal schauen was sich ergibt.

Lukas, vielen Dank für das Interview!

Das erste Treffen der Kindergruppe

Am Sonntag, dem 24. Juli 2016, hat das erste Treffen der Kindergruppe „Rollinos“ - in Form eines Ausflugs - stattgefunden. Das Gelände, rund um die Teichwiesen in Rohrbach, wurde für ein paar Stunden eingenommen. Ob im Rollstuhl, im Kinderwagen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad – die Teichwiesen punktet als barrierefreies Naturerlebnis.

 

Auch der Kinder- und Jugendvertreter des ÖZIV Burgenland, Jakob Schriefl, war zusammen mit seinen Eltern vor Ort. Der Elektro-Rollstuhl von Jakob wurde nach längerem Gehen schon auch als geeignete Mitfahrgelegenheit genutzt.

 

Das Angebot, einen stressfreien Nachmittag mit anderen Betroffenen und deren Angehörigen zu verbringen, wurde sehr gut angenommen und es haben sich schon beim ersten Ausflug Freundschaften entwickelt.

Unser Ziel: Für Erfahrungsaustausch zu sorgen und den Kindern das Gefühl der Zusammengehörigkeit geben; gemeinsam statt einsam – das haben wir erreicht!

 

Beim gemeinsamen Picknick im Schatten der Bäume, inmitten der Natur, dauerte die Rast gleich ein bisschen länger als gedacht. Für frische Abkühlung sorgte der kleine Trinkwasserbrunnen und die mitgebrachten Schmankerl wurden verteilt. Am Rückweg war sogar noch genügend Energie für Wettfahrten vorhanden.

 

Derartige Treffen sollen zum fixen Bestandteil werden und dafür sorgen, dass genügend Zeit für Spaß, Spiel und Kennenlernen gegeben ist. Eigene Vorschläge zu Ausflugszielen und Aktivitäten bitte per Mail an office@oeziv-burgenland.at oder telefonisch unter 02682/ 93080400. Wir freuen uns auf Eure Ideen!

Magic Moments - ein ganz besonderer Tag

Der ÖZIV Burgenland und der Familypark (ehemals: Märchenpark) in St. Margarethen initiierten am 5. Juni 2016 den ersten gemeinsamen Tag für Kinder mit Behinderungen. Dabei luden ÖZIV Burgenland Präsident Hans-Jürgen Groß und Gastgeberin Ulrike Müller vom Familypark die Kinder samt Geschwister und Angehörige zu einem unvergesslichen Sonntagsausflug ein. Xanthos, ein ausgebildeter Assistenzhund, gehörte definitiv zu den Highlights des Tages. Er stand für Streichel- und Kuscheleinheiten zur Verfügung.

Mit dem „Tag für Kinder mit Behinderungen“ hat der ÖZIV Burgenland ein weiteres Kapitel geschrieben, um das Leben seiner Mitglieder noch aufregender zu gestalten. Schlussendlich ist eine Behinderung nicht ein Ende, sondern nur der Start einer neuen Herausforderung. Am Ende ist es wichtig, dass wir alle neue Perspektiven bekommen und den Kindern zeigen, dass auch sie Talente haben und es auch andere Kinder gibt, die in ähnlichen Situationen wie sie sind.

„Ein großes Dankeschön gilt natürlich dem Familypark in St. Magarethen, meinem Team und den vielen ehrenamtlichen Helfern, die uns an diesem Tag begleitet haben. Wir konnten ein Lachen ins Gesicht der Kinder, Geschwister und Angehörigen zaubern. Das freut mich besonders“, so Präsident Groß.

Magic Moments - Treffen mit dem 1. FC Köln

Vom 10. bis 15. Juli 2016 hat der 1. FC Köln sein Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf abgehalten. Am 14. Juli, 16 Uhr, gab es ein Treffen für die Mitglieder des ÖZIV Burgenland. Mit dabei: Peter Stöger, österreichische Fußball-Legende und aktueller Trainer des deutschen Kultvereins. Natürlich standen Peter Stöger und sein Team für Autogrammwünsche und Fotos bereit. Anschließend gab es für die Jüngsten auch noch ein Eis zur Abkühlung. Jedes gemeldete Kind erhielt zudem ein eigenes T-Shirt. Auch der Sektionsleiter Sport, Heribert Petermann und ein Teil der E-Rolli-Mannschaft waren vor Ort.

 

Um 19 Uhr wurde es spannend - der 1. FC Köln traf auf die AVITA Auswahl in Oberwart. Das Freundschaftsspiel endete 4:0 für die Kölner.

 

Tatkräftige Unterstützung für unsere Mitglieder

BEWILLIGT

Im Falle der 12jährigen Kristina konnten wir zum notwendigen Rehabilitationsaufenthalt in Bad Radkersburg verhelfen. Die Familie des Mädchens hat sich an uns gewandt: der geplante Reha Aufenthalt wurde von der Krankenkasse abgelehnt. Ein Umstand, der in Anbetracht der großen Fortschritte nach den vorangegangenen Aufenthalten, so nicht zu akzeptieren war. Diesmal war kein Einschreiten unserer Rechtsanwälte notwendig – haben wir wirklich schon zum Umdenken bewegt? Wie bereits in der Ausgabe 2/ 2015 berichtet, dürfen wir uns schon über ein paar „Siege“ freuen und sind über alle positiven Ergebnisse sehr glücklich!

 

UMZUG

Wie schwer es ist, das Leben mit einer Behinderung zu meistern und einen selbstbestimmten Weg zu finden, sehen wir täglich. Ob es Beschwerden gegen Ablehnungen oder Einstufungen oder Informationen zu speziellen Situationen sind, wir helfen. Familie B. aus Wr. Neustadt hat sich völlig verzweifelt im Büro gemeldet – die Situation ausweglos….. Die kleine Familie ist vom Schicksal ganz schön erwischt worden – die kleine Tochter geboren mit einer Hüftdysplasie beidseits, der Vater leidet an einer psychischen Behinderung. Die Wohnung in Wr. Neustadt nicht barrierefrei, allgemein in schlechtem Zustand und das Leben in der großen Stadt zunehmend anstrengend für Herrn P. Ein Geschwisterchen ist unterwegs! Man sieht sich um und wird fündig. Eine barrierefreie Wohnung in Bad Sauerbrunn mit kleinem Garten. Ein Freund will der Familie helfen, die Kosten für die Wohnung zu stemmen – leider wird daraus nichts – der Vertrag mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft droht zu platzen. Der ÖZIV Burgenland übernimmt und schafft es, der Familie eine weitere Möglichkeit zu eröffnen – es klappt und wir dürfen uns über glückliche Gesichter freuen.

 

BESCHWERDE stattgegeben

In noch keinem Jahr hat das Team des ÖZIV Burgenland so viele Beschwerden und Klagen gegen Bescheide für Mitglieder eingereicht wie 2016. Zum einen liegt das sicher an der rapiden Steigerung der Mitgliederzahlen, zum anderen an den verschärften Voraussetzungen für die Zuerkennungen. Gegen einen ablehnenden Bescheid, für z.b. beantragte Zusatzeintragungen in den Behindertenpass, kann man innerhalb von 6 Wochen Beschwerde einbringen. Natürlich muss diese begründet und mit Beweisen untermauert sein. Wir dürfen uns hier über eine enorme Erfolgsquote und die vielen dankenden Worte der betroffenen Personen freuen. Klagseinreichungen für Bescheide, die z.b. das Pflegegeld betreffen, sind innerhalb von 3 Monaten einzubringen. Die Verhandlungen vor Gericht übernimmt der Präsident persönlich und kämpft für das Recht unserer Klienten. Die großen Belastungen einer Gerichtsverhandlung ersparen wir den Mitgliedern – sie müssen nicht vor Gericht erscheinen, wenn das nicht erwünscht ist. Die vielen positiven Ergebnisse bestärken uns in unserer Arbeit und zeigen, wie wichtig professionelle Unterstützung ist.

Landesamtsdirektor Mag. Ronald Reiter

Mag. Ronald Reiter, ist der neue Landesamtsdirektor des Burgenlandes. Mag. Reiter hat das Amt von WHR Dr. Robert Tauber, der nach mehr als 20 Jahren als Landesamtsdirektor mit 1. Juli 2016 den Ruhestand angetreten ist, übernommen.

 

Mag. Ronald Reiter, Jahrgang 1975, war nach Abschluss seines Studiums an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität in Wien als Verwaltungsjurist beim Magistrat der Stadt Wien, als Abteilungsleiter bei der Sicherheitsdirektion Burgenland und nach Absolvierung des Masterstudium an der Fachhochschule Wiener Neustadt von 2010 bis 2012 als stellvertretender Behördenleiter bei der Sicherheitsdirektion Burgenland tätig. Mit 1. September 2012 wurde Mag. Reiter Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl. Per 1. Jänner 2015 erfolgte innerhalb der Landesamtsdirektion die provisorische Betrauung mit der Leitung der LAD – Stabsstelle „Strategische Planung und Organisationsentwicklung“. Die neue Funktion des Landesamtsdirektors hat Mag. Ronald Reiter am 1. Juni 2016 übernommen (Quelle: www.burgenland.at)

 

GLEICHSICHT: Zu Beginn dürfen wir Ihnen zu Ihrem neuen Posten gratulieren. Bitte definieren Sie für unsere Leser, welches Aufgabengebiet der burgenländische Landesamtsdirektor abdecken muss.

Als Landesamtsdirektor leitet man den inneren Dienst des Amtes der Landesregierung. Ich bin Vorgesetzter der rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landesverwaltung und nehme auch beratend an den Sitzung der Landesregierung teil.  Wichtig ist mir auch die strategische Arbeit, die Ausrichtung und Entwicklung der Landesverwaltung als kompetenter und leistungsfähiger Partner für die Bürgerinnen und Bürger und für die Wirtschaft.

GLEICHSICHT: Der ÖZIV Burgenland zählt zu den größten und bekanntesten Behindertenorganisationen des Burgenlandes. Wie nehmen Sie den ÖZIV wahr?

Der ÖZIV Burgenland trägt durch seine Aktivitäten und durch sein Engagement sehr viel dazu bei, dass die Lebenssituation vieler Burgenländerinnen und Burgenländer verbessert wird. Er ist seit Jahrzehnten eine wichtige und verlässliche Institution, wenn es um die Interessen von Menschen mit Behinderung geht. Der ÖZIV Burgenland hat für das Burgenland durch sein starkes soziales Engagement einen sehr hohen Stellenwert.

GLEICHSICHT: Behinderung darf kein Handicap sein - so das Motto unseres Verbandes. Dennoch gibt es noch immer zahlreiche Lokale, die weder eine Behindertentoilette, noch einen barrierefreien Zugang haben. Welche Vorschläge hätten Sie, um das Burgenland „barrierefreier“ zu gestalten?

Zunächst freut es mich sehr, dass wir im Vorjahr das ÖZIV-Gütesiegel für die barrierefreie Adaptierung des Landhauses erhalten haben. Wir haben in diesem Bereich investiert und tun das auch weiterhin. Das Land ist bestrebt, öffentlich zugängliche Bauten und Anlagen für alle Menschen zugänglich und nutzbar zu machen. Aber auch darüber hinaus sollten Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Es gibt dazu die entsprechenden Bestimmungen im Behindertengleichstellungsgesetz. Barrierefreiheit ist auch in der Bauverordnung verankert. Und für den privaten Bereich gibt es auch mit der Wohnbauförderung die Möglichkeit, Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit zu fördern.  

GLEICHSICHT: Wie beurteilen Sie die Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit im Burgenland?

Ich denke, dass wir gerade in den letzten Jahren in punkto Barrierefreiheit gute Fortschritte erzielen konnten. Das Land Burgenland kann durch die Maßnahmen, die gesetzt wurden, sicher als Vorbild bezeichnet werden. Und gerade der ÖZIV Burgenland hat auch sehr viel dazu beigetragen, dass dieses Thema heute einen weitaus höheren Stellenwert hat und das Bewusstsein dafür gesteigert wurde. Aber natürlich müssen diese Anstrengungen fortgesetzt werden.

GLEICHSICHT: Ihr Wunsch für das Jahr 2017?

Dem Burgenland wünsche ich, dass wir die großen Herausforderungen weiter gut bewältigen können. Das gilt auch für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Dem ÖZIV Burgenland und allen Leserinnen und Lesern von GleichSicht wünsche ich alles erdenklich Gute für 2017.

 

Kultur für ALLE 2016

Im Juli stand wieder alles im Zeichen der „Kultur für alle“-Offensive des ÖZIV Burgenland. Dieses Jahr auf dem Programm: „Otello darf nicht platzen“ (Schlossspiele Kobersdorf) und „Viktoria und ihr Husar“ (Seefestspiele Mörbisch).

„Kultur für alle“ bedeutet zwei Tage lang VIP zu sein. Die ÖZIV Burgenland-Mitglieder fühlen sich wie Stars, wenn sie ihre Bänder bekommen, in ihren eigenen VIP-Bereich können und dort bei Speis und Trank vor der Aufführung mit Freunden, den Mitarbeitern, Vorstandsmitgliedern und dem Präsidenten des ÖZIV Burgenland plaudern können. Es ist die entspannte Atmosphäre, die auch von schweren Schicksalsschlägen ablenkt und die Mitglieder für einige Stunden in eine andere Welt holt.

Wenn dann noch die Prominenz auf einen Besuch vorbeikommt und Wolfgang Böck in Kobersdorf sowie Dagmar Schellenberger in Mörbisch die Hände schütteln und für Fotos zur Verfügung stehen, ist das ein besonderes Erlebnis. Kein Wunder, dass an die 250 Personen in Kobersdorf und Mörbisch dabei waren und sich das traditionelle „Kultur für alle“-Programm nicht entgehen ließen.

Noch nie war der Andrang so groß wie dieses Jahr. Wohl auch, weil der ÖZIV Burgenland abermals sein Angebot erweitern konnte. Mit unserem Transporter können wir unsere Leute abholen und nach der Veranstaltung wieder heimbringen. Wir freuen uns, hier ein, für alle unsere Mitglieder leistbares und nutzbares, Angebot geschaffen zu haben.

Neu im „Kultur für alle“-Programm ist das Liszt Festival in Raiding, das schon dieses Jahr einige unserer Mitglieder besuchen konnten.

 

INFORM OBERWART 2016

Der ÖZIV Burgenland hat sein Büro verlassen und sich mitten im Geschehen der Inform Oberwart mit einem eigenen Messestand präsentiert. In der Zeit von 31. August bis 4. September war das Team vor Ort und hat für Information und Stimmung gesorgt. Neben Beratungen bestehender Mitglieder, konnten wir uns über einen tollen Zuwachs in Form von Neueintritten freuen, was nicht zuletzt an der großen Präsenz gelegen hat.

 

Ein Highlight war die Möglichkeit, die Hilfsmittel – und damit ist nicht nur der allseits bekannte Rollstuhl gemeint – wie etwa ein Handbike (wie der Name schon sagt: mit Handbetrieb) zu testen.

 

Die Rollstuhlwalze hat die Gäste, egal ob mit oder ohne Behinderungen, einiges an Schweiß gekostet. In einer Zeit von 30 Sekunden wurde die zurückgelegte Entfernung mit dem Rollstuhl gemessen – klingt einfach, ist jedoch mit dem Widerstand der Walzen, sehr anstrengend. Mit der passenden Hintergrundmusik wurden Rekorde aufgestellt und Tages- sowie Messesieger ermittelt.

 

Hauptpreise in Form von Aufenthalten in der St. Martins Therme und im AVITA Resort, Tageseintritte in die beiden Thermen, Matchkarten des SK Puntigamer Sturm Graz und der Wiener Austria, sowie Schreibgeräte von Cerruti 1881, sorgten für den nötigen Ansporn. Der Spaß stand jedoch für alle im Vordergrund! Im Zuge der Walzenwettfahrten konnte die FlexStep, eine Treppe, die zum Aufzug wird, bestaunt werden.

 

Ein Dankeschön für die gelungenen Tage ergeht an die Burgenland Messe Betriebsges.m.b.H. & Co. KG, St. Martins Therme, Avita Resort, Wr. Städtische, Billa und natürlich an alle Besucher und Teilnehmer.

ÖZIV-Weihnachtsfeier: Über 100 Besucher!

„Die Weihnachtsfeier ist ein Pflichttermin geworden“, so Petra Györik, die nun zum zweiten Mal der Einladung zur ÖZIV Burgenland-Weihnachtsfeier folgte. Zum zweiten Mal war auch Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger zu Gast. „Ich wollte zunächst alleine kommen, aber mein großer Sohn hat gesagt, das war das letzte Mal so lustig, ich will wieder mitkommen. Ich komme aber auch, um dem ÖZIV Burgenland Respekt zu zollen. Über 100 Leute, die zu einer Weihnachtsfeier einer Landesorganisation kommen, sind keine Selbstverständlichkeit. Es macht Spaß und ist auch ein Erlebnis für die Kinder“. Zum ersten Mal gab es einen eigenen Kinderbereich; hier konnten sich die Kleinsten mit unterschiedliche Bastelarbeiten die Zeit vertreiben.

 

Über 100 Mitglieder folgten der Einladung des ÖZIV Burgenland; erstmalig wurde dafür ein Saal im Landessportzentrum VIVA (Steinbrunn) reserviert. Vom kleinen Nebenraum in einem urigen Lokal in Müllendorf im Jahr 2012, wurde auch die Lokalität in Neufeld an der Leitha zu klein, sodass es nun notwendig war, einen größeren Saal zu reservieren, damit auch alle Mitglieder genügend Platz hatten.

 

Gestärkt von Schnitzel mit Pommes und Reis, kam es gegen 18.00 Uhr zum ersten großen Highlight: Dagmar Schellenberg, Intendantin der Seefestspiele Mörbisch und Michael Hoffmann, burgenländischer Schlagersänger, der durch seinen Auftritt bei „Starmania“ bekannt war und für den ÖZIV Burgenland das Lied „Zurück ins Leben“ schrieb, waren auf der Bühne zu sehen und spielten wunderschöne Weihnachtslieder, wobei auch die Kinder mitgesungen haben und selbst - von sich aus - auf die Bühne kletterten, um „Oh Tannenbaum“ oder andere bekannte Weihnachtslieder zu singen. Nach einer Neuinterpretation des ÖZIV-Songs „Zurück ins Leben“ und „Anna“, wurde Wolfgang von Siegendorf, ein Bauchredner, auf die Bühne gebeten.

 

Nach den Kabarettisten Rainhard Nowak und Heinz „the butnaked Comedian“ und nach der Weihnachtslesung mit Wolfgang Böck, wurde erstmals ein Bauchredner engagiert, der nicht nur die Gäste unterhielt, sondern das eine oder andere Vorstandsmitglied aufs Korn nahm.

 

„Mir hat die Weihnachtsfeier gut gefallen. Das Schnitzel hätte größer sein können“, so Thomas Fleck, der zum ersten Mal der Einladung folgte. „Mir hat es auch sehr gut gefallen. Viel besser als in Neufeld“, zeigte sich Vanessa Spah begeistert.

 

Vor der Weihnachtsfeier wurde die außerordentliche Generalversammlung abgehalten. Dr. Erwin Würrer wurde zum neuen stellvertretenden Präsidenten, Jakob Schriefl zum stellvertretenden Kassier und Mag. Christian Dax zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts gewählt. Mag. Gerold Stagl, Bürgermeister der Freistadt Rust, wurde als Fachexperte für „Versicherungen und Gemeinden“ in den Vorstand kooptiert.

 

Das gesamte Team des ÖZIV Burgenland wünscht Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2017!

Zurück ins Leben - unser ÖZIV-Lied!

Der ÖZIV Burgenland freut sich sein eigens komponiertes Lied „Zurück ins Leben“ präsentieren zu dürfen. Der in Eisenstadt geborene Sänger Michael Hoffmann, welcher selbst von einer Behinderung betroffen ist – er ist blind – hat das Lied komponiert, eingesungen und aufgenommen. Michael Hoffmann setzt mit dem Song ein Zeichen: Die Gesamteinnahmen werden Projekten für behinderte Menschen auf ihrem Weg „Zurück ins Leben“ zur Verfügung gestellt.

 

Das Lied erzählt die Geschichte vom Schicksalsschlag, über Menschen, die immer für einen da sind, bis zu neuen Möglichkeiten und Perspektiven. Ein Werk, das in Feldanalysen, sowohl beim jungen, als auch dem älteren Zielpublikum, sehr gut angekommen ist. „Ein Lied, in dem sich jeder finden kann“ bis hin zu „genauso war es“, waren die Statements der Testhörer. „Zurück ins Leben“ ist ein Titel und eine Interpretation, bei welcher sich der Künstler selbst übertroffen hat; ein Lied, das jeden seine persönliche Geschichte hören lässt.

 

Bei den Projekten, die durch die Gesamteinnahmen unterstützt werden, handelt es sich zum Teil um den sportlichen Bereich – wir haben eine E-Rollstuhl-Fußballmannschaft gegründet, welche bereits aktiv im Trainingslager in Wien tätig ist und bald regelmäßige Turniere im Burgenland abhalten wird. Zudem geht es natürlich auch um behinderte Kinder, welche unserer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Am 5. Juni konnten wir bereits einen Ausflug in den Familypark St. Margarethen organisieren, bei dem Spaß und Freude im Mittelpunkt standen. Ein weiteres großes Projekt ist der ÖZIV Burgenland Rollstuhltransporter. Das Fahrzeug bietet Platz für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen, aber auch für bis zu vier Elektrorollstühle und dient nicht nur der E-Rollstuhl-Fußballmannschaft, sondern steht auch den Mitgliedern zur Verfügung. Ganz egal, ob der ÖZIV Burgenland Ausflüge organisiert, zu den Seefestspielen Mörbisch lädt oder auch seine traditionelle Weihnachtsfeier veranstaltet - mit dem Transporter kommen die Mitglieder „zurück ins Leben“. Wir bieten zudem - je nach Bedarf - geplante Fahrten für unsere Mitglieder an. Zum Beispiel zum Einkaufen, für Arztbesuche oder um Freunde zu besuchen.

 

Der ÖZIV Song kann im Büro gekauft oder unter https://www.oeziv-burgenland.at/de/unser-angebot/shop/ bestellt werden.

Brigitte Welcker

Brigitte Welcker, in Frankfurt am Main (Deutschland) geboren, hat 19 Jahre in Ungarn und 9 Jahre in Frankreich gelebt. Seit 2011 ist die Künstlerin in Österreich beheimatet. Ihre Homepage lautet: „Kunst ohne Barrieren“. Wir haben Sie zum Gespräch gebeten.

 

GLEICHSICHT: Liebe Brigitte, Du bist seit dem Jahr 2010 auf den Rollstuhl angewiesen. Deine Homepage heißt: „Kunst ohne Barrieren“. Was bedeutet das?

 

Das stimmt, ich bin seit Juli 2010 - über Nacht - durch einen Rückenmarksinfarkt auf den Rollstuhl angewiesen. Ich lebe allein und selbstbestimmt, arbeite Vollzeit in Wien und bin in meiner Freizeit überaus aktiv. Unter anderem als Obfrau im von mir ins Leben gerufenen gemeinnützigen Verein „KUNST-OHNE-BARRIEREN“. Vereinsziel ist unter anderem zu zeigen, dass eine Behinderung kein Handicap ist. Ich möchte auch eine „Vorreiterfunktion“ – auch wortwörtlich – erfüllen und Menschen, die mit einer Behinderung leben bzw. auch deren Umfeld, Mut machen, neue Dinge auszuprobieren, eigene Wege zu gehen und Spaß zu haben.

Ich habe zahlreiche Solo-Auftritte als Sängerin mit meinen Programmen „Das gibt’s nur 1x“ bzw. „So 1 Theater im Theater“, bei welchen ich auch in Alten- und Pflegeheimen Chansons, Schlager, Lieder aus Operetten und Musicals sowie Anekdoten aus dem Theaterleben vortrage. Einen ähnlichen Inhalt haben „Wundascheen“ bzw. „So ein Theater im Kabarett“, wo ich zusammen mit dem Sänger und Schauspieler Markus Pol auftrete.

Die Bühnen sind nicht barrierefrei (selbst wenn es der Zuschauerraum ist); da ist Kreativität gefragt. Außerdem schleppe ich bei den meisten Soloauftritten auch noch meine gesamte Tonanlage mit, baue sie auf und ab und bin während der Vorstellung mein eigener Tontechniker!

Fotos und Videos zu Auftritten und –ritten gibt es auf der Homepage des Vereins www.kunst-ohne-barrieren.eu zu sehen.

 

GLEICHSICHT: Worauf dürfen sich unsere Mitglieder bei der Aufführung „Der mutige Hirte“ freuen?

 

Das musikalische Märchen für die ganze Familie „Der mutige Hirte“ stammt aus meiner Feder, die Musik für die acht Lieder hat Raffaele Bonazza aus Bochum geschrieben. Im Stück geht es – natürlich – um Gut und Böse (ich spiele die böse Königin), aber auch um Akzeptanz von Anderssein, um Mut und Standhaftigkeit.

Die böse Königin macht ihren Untertanen das Leben schwer, bis aus der Fremde ein mutiger Hirte daherkommt, der ihr nicht nur Paroli bietet, sondern auch noch die Prinzessin zu Frau haben will….

Daniela Mitterlehner und Peter Perktold spielen mehrere Charaktere, Markus Pol hat die Spielleitung übernommen. Die Kostüme und Requisiten wurden von mir angefertigt.

Mehr möchte ich eigentlich nicht verraten.

 

GLEICHSICHT: Du gibst auf Deiner Homepage an, „Show-Reiterin“ zu sein. Was können wir uns darunter vorstellen?

 

Show-Reiten bedeutet, bei Pferdefesten und Messen (INFORM, Apropos Pferd, Pferd Wels) teilzunehmen, mit meinem Pferd und einem Programm, welches ganz unterschiedlich sein kann.

Ich reite meine Haflingerstute (bis Ende 2014 Anastasia, nach deren frühem Tod seit heuer Larissa) zu Liedern aus einem Musical oder einer Operette – mit passenden, vorn mir angefertigten, Kostümen und singe dazu live, manchmal singe ich auch zusammen mit Markus Pol (der dann allerdings nicht reitet).

 

GLEICHSICHT: Wie kann man sich Reiten und Rollstuhl vorstellen?

 

Nichts einfacher, als das. Ich reite seit meinem 3. Lebensjahr und kann mir ein Leben ohne Pferde nicht vorstellen. Jeder Reiter mit Behinderung hat natürlich andere Ansprüche und Möglichkeiten. Therapeutisches Reiten, Hobbyreiten, Fahrsport oder Paralympics, mit eigenem oder fremdem Pferd, ob Pferd oder Pony, ob allein oder mit anderen und ob Hilfsmittel benötigt werden oder nicht.

 

GLEICHSICHT: Welche Betreuung ist erforderlich? Hast du ein eigenes Pferd? Schaffst du das alleine?

 

Ich kann alles ganz allein schaffen (bis vielleicht das Aufsteigen – obwohl – man kann sein Pferd auch dazu bringen, sich hinzulegen und dann in den Sattel zu rutschen [will ich aber nicht, weil sich dann Schmutz im Sattelgurt festsetzen kann, der das Pferd dann wund reibt] oder andere, technische Finessen einsetzen). Mein Pferd soll es aber gut haben, deshalb steht es in Bad Schönau beim Züchter Gerhard Luef, von dem ich es auch habe. Dort kann Larissa mit den anderen Pferden auf die Weide gehen, ist in den allerbesten Händen – Gerhard fährt sie ja auch zu den Veranstaltungen – und hilft mir eben in den Sattel.

Ich kann jedoch selbst putzen, satteln, zäumen und mich zum Absteigen aus dem Sattel in den Rolli abrutschen lassen. Wenn es sein muss (etwa auf Messen) hole ich auch selbst Wasser, Futter, miste aus und dergleichen.

Alles nur eine Frage von Kreativität, um den Anforderungen Genüge tun zu können.

Das Reiten selbst (Larissa kenne ich seit ihren Fohlentagen und habe sie selbst zugeritten) geht bei mir über Sprache, Körpersprache und Gewichtsverlagerung. Wir haben ein sehr enges und tiefes Verhältnis zueinander und verstehen uns ausgezeichnet. Gegenseitiges unbedingtes Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung – deshalb gehe ich auch oft alleine mit ihr in der Buckligen Welt ausreiten.

 

GLEICHSICHT: Wie „barrierefrei“ ist Österreich, verglichen mit anderen Ländern, in denen Du - aufgrund deiner künstlerischen Tätigkeit - aktiv bist?

 

Österreich ist schon ziemlich weit in Sachen Barrierefreiheit (zumindest in den Städten) – wenngleich es jetzt ja wieder Rückschritte „aus finanziellen Gründen“ gibt. Ich würde es gerne sehen, wenn z.B. Geschäfte, Restaurants, etc. „kreative“ Lösungen in Sachen Zugang anbieten würden – denn mir ist es wichtig, hineinzukommen und nicht, ob die Sache letztendlich der EU-Norm entspricht oder nicht.

Aber ich spreche auch immer an, wenn etwas nicht passt – z.B. Mistkübel mit Tretmechanismus in den Behinderten-WCs, keine oder zu hoch angebrachte Spiegel; sehr oft sind die Verantwortlichen dann dankbar für den Hinweis und versprechen, die Sache zu ändern.

Für mich selbst jedoch bin ich nicht zimperlich – wenn ich etwas erreichen will, dann geht es auch schon mal auf dem Allerwertesten die Treppen hinauf und hinunter!

Ungarn kann man in Hinsicht Barrierefreiheit vergessen, sogar Budapest.

In Deutschland und Frankreich ist es – zumindest wo ich hingehe – relativ gut damit bestellt. Auch was die Informationen über barrierefreie Institutionen, Unterkünfte, Restaurants, Theater, etc. angeht.

Auch sollte man nie vergessen zu erwähnen, dass es ja bei Barrierefreiheit nicht nur um Rollifahrer geht – sondern auch um Kinderwägen, Rollatoren, Einkaufswägen mit Rollen, Menschen mit Gehhilfen – von anderen Behinderungen einmal ganz abgesehen.

Die meisten Barrieren – und Vorurteile - sind immer noch in den Köpfen der Menschen. Berührungsängste, „wie rede ich mit „so jemandem?“, usw. sind auch häufig.

Meine Meinung ist: Dialog ist wichtiger, als „politisch korrekte Sprache“ – wem etwas nicht passt, soll es ansprechen. Und Vorbild sein.

Die komplette Ausgabe als Download:


Ausgabe Dezember 2016 (pdf)


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  • Landeswappen Burgenland